Je kürzer desto besser!

betr.: 80. Geburtstag von John Cleese

In seiner Biographie schreibt John Cleese immer wieder und sehr ausgiebig über das Handwerk des Komikers an sich.
Warum es auch in der Comedy (wie überall sonst) so wichtig ist, es häufig zu machen, bemerkte er, als er zum ersten Mal Abend für Abend mit dem selben Stück auf der Bühne stand. Da kann man experimentieren und herausfinden, was funktioniert und wo noch Reparaturen nötig sind.  Irgendwann ist das Problem behoben, und man ist wieder etwas schlauer. Diese Arbeitsweise ist den meisten Laien nicht möglich.
Wer komisch sein will, sollte halbwegs ausgeglichen sein, denn „jede Art von Anspannung schickt den Ball in die falsche Richtung“.
Besonders schwer ist es, hinter das richtige Timing zu kommen – hier helfen keine Rezepte, man muss es sich erspüren und erarbeiten. Immerhin war „Timing“ das einzige, wofür sich John Cleese ein wirkliches Talent attestiert.
„Nach einem Gag bleibt dir nur der Bruchteil einer Sekunde, um zu entscheiden, ob du weitermachen oder auf den Lacher warten solltest. Macht man zu früh weiter, würgt man den Lacher ab – und muss die Zeile wiederholen, was ziemlich unelegant ist und dich aus dem Tritt bringt; wenn man wartet, und es kommt kein Lacher, kriegt das Publikum mit, dass gerade eine Fehlzündung stattgefunden hat.“
Apropos Timing: eine durchschnittliche Show wird nicht nur etwas besser, wenn man sie um die Hälfte kürzt, sondern viel besser. (Das lässt sich auch über das dramatische Fach sagen!) „Von Mal zu Mal stellte ich fest, dass es sehr viel mehr bewirkt als erwartet, wenn man eine Rede, einen Satz oder auch nur ein paar Wörter streicht.“
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* Mehr dazu unter https://blog.montyarnold.de/2018/12/27/12158/

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