Der Song des Tages: „I’m Still Here“

betr.:  Zum Tode von Debbie Reynolds und Carrie Fisher

Nachdem wir im zu Ende gehenden Jahr von einer beunruhigenden Menge populärer Musikerpersönlichkeiten Abschied nehmen mussten, hat sich das Schicksal noch etwas Besonderes einfallen lassen. Mit Debbie Reynolds geht ein Star des alten Filmmusicals von uns. Sie war später die Verkörperung der rustikalen Goldgräber-Molly, der berühmten Titanic-Überlebenden im Bühnenmusical „The Unsikable Molly Brown“.
Einen Tag vor Debbie Reynolds war ihre Tochter Carrie Fisher gestorben, uns allen als Prinzessin Leia aus „Star Wars“ in Erinnerung.

Mutter „Leia“ und Tochter „Molly“ sind dem Publikum schon einmal als Team begegnet. Carrie Fisher gehört zu jenen Star-Töchtern, die uns ein Erinnerungsbuch geschenkt haben. Im Gegensatz zu vergleichbaren Werken über Joan Crawford und Marlene Dietrich* wird hier keine wüste Schmähkritik vorgelegt, doch das Verhältnis der beiden war durchaus bewegt. Fishers Autobiographie „Postcards From The Edge“ wurde 1990 erfolgreich verfilmt. Der Titel (sinngemäß „Postkarten vom Abgrund“) fiel in der deutschen Fassung etwas harmloser aus: „Grüße aus Hollywood“.

Die Mutter (Shirley MacLaine als unverwüstliches Zirkuspferd) stiehlt ihrer Tochter (Meryl Streep) bei einer Party („Schätzchen, das ist dein Abend!“) die Schau, indem sie ein Lied von Stephen Sondheim vorträgt, das seither gern von alten Diven und Transvestiten interpretiert wird: „I’m Still Here“. Der Song entstammt dem Musical „Follies“, in dem sich Sondheim einmal mehr mit der Problematik des Älterwerdens auseinandersetzt. Es ist ein Durchhalteschlager, nicht ganz unprätentiös.
Aber es swingt und funktioniert.
Der Titel „I’m Still Here“ hat sich – wenn auch nur für kurze Zeit – in schrecklicher Weise für Debbie Reynolds bewahrheitet.

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