Der Song des Tages: „Der Novak lässt mich nicht verkommen“

betr.: 116. Geburtstag von Hugo Wiener

Als ich neu in Hamburg war, mauserte sich „Toom Peerstall“ auf St. Pauli binnen weniger Stunden zu meinem Stammlokal. Im Sprachgebrauch hieß es „Katharina“, wie die inzwischen verstorbene Wirtin, die ich allerdings nur selten zu Gesicht bekam, da sie viel Zeit in Österreich verbrachte.
Diese noch heute winzige Kneipe hatte Ende der 80er Jahre nur die halbe Größe, und ich glaube, dass kein anderer Ort der Erde derartig vollgequalmt war.
Zu den vielen Dingen, die mich für die sofort brennenden Augen entschädigten, gehörte eine Jukebox mit einer ganz außergewöhnlichen Auswahl an Singles unterschiedlichster Stilrichtung. Ich habe mir Jahrelang immer wieder vorgenommen, einmal eine Abschrift davon zu machen. Aber wie das dann immer so geht: irgendwann war es zu spät, ohne dass ich damit angefangen hätte.
Dass ich heute fast alle Titel vergessen habe, kann ich nur dem Umstand zuschreiben, dass es wirklich bewegte Zeiten waren, damals …

Immerhin: „Fährt der alte Lord fort“ weiß ich noch, „My Baby Just Cares For Me“ in der Version von Nina Simone (klar…), „When I Fall In Love“ von Rick Astley … und dann werde ich auch schon unsicher.
Ein Lied habe ich im „Peerstall“ zum ersten Mal gehört, und es wurde so oft gewählt, dass ich es bald auswendig konnte. Wie ich inzwischen weiß, hat sich damit eine Bildungslücke geschlossen, denn „Der Novak lässt mich nicht verkommen“ ist ein Chansonklassiker.

Das Lied handelt von einer (der Stimme nach zu urteilen nicht mehr ganz taufrischen) Dame, die sich von jenem Novak aushalten lässt und bei der sich die absonderlichsten Sehnsüchte ansammeln. Inzwischen habe ich eine Abbildung der Original-Single aus den 50er Jahren gesehen, die den Novak als Flascheninhalt ausweist – sehr mysteriös. Ähnlich wie das Repertoire von Katharinas alter Musiktruhe …

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