Petry, Lindner & Co.

Was tut ein Mensch, der dringend einer jubelnden Menschenmenge bedarf, um die innere Leere auszufüllen und das Zusammensein mit sich selbst zu ertragen? Er oder sie könnte ein Kunststück erlernen – etwas Akrobatisches oder sonstwie Darstellerisches – oder ein Musikinstrument. Wem dafür Neigung und Ausdauer fehlen oder wer auf das falsche Instrument gesetzt hat – Kirchenorgel zum Beispiel – der kann immer noch in einen Bereich streben, der sich einer qualitativen Beurteilung entzieht – Comedy etwa. Was aber tun, wenn es selbst dafür nicht reicht?
Dann bleibt nur der Weg in die Politik (bzw. in die traurige Berühmtheit)! Hierzu muss man nicht einmal über ein angenehmes Äußeres verfügen. (Und wenn doch – umso besser!)
Wie sich immer wieder zeigt, braucht man nicht einmal eine politische Gesinnung zu haben, um ein politisches Publikum zu finden, solange man gerne stänkert.
Es genügt nämlich vollauf, einfach „dagegen“ zu sein. Noch praktischer ist es, lediglich so zu tun, als sei man gegen etwas – das erhöht die Flexibilität in der politischen Debatte, falls sich mal ein Wut-Thema abnutzt oder erledigt.  Das einzige, worüber an unbedingt verfügen muss, ist – wie gesagt – der unbedingte Wille, öffentlich aufzutreten und dafür beklatscht zu werden. (Man könnte auch sagen: Eitelkeit, aber damit täte man jenen eitlen Menschen unrecht, die nebenbei noch etwas Inhaltliches umtreibt.)

Sitzen solche Figuren erst einmal im Parlament, wird man sie schlecht wieder los, weil sie es immer etwas einfacher haben als ihre an der Sache orientierten Kontrahenten. Dann hat man Leute am Hals, denen im Falle einer sich anbahnenden vernünftigen Lösung – und solche gibt es häufiger als man denkt – nur noch die lautstarke Reklame für den gegenteiligen Unsinn bleibt.
Oder gleich der Angriff, die Jagd auf alles Bestehende.
Geschichtsblinde Brunnenvergifter sind grauenhaft, aber Gesinnungslose sind nicht besser. Sie wenden die gleichen Methoden an und erzielen letztlich die gleichen Ergebnisse.

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