Cartoonphysik

betr.: 62. Geburtstag des Cartoons „Bewitched Bunny“

In dem 7minütigen Warner-Brothers-Trickfilm „Bewitched Bunny“ lernen wir die Hexe Hazel kennen. Sie ist kein Vamp wie Gundel Gaukeley und auch kein verknöchertes Kräuterweibchen wie die Hexe Hicksi. Hazel ist eine aus dem Leim gegangene Matrone, die gleichwohl sehr flott auf den Beinen ist. Wann immer sie einen besonders grässlichen Plan gegen Bugs Bunny geschmiedet hat, verschwindet sie nach einem kleinen Anlauf aus dem Stand sausend von der Bildfläche, und nur ihre in der Luft kreisenden Haarnadeln bleiben zurück.
Dieser Effekt ist einer jener Cartoon-Momente, die augenblicklich einleuchten, aber den kleinen erwachsenen Spielverderber, der in uns allen wohnt, zu dem Hinweis veranlassen, sehr realistisch sei das nicht.
Das habe ich als jugendlicher Bungs-Bunny-Kucker auch gedacht, und ich habe mich geirrt.

Mit Anfang zwanzig ließ ich mich mit einem Friseur ein, der in seiner krächzenden Fröhlichkeit der Kollegin Hazel nicht unähnlich war. Immer, wenn er nach einem kurzen Anlauf aus dem Stand die Wohnung verließ, fielen vier bis fünf Haarklammern zu Boden, die ich sorgfältig aufsammelte. Was als ordnungsliebender Reflex begann, wuchs sich bald zur Forscherlaune aus. Ich wollte wissen, ob der Friseur die Klammern nicht irgendwann vermissen würde – Hazel hatte ja auch nie einen Mangel daran.
Er vermisste sie nie. Vermutlich wuchsen sie in seiner Tasche nach. (Genauer habe ich das bis zum Ende unseres Kontaktes nicht herausgefunden.)
Einige dieser Klammern habe ich übrigens aufbewahrt. Sie leisten mir am Notenpult bis heute gute Dienste.

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