„Wednesday’s Child“

betr.: 31. Todestag von Matt Monro

Mancher große Sänger hatte das Pech, so zu klingen wie ein noch größerer, was das eigene Weiterkommen blockierte. Earl Grant hatte Ende der 50er den Hit „The End“ und sang das Titellied in „Imitation Of Life“ von Douglas Sirk. Aber er war Nat „King“ Cole stimmlich einfach zu ähnlich, als dass das Publikum ihn gebraucht hätte, und natürlich war Cole insgesamt der versierte Musiker und hatte erheblich mehr Glamour.
Ein anderer Star in der Ära der großen Filmsongs kam da schon etwas weiter: der ehemalige Busfahrer Matt Monro, eine Art akustischer kleiner Bruder von Frank Sinatra.

Er sang to his everlasting glory den ersten Bond-Titelsong „From Russia With Love“ und blieb dem Komponisten der Serie John Barry auch weiterhin verbunden, zum Beispiel bei dessen Oscar-Gewinner „Born Free“. Ohne an Sinatras Charisma auch nur entfernt heranzureichen, war er ein intelligenter Interpret, ein feinfühliger Schauspieler am Gesangsmikrofon, der viel zu elegant war, um je in den Kitsch abzugleiten. Der Barry-Songtexter Don Black managte ihn bis zu seinem frühen Krebstod mit 54 Jahren.
Zu diesem Zeitpunkt hatte es Matt Monro auf eine dreißigjährige Karriere gebracht. Die Website AllMusic beurteilt ihn als einen der meistunterschätzten Popsänger der 60er Jahre und attestiert ihm den „perfektesten“ (ein unübersetzbarer Superlativ) und unangestrengtesten Bariton im Musikgeschäft.

Vielleicht war kein anderer Song dieser Qualität so angemessen wie „The Precious Moments“ für das flotte All-Star-Weltkriegsspektakel „Die Seewölfe kommen“. Filmkomponist Roy Budd und Texter Leslie Bricusse hatten ein sinfonisches Werk der Epoche – das „Warschauer Konzert“, wiederum eine Filmmusik – als Song zubereitet. Auf einmal klingt das Thema dieses Klavierkonzertes von Richard Addinsell wie ein cooler Lounge-Hit – nur edler … und einfach noch cooler.

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