Traum #2

betr.: 65. Jahrestag der Ursendung von „Träume“ von Günter Eich*

Die Körpermaße von „Träume“ sind erstaunlich für ein Hörspiel. Ursprünglich geschrieben, um den „Hörspielpreis der Kriegsbilden“ zu erringen – was nicht gelang und den Verantwortlichen für den Rest ihres Lebens peinlich war – wurde es vom Autor zum NWDR geschickt. Dort erlebte es eine fulminante Uraufführung (1951, anderthalb Jahre vor Einführung des Fernsehens in der Bundesrepublik). Fulminant heißt, dass es schon während der Sendung wütende telefonische Reaktionen gab – zu verstörend waren diese fünf gruseligen Geschichten, in denen u.a. der wenige Jahre zurückliegende Holocaust thematisiert wurde. Dennoch war klar, dass man es hier mit einem großen Werk zu tun hatte. Eich wurde zur Spitzenkraft des Mediums, und es gab in späteren Jahren sechs „Träume“-Remakes anderer deutschsprachiger Funkhäuser. (Gut – andere Eich-Hörspiele brachten es auf das Doppelte.) Das zweite Kapitel wurde schon in der ersten Neufassung durch eine andere Geschichte ersetzt – das war dann doch zuviel. Sie haben nun die Möglichkeit, sich der damaligen Empörung anzuschließen. Hier ist ein Remake dieses Segments, das 2008 mit den Teilnehmern eines Hörspiel-Workshops realisiert wurde.

Der zweite Traum aus „Träume“ von Günter Eich, Regie: Monty Arnold
mit den Sprechern Markus Hanse (Vater), Birgit Busse (Mutter), Tahere Nikkhoyemehrdad (Kind), Steffi Derner (Dame), Maurice Schneider (Ansager) und als Gast Konrad Halver (Herr)

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* siehe dazu auch den Blog vom 1. Februar 2016

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