Nennen wir ihn Viktor

betr.: schlechter Synchron

Unter den bekannten Gesichtern meiner Nachbarschaft, die man praktisch jeden Tag auf der Straße oder in der Kneipe sieht, ohne je mit ihnen Bekanntschaft zu machen, befindet sich ein junger Mann, der mich rein optisch an Sebastian Kurz erinnert, den österreichischen Kanzler. Er ist noch um einiges jünger, aber ebenso schneidig und selbst in alltäglicher Klamotte wie aus dem Ei gepellt. In naiveren Zeiten als den heutigen hätte man ihn für unverdorben gehalten.
Vor einigen Tagen saß ich zum ersten Mal dicht genug dran, um auch seine Stimme zu hören. Sie war tief und hohltönend, ein wenig heiser, in den Höhen verzerrt und so durchdringend, dass sie mir auch zuvor schon hätte auffallen müssen. Der junge Mann gab ausschließlich Zoten von sich, ereiferte sich über Abwesende und ihre Geschlechtsorgane und lachte röhrend über das alles. Kurzum: Bild und Ton passen weniger zusammen, als im am schlechtesten eingedeutschten Film, den ich je gesehen habe – und ich habe in dieser Beziehung verdammt viel durchgemacht. Immerhin: alles perfekt lippensynchron! Nächstes Mal mache ich ihm vielleicht ein Kompliment …

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