Das häßliche Gesicht der EU

betr.: Namenstage Arnold und Gabriel

Die Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, nicht mal seine Namensvettern. In diesem Falle ist es freilich eine sehr entfernte Verwandtschaft, denn obwohl Herr Gabriel und ich heute beide heute Namenstag haben, geht es knapp daneben, weil es sich ja schließlich um unsere Familiennamen handelt.
Dennoch denke ich heute an ihn, und das tue ich ständig! Er verkörpert alles, was mir an der EU nicht paßt: TTIP, CETA und andere antieuropäische Kungeleien, sinnlose sündteure Klimaschutzvorschriften und die Abschaffung der Glühbirne. – Ich bin ein Liebhaber der europäischen Idee, wie ich mich beeile zu betonen. Aber wer liebt, der muß bekanntlich auch einstecken können.

Ich denke sowieso immer dann an Herrn Gabriel, wenn die EU wieder einmal eine ungehörige Einmischung in mein Privatleben vornimmt, die außerdem nichts nützt (von den Interessen irgendwelcher Lobbygruppen einmal abgesehen) – so etwas kennt man sonst von verpeilten Diktaturen wie der DDR oder Nordkorea.
Gerade gestern war es wieder soweit, als ich einen Discman zum Elektromarkt zurücktragen mußte, weil er fast keinen Laut von sich gab. Ich erfuhr, das sei schon in Ordnung. Die EU habe verfügt, die Lautstärke müsse bei solcherlei Geräten begrenzt werden, um die Ohren unserer Jugend zu schonen. Selbst ich als akustisch überempfindlicher Mensch, der sich hüten würde, den Kopfhörer auch nur annähernd hochzujazzen, bin mit der Brüsseler Dezibelzuteilung unterfordert. (Man kann sich denken, dass unsere Kids weiterhin Wege finden werden, sich das Gehör zu ruinieren. Einen unter 50jährigen, der überhaupt einen Discman in die Hand nehmen würde, kann ich mir kaum ausmalen …)

Gut – das ist jetzt ein bißchen ungerecht, denn für diese Eselei kann Herr Gabriel ja vielleicht ausnahmsweise nichts. Aber das ganze Leben ist ungerecht.
Jedesmal, wenn ich eine dieser hochgiftigen Energiesparlampen auswechseln, wegschmeißen und neukaufen muß, sehe ich das weltzufriedene Gesicht Herrn Gabriels vor mir – also alle sechs bis acht Wochen mindestens schon aus diesem Grund.
Früher dachte ich bei jedem Glühbirnenwechsel an Thomas Alva Edison, den Erfinder der Glühbirne mit Schraubgewinde – also zweimal im Jahr.
Wenn das nicht ungerecht ist!

 

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