Der Song des Tages: „Talk To The Animals“

betr.: 69. Todestag von Hugh Lofting*

Der Song „Talk To The Animals“ aus dem Musical „Dr. Dolittle“ dürfte der letzte gewesen sein, den ein Gaststar in der „Muppet Show“ gesungen hat – es war Roger Moore. „Dr. Dolittle“ nach den Kinderbüchern von Hugh Lofting war ursprünglich ein Filmmusical, in dem Rex Harrison abermals einen verschrobenen Akademiker spielen konnte. War er in seiner berühmten Rolle als Henry Higgings in „My Fair Lady“ lediglich ein Frauenfeind gewesen, geriert er sich hier noch übler. Bevor er den berühmten Song (er bekam 1968 den Oscar) vorträgt, erklärt er uns, dass er Tierarzt geworden sei, weil er Menschen im Allgemeinen nicht besonders mag (siehe unten). Dann erklärt er uns, wie er es schaffte, die Sprache der Tiere zu erlernen: sein Schlüssel zum Weltruhm.
Harrisons Dialogpartner und Mitautor des Liedes war Anthony Newley (mit Leslie Bricusse), der es sich nicht nehmen ließ, ein Solo-Album zum Film vorzulegen; und so ist seine Version von „Talk To The Animals“ die bis heute meist gespielte.

       Dr. Dolittle: Weißt du, Matthew, ich habe heute eine große Entdeckung gemacht: Ich bin ein ganz miserabler Arzt. Ich bin wahrscheinlich der miserabelste Arzt der Welt. Ich habe absolut kein Interesse an der Gesundheit und am Wohlbefinden meiner Patienten. Ich kann einfach keine Verbindung zu ihnen herstellen. Ich will mit ihnen auch gar keine Verbindung herstellen können. So bin ich zu dem Schluss gekommen, ich habe – dich vielleicht ausgenommen – gar kein Verhältnis zur menschlichen Rasse. Ich meine, man hat doch von Tieren auch viel mehr als von Menschen, oder??
Neulich sagte Polynesia zu mir, ich solle doch Tierdoktor werden. Als Papagei hat sie natürlich gut reden – das ist ja der Witz an der Sache.
Tierdoktor, frage ich? Wie kommst Du denn darauf?
„Aber John! Sie wissen doch mehr über Tiere, als jeder andere Mensch, den ich kenne! Und das Praktische ist: ich könnte alle kranken Viecher aus der ganzen Gegend zu Ihnen schicken. In ganz England gibt es keinen einzigen guten Tierdoktor. Farmer Greens Kuh hat mir neulich erst gesagt, dass sie sich weigere, auch nur noch ein einziges Kalb zu bekommen ehe sie nicht einen anständigen Arzt habe!“
Da war ich wirklich platt, und sie erzählte mir, daß alle Tiere miteinander sprechen können. Wußtest Du das? Sie als Papagei könne über 2000 Sprachen – inklusive die der Dinosaurier und der Einhörner – alte Angeberin.
„Kann ich das nicht auch lernen?“, habe ich sie gefragt. „Nun“, meinte sie: „Das ist zwar ganz schön schwierig, aber mit etwas reduzierter Redlichkeit – das schaffen wir schon!“
Wenn mir das gelingen würde dann wäre ich vielleicht der größte Tierdoktor auf der Welt. Mathew stell dir das bloß mal vor!

Song:
Das wird ein Tag an dem der erste Mensch mit den Tieren spricht,
der Schimpansisch wie Schimpansen kann.
Ein kleiner Tratsch mit einem Tiger
Über seine Schwieger-
Mutter zum Kaffee so dann und wann.

Das wird ein Tag, an dem der erste Mensch mit den Tieren spricht,
manchmal hoffe ich, es wär schon so.
Ich könnte etwas Pinguinisch,
Fließend Hermelienisch,
Alligator, Leopard und Floh.
Ich könnt’ perfekt die Mäusesprache piepen,
die Dialekte vieler Kängurus.
Wenn man mich fragte: “Sprichst du auch Rhinozisch!“
Sag ich, na logisch! – Und Du?
Ich könnt‘ mit meinem Kater diskutieren,
große Reden führen über Frauen so von Mann zu Tier.
Ein Mensch der gurr’n wie die Tiere kann,
schnurr’n wie die Tiere kann,
gackern, quaken, knurr’n wie die Tieren kann,
und sie tu es auch mir.

Wer mit den Tieren als erster spricht,
ist ein Wundertier,
und mein Wort: bevor ein Jahr vergeht,
da spiel ich Schach mit den Kamelen,
lehr das Faultier zählen
und bin mehr als nur ein Doktor med.
Von jedem Tier will ich die Sprache lernen.
Ich will versteh’n wovon ihr Tiere sprecht.
Fragt jemand: “Kann er reden mit dem Pelikan?“
Sagt ihr: “Oh ja, er kann!“
Und ihr habt recht!
Ja irgendwann krieg ich dann, wer weiß
Den Könignobelpreis
und den Adlerorden noch dafür.
Als der, der gurr’n wie die Tiere kann,
schnurr’n wie die Tiere kann,
gackern, quaken, knurr’n, wie die Tiere kann –
und was tun sie?
Sie gurr’n und murr’n und schnurr’n mit mir!

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* siehe dazu auch den Blog vom 27. Oktober 2014

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