Die Ballade von der Klabauter-Uschi

betr.: Sanierung der «Gorch Fock» wieder aufgenommen

Ein grauer Morgen am Adriastrand,
da wächst aus dem Nebel ein Schiffsgigant.
Steht dort an der Reling – uns wird heiß und kalt –
nicht eine Dame von schmaler Gestalt?

Die Lady wirkt wacker und siebengescheit,
doch nicht mal bedingt scheint sie abwehrbereit.
Sie rührt keine Miene, wenn froh man ihr winkt.
Vom Schiff fällt ein Schräubchen, macht „platsch“ und versinkt.

Sie war eine Hoffnung, die Merkel in spe.
Nun pflügt sie nur schweigsam die wogende See.
Der Blick wie ihr Haar, hammerhart aus Beton,
aus luftdichter Lippe entwicht ihr kein Ton.

Doch wir hätten fürchterlich gern was gesagt,
solch ein Phänomen sieht man nicht jeden Tag.
Hein ruft: „Mast- und Schotbruch“, ich sag: „Bleib‘ gesund!“
Man merkt schon, wir zwei waren niemals beim Bund.

Wir greifen zum Fernrohr, es ist nah genug:
schon kann man den Namen entziffern am Bug.
Umrandet von Rost und von Flecken aus Stock
steht da halb verwittert  zu lesen: „Gorch Fock“.

Da fordert das Meer die Verwünschte zurück,
und langsam entzieht sich der Kahn unserem Blick.
War‘s eine Chimäre, ein narrender Trug?
Es bleibt eine Ölspur – wir wissen genug.

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