Der Song des Tages: „Time Heals Everything“

betr.: 90. Todestag von Mabel Normand

Mabel Normand war etwas, was es logisch betrachtet eigentlich eigentlich gar nicht geben dürfte, was in der Tat sehr selten ist und in den Tagen des Stummfilms immerhin ein paar Mal vorkam: sie war sowohl eine bildhübsche Frau als auch eine erfolgreiche Komikerin. Ihr früher Tod an Tuberkulose im Jahre 1930 ersparte ihr, sich im Tonfilm bewähren zu müssen, was bekanntlich nur wenigen ihrer Kollegen gelungen ist.

Das Denkmal, das ihr der Broadway 1974 zu setzen versuchte, stand auf tönernen Füßen, wenn auch an seiner künstlerischen Qualität heute kein Zweifel mehr besteht.*
Bernadette Peters verkörperte Mabel Normand in dem Musical „Mack And Mabel“ und singt in dieser Rolle eine der stärksten und wundervollsten Balladen der Musical-Literatur (und das wirklich mein Ernst!).
Peters erzählte in ihrem Soloprogramm: „Als ich diese Show zusammenstellte, hatte jeder so seine Vorstellung, was ich darin unbedingt singen sollte. Nur bei diesem Song waren sich alle einig.“

Die besondere Wirkung von „Time Heals Everything“ lässt sich natürlich nicht in Worte fassen (jenen, die es im Internet aufspüren möchten, empfehle ich die Originalaufnahme des Cast Recordings), aber einen besonderen Twist will ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen. Jerry Herman schafft es, das Verstreichen der schmerzvollen Zeit in seinem kurzen Liedtext ganz linear und chronologisch bis in die Ewigkeit zu skizzieren. Und er braucht nur zehn Wörter dazu.
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* Siehe dazu https://blog.montyarnold.de/2017/06/05/broadways-like-that-60-ein-geliebter-reinfall/

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