Die Großen Acht (6): Alfred Hitchcock und Jeff Alexander – Music To Be Murdered By

Großen 8_Vinyl Classics

Die acht perfekten Tonträger meines Lebens

Music To Be Murdered By F

Nie werde ich den Tag vergessen, als ich die Post aus den USA öffnete und ein etwas mitgenommenes Exemplar von “Music To Be Murdered By” in Händen hielt. Der Star des Albums Alfred Hitchcock war bereits ein Idol für mich, aber seine TV-Serie, auf die die Platte bezug nimmt,  hatte ich noch nie gesehen.
Dies war offensichtlich nur eine kleine kommerzielle Fingerübung eines Universal-Entertainers, der ungern ein Medium ausließ.

Erstmals hörte ich die Stimme des Meisters und amüsierte mich über seine schnurrigen Ansagen („Geschichten“ wäre zuviel gesagt) über der Musik von Jeff Alexander. Dieser hatte einige Standards und ein paar schräge Titel ohne direkten Hitchcock-Bezug in feine Orchesterarrangements gebracht, die alle klangen, als wehten sie aus dem Reich der Schatten herüber. Die Klassiker „Body And Soul“ und „I’ll Walk Alone“ habe ich nie besser gehört.

In Hitchcocks Moderation wird die Herstellung dieser LP als „unausbleibliche“ Folge seiner TV-Serie bezeichnet, die einige Zuschauer zum Morden animiert habe, ohne die entsprechende Atmosphäre vollumfänglich herstellen zu können. Mittels „mood music in a jugular vein“ würde dieses Album das nun nachholen: „Lehnen Sie sich zurück und fühlen Sie sich wohl, bis der Gerichtsmediziner eintrifft.“
Ich hielt das für einen typischen Hitchcock-Witz und dachte mir nichts dabei, bis ich aus einem Artikel das Autors Henry Slesar erfuhr, dass es dem Meister damit durchaus ernst war: allein im Falle von Slesars Büchern für die Serie wurde dreimal polizeilich ermittelt, weil sich tatsächliche Mörder darauf berufen hatten, von der Sendereihe „Alfred Hitchcock Presents“ zu ihrem Verbrechen angestiftet bzw. angeleitet worden zu sein. (Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.)
Dann – da war doch was … – erinnerte ich mich, dass ja in den USA auf Mikrowellengeräten stets der Hinweis zu stehen hat, man dürfe bei Betrieb keine Hamster darin einschließen, weil auch es auch hierzu einen Präzedenzfall gegeben haben muss. Und an die Klage von Charles Baudelaire, dass diese Welt mit Dummheit gepflastert sei …
Der neuerliche Genuss dieser Scheibe ließ mich all das sogleich wieder vergessen.

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