Die Marvels wie sie wirklich waren: Dr. Strange / Doktor Strange – Der Magier (1)

Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin „Das sagte Nuff“ (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben. 

Dr. Strange – Die Welt des Dr. Seltsam
von  Daniel Wamsler
http://dassagtenuff.blogspot.com/

Introseite Dr. Strange Nr. 1
Introseite aus „Dr. Strange“ Nr. 1 des Williams Verlags (Oktober 1975).

Der hochnäsige, geldgeile Chirurg Dr. Stephen Strange kümmert sich nicht um die Schicksale anderer. Seine vielgelobten Fähigkeiten im Operationssaal gibt es nur gegen Bezahlung im Voraus, ein wahrer Egomane. Doch schon bald soll auch er seinen Dämpfer abbekommen. Bei zu schneller Fahrt auf nasser Straße verliert er die Kontrolle über seinen Wagen. Er überlebt zwar den Unfall, doch die Nerven in seinen Händen sind zerstört. Er wird nie wieder operieren können. Die Möglichkeit, als Assistenzarzt zu arbeiten ist ihm zuwider, und er verliert sich in Selbstmitleid. Als Penner zieht er durch die dunklen Straßen nahe des Hafens („… ein vertrauter Anblick in nebligen Dock-Anlagen“). Dort schnappt er eine Legende auf und fasst neue Hoffnung. Der „Uralte“ soll imstande sein, schwerste Krankheiten zu heilen. Strange rafft sich auf und fliegt bzw. marschiert zu den Gipfeln. Der Uralte nimmt ihn als Schüler auf und konfrontiert ihn mit seinen ersten schurkischen Gegnern. Jahre später kehrt Strange geläutert in seine Heimat zurück und eröffnet in Greenwich Village eine Praxis für Patienten mit okkulten Problemen.

Ehe die deutsche Leserschaft diese Details um die Herkunft von Dr. Strange erfuhr, hatte der „Meister der mystischen Mächte“ wie er vom Williams-Verlag betitelt wurde, bereits zwei Gastauftritte absolviert: zum einen beim „freundlichen Nachbarn“ Spider-Man (Hit Comics Nr. 246) und zum anderen bei den „Fantastischen Vier“ (FV Nr. 24). Beide Male war er unter dem seltsamen Namen „Dr. Seltsam“ aufgetreten, doch keinesfalls konsequent. So ruft der Wandkletterer in der ersten deutschen Fassung von ASM # 109 (S. 6): „Das (…) ist das Haus von DOCTOR STRANGE!“. Man hatte beim bsv (bzw. Williams, wie der Verlag ab dieser Hit Comics-Ausgabe hieß) offensichtlich vergessen, die Originallettern aus der Sprechblase zu entfernen.Denn auf der nachfolgenden Seite lautete der Name analog zum Storytitel: „Dr. Seltsam tritt auf!“, eine wörtliche Übersetzung des Originals „Enter: Dr. Strange!“. Die spätere Fassung innerhalb der Spinne-Serie bei Williams, verfälschte dies, und der Titel von „Die Spinne“ Nr. 110 lautete: „Erstmals: Dr. Strange!“ – was aber keinen Sinn macht, da die Leser den Doktor längst aus den zwölf erschienenen Heften seiner eigenen Williams-Reihe kannten. Auch in FV Nr. 24 (Fantastic Four # 27) war der Name nicht ganz klar. Auf dem Cover war zu lesen: „Heute als Gaststar: Dr. Strange“. Doch für den Innenteil taufte ihn Übersetzer Hartmut Huff wieder in Dr. Seltsam um.

FV Nr. 24 WilliamsFV Nr. 24 vom Dezember 1974 präsentierte außen „Dr. Strange“ und innen “Dr. Seltsam”.

Zwar wird Dr. Strange bei keinem der beiden Auftritte großartig vorgestellt, doch seine außergewöhnlichen Kräfte kommen voll zum Einsatz. Sei es nun die Astralprojektion oder die übermächtige Energie, die aus dem Körper des Magiers schießt, um Feinde aufzuhalten oder ganz Atlantis davonfliegen zu lassen.

Forts. folgt

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