Genies ohne Kleingeld

betr.: 81. Geburtstag von Jack Nicholson

Jack Nicholson hat – was kaum verwunderlich ist – Orson Welles als einen seiner Filmgötter bezeichnet. In „A Safe Place“ spielten die beiden 1971 zusammen, hatten aber keine gemeinsame Szene. Zu dieser Zeit war Jack Nicholson schon auf dem Weg nach ganz oben (wo er sich praktisch bis zuletzt gehalten hat) und Welles längst eine Legende mit permanenten Geldschwierigkeiten.
Wenige Jahre später wurde Nicholson bekniet, in einem von Welles zu realisierenden Film mitzuwirken, was er letztlich ablehnte. Als Gründe werden die Homosexualität der Titelrolle (was seinerzeit noch ganz ungeheuren Wagemut erfordert hätte) und das liebe Geld angenommen: der Schauspieler war inzwischen einfach zu teuer.
Welles war nicht der einzige, der sich Jack Nicholson nur für sehr kurze Zeit leisten konnte: ganz zu dessen Beginn.
Nicholsons wichtigster Förderer war der legendäre B-Picture-Produzent Roger Corman. Seine noch andauernde Karriere hat zu einem immensen Fankult, doch nicht zu angemessenem Ruhm und Reichtum geführt.
„Es gibt keinen unter uns, den er nicht irgendwie unterstützt hat“, erzählte der Ruheständler Nicholson einem Corman-Dokumentaristen. „Roger war meine Hauptverbindung, meine Nabelschnur zu dem, wohin ich mich als Mensch entwickelt habe. Ich hoffe, er weiß, das ist nicht nur heiße Luft! Ich muss gleich heulen …“ – und das muss er dann tatsächlich vor laufender Kamera.

 

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