Der sparsame Eisbrecher

betr.: 68. Geburtstag von Brad Fiedel

Der Filmkomponist Brad Fiedel ist weitgehend von Bildfläche und Tonspur verschwunden, seit er vor zwanzig Jahren zuletzt als Komponist eines TV-Films geführt wurde. Danach war sein Name immerhin noch im Zusammenhang mit seiner populärsten Arbeit zu lesen: den „Terminator“-Fortsetzungen, -Neuveröffentlichungen und –Remakes, -Sequels und –Prequels. „Terminator 2 – Judgement Day“ profitierte bereits vom Überraschungserfolg seines Vorgängers. In „Terminator“, einem winzigen Low-Budget-Film, hatte sich Fiedel bei seinem Soundtrack mit Synthesizern und einer elektronisch verstärkten Violine beholfen. Im zweiten Teil blieb er bei der bei der Billig-Lösung und, arbeitete außerdem mit gesampelten Geräuschen. Er etablierte für Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger einen wahrhaftigen Signature-Sound, ein Klangbild, das wir heute ganz allgemein mit futuristischen Action-Filmen und Games verbinden. 1991 gab es dagegen noch gewisse Vorbehalte, da in Hollywood die Ära der sinfonischen Filmmusik in den letzten Zügen lag. Doch die Zeit der großen Filmthemen, die ein Sinfonieorchester tatsächlich rechtfertigen, war ohnehin längst abgelaufen.
Bis heute wird in der amerikanischen Filmmusik die Arbeit mit großem Orchester als Ehrensache und Qualitätskriterium hochgehalten, doch die Ergebnisse sind von elektronisch erzeugten Produkten längst nicht mehr zu unterscheiden, u.a. weil diese Musik am PC komponiert und ihre Orchestration für eine Nebensache gehalten wird.
Insofern hatte Brad Fiedel den ehrlicheren Ansatz und war (wie es dann immer so schön heißt) seiner Zeit voraus. Und auch ihm hat es (wie es dann immer so geht) persönlich wenig eingetragen.

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