Der Song des Tages: „Laura“

betr.: 107. Geburtstag des Filmkomponisten David Raksin

„Laura“ ist einer jener Songs des Great American Songbook, die ihren Ursprung im Tonfilm haben. Entsprechend oft ist er von Sängerinnen und Sängern interpretiert wurden, und es gab Zeiten, da war er überdies auf jedem Filmmusik-Sampler zu finden.
Umso herzlicher empfehle ich Ihrer Aufmerksamkeit eine Version, die sowohl unter all diesen Plattenaufnahmen etwas Besonderes ist, als auch im Werk des Interpreten Spike Jones.
Jones, der deftigste Humorist unter den großen Bandleadern und Orchesterleitern, führt sein Publikum gern mit einem seriösen bzw. besonders lieblichen Intro in die Irre, ehe er den arglosen Zuhörer mit seinem brachialen Witz überfällt. Nie geschah das so ausführlich und fantasievoll wie bei „Laura“. In der glutvoll-schmissigen ersten Strophe erweist er sich als Arrangeur, der uns im seriösen Nachtclub-Genre sicher sehr viel Freude gemacht hätte. „Laura“ ist der Höhepunkt von Jones‘ Non-Novelty-Arbeit. Umso verheerender bricht sein charakteristischer Sound im zweiten Durchlauf über uns herein. Die so „vertrauten Augen“ des Liedtextes sind schreckensgeweitet, die „Schritte unten in der Halle“ beschreiben eine Flucht.
Zu schade, dass mir kein Kommentar von Otto Preminger zu dieser Aufnahme bekannt ist, dem streitbaren austro-amerikanischen Regisseur, von dessen Erstlingswerk der Song ausgeht.

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