The Glorious Theater Lyrics Of Monty Arnold (6): „Laugh, Clown, Laugh“

betr.: 85. Todestag von Lon Chaney

Lon Chaney, der „Mann mit den 1000 Gesichtern“ war einer der größten Stummfilmstars – und von heute aus betrachtet der neben Rudolph Valentino vielleicht allergrößte aus dem nicht-komischen Fach. Sein erster Tonfilm berechtigte zu der schönen Hoffnung, dass sich seine Karriere auch unter diesen Bedingungen fortsetzen ließe, doch sein früher Krebstod verhinderte das.
Als Spezialist für gepeinigte, entstellte Kreaturen – unter ihnen so präsente Figuren wie „Das Phantom der Oper“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ – schockierte er das Publikum mit seiner Bereitschaft zu immensen körperlichen Torturen, verblüffenden Stunts und Masken, die er selbst anfertigte.
Einige seiner Filme sind verschollen. Besonders schmerzlich vermißt die Fangemeinde „London After Midnight“, einen Vorläufer der „Dracula“-Reihe.

1928 kam „Laugh, Clown, Laugh“ heraus, in dem Chaney einmal mehr die Mühsal des Schaustellerbetriebs beschreibt. Obwohl noch ein Stummfilm, hatte das Werk einen gleichnamigen Titelsong, der parallel auf Schallplatte herauskam und mit seinem Nummer-1-Erfolg in der US-Hitparade sehr zum Erfolg des Films beitrug. Dieses Walzerlied ist vollständig over the top, eine seltsam homogene Mischung aus aufrichtigem Bekenntnis und schreiender Parodie, wirklicher camp. Folgerichtig wurde es in Deutschland von Paul O’Montis vorgetragen („mit flüsterndem Orchester“), einem jener oszillierenden Kabarettkünstler der Weimarer Republik, die mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus unter die Räder kamen.
Dass es für beides – für diese Art von Interpreten ebenso wie für diese Art von Chanson – heute keine Entsprechung mehr gibt, tröstet nicht darüber hinweg, dass dieses Song-Kleinod völlig in Vergessenheit geraten ist.
Mir begegnete er in der Serie „Männerwirtschaft“, wo ihn Tony Randall zum Besten gab.

Laugh, Clown, Laugh 
Music by Ted Fiorito, Lyrics by Samuel M. Lewis and Joseph Young, 1928
Deutscher Text von Monty Arnold

Wer wir auch sind, uns beherrscht das Klischee –
den Helden, den Träumer, den Clown.
Sind Träumer und Held auch oft grimmig gestimmt,
der Clown füllt mit Lachen den Raum!
Sein sonnig‘ Gemüt wärmt die finstere Welt,
denn es gilt, eh‘ der Schlußvorhang fällt:

Refrain

Bluten auch in Wahrheit Herz und Seele –
lach, Clown, lach!
Zeig es nicht der Welt, zeig deine Zähne –
lach, Clown, lach!
Ist auch das Glück oftmals spärlich,
mach keinen Scherz, sondern mein‘ ihn ehrlich!
Klage nicht mit Pauken und Trompeten,
lach, Clown, lach!
Mach die Welt zum lustigen Planeten,
lach, Clown, lach!
In deiner vestila giubba! Zeig es dem Bajazzo:
lach, Clown, …

(gesprochen)

Die Welt ist ein Mummenschanz,
und keins der Gesichter ist echt!
Der reiche Mann gibt sich erheitert
und der Bettler, als sei es ihm recht.
Und leg‘ ich am Abend beiseite
mein tränenfeucht’s Narrengesicht,
vermocht‘ ich die Welt wohl zu täuschen –
mich selbst führ‘ ich nicht hinters Licht!
Ganz gleich also, wie es sehr auch schmerzt,
ich spiel‘ Theater, Theater, Theater,

(gesungen)

bin ein Harlekino –
lach, Clown – ahahahahaha!

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Eine Antwort auf The Glorious Theater Lyrics Of Monty Arnold (6): „Laugh, Clown, Laugh“

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