Wer war Dr. McCoy?

betr.: 100. Geburtstag von DeForest Kelley

Dr. McCoy umrahmt von seinen Lebensmenschen bzw. -aliens
Zeichnung: Axel Ahrens

Er ist Chef Chirurg und Leiter der medizinischen Abteilung des Raumschiff Enterprise: Dr. Leonard McCoy, der im Original „Bones“ („Knochen“) und bei uns „Pille“ heißt. Er gehört zum zentralen Trio dieser Erfolgsserie und darf sich nicht nur mit Mr. Spock streiten – zu dem er, emotional wie er ist, den Gegenpart bildet – er darf auch Captain Kirk Widerworte geben, wenn dieser ausnahmsweise nicht auf seinen Rat hört.
„Pille“ ist nicht nur für die Gesundheit der Mannschaft verantwortlich, er erfüllt auch eine Forschungsmission. Deshalb gehört er so oft zum Landetrupp.
Neuen medizinischen Errungenschaften (künstliche Mittelchen, Computerprogramme …) begegnet er mit Misstrauen und hält sich lieber an altbewährte Heilmethoden. Er ist davon überzeugt, dass körperliche Leiden mitunter der menschlichen Reife dienlich sind.

Leonard McCoy – geschieden, eine Tochter – stammt aus Georgia und wollte eigentlich nie Arzt werden. Er interessierte sich nur für Weltraummedizin, um sich von seiner Scheidung abzulenken. Trotz dieser Vorbelastung gilt er bei den Damen an bord als Südstaaten-Gentleman der alten Schule.

In einem der gescheitesten Beiträge zur „Star Trek“-Reihe, dem 6. Kinofilm „The Undiscovered Country“*, scheitert McCoy – ehrenhaft – bei dem Versuch, Erste Hilfe bei einem verwundeten Klingonen zu leisten und wird in einem anschließenden Schauprozess verdächtigt, entweder absichtlich oder aus Altersgründen versagt zu haben. Bei dieser Szene wird vielen Fans der Satz eingefallen sein, den Dr. McCoy häufiger als jeden anderen zu sagen hatte: „Er ist tot, Jim!“ (Eine fragwürdige Kick-Line für jeden Arzt, wenn man nicht gerade Dr. McCoy ist …)

Zu diesem Zeitpunkt hatte Dr. McCoy seinen Nachruhm aber längst ins Trockene gebracht: wenige Jahre zuvor war er in der Pilotfolge von „Star Trek: The Next Generation“ aufgetreten, wofür sich der Darsteller DeForest Kelley deutlich älter schminken ließ. Somit gehört er nicht nur zur Urbesetzung sondern ist auch Teil auch jener „Star Trek“-Serie geworden, die sich als die bis heute erfolgreichste bewährt hat.
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* Siehe https://blog.montyarnold.de/2017/01/30/die-schoensten-filme-die-ich-kenne-13-das-unentdeckte-land/

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