Wer schreibt, der nervt

betr.: 94. Geburtstag von Richard Burton

Die Tagebücher des „struppigen Walisers“ Richard Burton erschienen vor sechs Jahren auf deutsch – leider ohne die sporadischen frühen Einträge von 1939/40 und 1960, die in der englischen Ausgabe enthalten sind.
Wir erleben die Jahre nach „Cleopatra“, jenem legendären Flop, der Richard Burton und Liz Taylor zum Paar machte. In seiner peniblen Schilderung von konsumierten Speisen und (alkoholischen) Getränken erweist sich Burton als Prophet der Vor-Facebook-Ära (… immerhin werden die Sachen nicht abgebildet).
Was er ebenfalls emsig konsumiert, sind Bücher.
Und so hat er uns nicht nur zu seiner jeweiligen Lektüre, sondern auch zum Schreiben an sich etwas zu sagen. Einigen seiner Schauspielerkollegen attestiert er ungenutztes literarisches Talent: Robert Mitchum, Marlon Brando, Montgomery Clift und – möglicherweise – Peter O‘Toole.
Erhellend fand ich, was Burton im Rahmen eines Aufräumens mit dem Klischee vom „Traumberuf“ Schauspieler über das Verhältnis zu seinen Drehbuchautoren schreibt. Er klagt, „wie demütigend und ermüdend es ist, die Schriften eines anderen auswendig lernen zu müssen, unter denen 9 von 10 nur durchschnittlich sind, wenn man 43 Jahre alt und ziemlich belesen ist“.
Ich hatte mich schon häufiger gewundert, warum Schauspieler, wenn sie nicht gerade Theaterklassiker zu spielen haben, in Interviews so gern abfällig über die Autoren ihrer Erfolge sprechen. Nun gut – sicher sind nicht alle von ihnen solche Leseratten wie Richard Burton …

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