Wie sehe ich aus?

betr.: 8. Todestag von Jean Simmons

Wie kläglich es missraten kann, wenn in einer A-Produktion aus Hollywood ein Mensch älter geschminkt wird, lässt sich regelmäßig beobachten.* Schon seit Jahrzehnten gibt es vereinzelt positive Beispiele und eine Unmenge Normalfälle.
In „Die Dornenvögel“ – einem umjubelten TV-Vierteiler aus uralten Tagen, den das Fernsehen zuletzt ein paarmal wiederholt hat – lässt sich beides nebeneinander beobachten. Die beiden Schauspielerinnen Jean Simmons (damals 55) und Rachel Ward (damals 27) müssen beide mehrfach altern, da sich die Handlung insgesamt über etwa 45 Jahre erstreckt.
Jean Simmons war begeistert, was die Maskenbildner alles mit ihr veranstalteten. Sie bekam einen kleinen Buckel verpasst, einen (etwas zu großen) Dutt und ein famoses Make-Up, so dass sie im Spiegel ihre eigene Mutter erblickt haben wollte.
Rachel Ward hingegen beeinträchtigt die Wirkung der hochdramatischen Szene zum Schluss dadurch, dass sie genauso aussieht wie bei ihrem ersten Auftritt – abgesehen von einem etwas grauen Teint (der mir so bei echten älteren Herrschaften noch nie aufgefallen ist) und zwei Klecksern Gummimilch am Hals.
Dafür gibt es nur eine vernünftige Erklärung: während Jean Simmons ihre Erscheinung den Anforderungen der Geschichte unterordnete, hat Rachel Ward beim Schminken dauernd gezetert: „Nicht so viel!“

Die Serie gewann mehrere Emmys darunter einen in der Kategorie Bestes Make-Up.
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* Siehe dazu https://blog.montyarnold.de/2017/11/11/und-jetzt-alle/

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