The Glorious Theater Lyrics Of Monty Arnold (5): „Lost In The Stars“

betr.: 61. Geburtstag von Elvis Costello

„Lost In The Stars“ war ein Apartheid-Musical und die letzte Arbeit von Kurt Weill, nach deren Vollendung dieser zusammenbrach – entkräftet von 15 fast durchweg erfolgreichen Jahren am Broadway, gerade mal 50 Jahre alt.
Ich gestehe, ich habe mich mit diesem Werk des Meisters schwerer getan als mit seinen übrigen. Lange Zeit kannte ich überhaupt nur die Original-Cast-Einspielung, und die ist schwer und getragen wie eine heilige Messe. Da beim amerikanischen Weill die Interpretation bekanntlich eine gewaltige Rolle spielt – während die Hits solcher Songschreiber wie Porter oder Gershwin nicht kaputtzukriegen sind – brauchte ich ein Dornröschen, das diese Musik für mich wachküßte.
Ich fand es in Gestalt von Elvis Costello.

Der 1994 entstandene Konzertfilm „September Songs“ versammelte aktuelle Interpreten der Pop- und Jazz-Szene, um deutsche und Broadway-Songs von Kurt Weill neu und individuell umzusetzen. Ich sah diesen Film erstmals auf einem Filmfest in einem belgischen Kino. Costello wird nur von einem Streichquartett begleitet und singt „Lost In The Stars“ so wie ich es schon immer hätte haben wollen. Ich baute es umgehend in die „Raumschiff Enterprise“-Nummer meines entstehenden Soloprogramms „His Monster’s Voice“ ein und verquickte dazu Weills Musik mit der „Star Trek“-Melodie von Alexander Courage, eine Idee, die mich bis heute sehr stolz macht.

Es gibt auch eine offizielle deutsche Version des Titels, die mir allerdings erst später zugänglich wurde: „Der verlorene Stern“ von Greta Keller. Beide Fassungen halten sich inhaltlich an das Original.

Verloren im All
(Lost In The Stars)
Text: Maxwell Anderson / Musik: Kurt Weill / deutscher Text von Monty Arnold

Am Anfang war nichts, und der Himmel war kahl,
und weit lag in Ferne der Sündenfall.
Und Gott schuf die Sterne und streute sie aus –
nur einer davon ging verlor’n.

Und Gott, er rannte durch die Kälte ihm nach,
den Stern zu retten, der entronnen ihm war.
Und er schwor bei den Himmeln, das gäb’s nicht nochmal,
denn er würd stets wachsam um ihn sein.

Ein Mensch, wenn er glaubt, der geht tapfer voran,
wird das Haupt ihm auch töricht und kahl.
Solang Gott im Himmel über ihn wacht,
kommt alles ins Lot eines Tags.

Doch ich bin anders und frage mich matt:
was, wenn Gott im Himmel ganz andre Sorgen hat?
Denn manchmal erscheint mir der Himmel so leer,
als gäb‘s keinen Retter, keinen Schutzengel mehr.

Und wir gehn verloren im All –
kleiner Stern, blauer Stern, bald bist Du verglüht.
Und wir gehn verloren im All,
unbemerkt, ohne Plan, fallen durch die Nacht –
und wir sind verloren im All.

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