Ein ungewöhnlicher Held der Arbeit

betr.: 37. Geburtstag des Animationsfilms „John Henry and the Inky-Poo“

Ein Märchen der afro-amerikanischen Folklore gibt die Handlung vor: In einer Gewitternacht wird John Henry geboren – bereits erwachsen, riesengroß und muskelbepackt: „I’m John Henry!“ – „I is your Mom!“. Kaum hat er zum ersten Mal eine Eisenbahn gesehen, weiß er, dass er beim Schienenbau tätig sein will. Als die Arbeiter mit der Maschine Inky-Poo eine leistungsfähigere und zuverlässigere Konkurrenz erhalten, schlägt John Henry einen Wettkampf Mann gegen Maschine vor. Er besiegt den Stahlkoloss, doch hinter der Ziellinie bricht er tot zusammen.

John Henry
„Tu’s nicht, Henry!“ – doch die Warnung wird in den Wind geschlagen … (Image Entertainment)

Heute wäre – wenn man ihn noch irgendwo zu sehen bekäme – „John Henry and the Inky-Poo“ ein Kuriosum: ein Knet-Animationsfilm mit komplett schwarzer Besetzung und zünftigem Gospel-Soundtrack. Das noch sehr junge Monatsmagazin „Ebony“ freute sich über diesen ersten (wenn auch kurzen) Film mit einem durchweg positiven schwarzen Helden, und der Cartoon wurde sogar für den Oscar nominiert. Er musste sich allerdings einem Beitrag der „Tom und Jerry“-Reihe geschlagen geben.

Der Regisseur war ein Puppentrickfilmer aus Budapest, der mit einer Kombination aus Knetfiguren und Skulpturen arbeitete. Sein Name war George Pal, und Ende der 50er Jahre sollte den bis heute und für alle Ewigkeit schönsten Science-Fiction-Film überhaupt inszenieren: „Die Zeitmaschine“.

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