Alfred Hitchcock zeigt – Das Remake

betr.: 40. Todestag von Alfred Hitchcock / das Remake von „Alfred Hitchcock Presents“

„Hitchcock  ist kurz vor seinem Tode mit 80 Jahren gestorben.“
Wim Thoelke in der Quizshow „Der Große Preis“

Im November 1988 gönnte der noch recht junge Fernsehsender RTL (damals RTLplus) dem Publikum ein zweischneidiges Vergnügen. Die Sendereihe „Alfred Hitchcock zeigt“ bot Neufassungen von Fernsehspielen, die der Master Of Suspense in den 50er und 60er Jahren produziert und im amerikanischen Pantoffelkino auch persönlich anmoderiert hatte – was ihn endgültig zu einem Liebling der Massen und zu einer Unperson der Oscar-Jury sowie des Feuilletons machte.
NBC bearbeitete 1985 einige der alten Drehbücher, fügte hie und da ein Happy-End hinzu und ließ sie neu verfilmen – darunter auch einige, die Hitchcock einst persönlich inszeniert hatte. Hitchcocks Rahmensequenzen wurden übernommen, neu zugeordnet, koloriert – und fürs deutsche Publikum sehr stimmig mit dem ostdeutschen Schauspieler Horst Lampe synchronisiert. Der RTL-Programmeinkäufer freute sich: „Wir etablieren uns nicht wie unsere private Konkurrenz als Serien-Wiederholungssender“, was hier ja nur teilweise stimmte. Die 15 zunächst ausgesuchten Folgen liefen so gut, dass die restlichen 65 nachgelegt wurden.  (Das entsprach den fünf US-Staffeln, eine der 80 Folgen war ein Zweiteiler.)
Einige TV-Kritiker regten an, man könne ja nun auch die Originalserie wiederholen (immerhin 26 Folgen waren in der Nachkriegszeit vereinzelt in der ARD gelaufen). Doch das geschah erst viel später.

Hitchcocks Zwischenspiel beim Fernsehen dauerte stolze zehn Jahre und brachte 362 fünfundzwanzig- und fünfzigminütige in sich abgeschlossene Thriller und Komödien hervor (häufig eine Kombination aus beidem), die im Schnitt eine mehr als ordentliche Qualität aufweisen, obwohl es für jede nur zwei Proben- und zwei Drehtage gab. Die Vorlagen kamen von den Großmeistern der Kurzgeschichte oder von Talenten, die sich darüber zu Großmeistern mauserten. Neben ein paar Stammschauspielern sehen wir darin ein paar Gesichter, die wir auch aus Hitchcocks Filmen kennen, sowie eine Vielzahl wirklich glanzvoller Filmstar-Auftritte. (Als ich den jungen Steve McQueen an der Seite des alten Peter Lorre entdeckte, glaubte ich kurz an eine Bildmontage …)
Hitchcock selbst erweist sich in seinen An- und Abmoderationen nicht nur als begnadeter Komiker (was kaum überrascht), sondern sogar als fähiger Schauspieler. Die Texte stammen von James Allardice (der nicht in den Credits genannt wird) und funktionieren noch heute erstaunlich gut – mit ihren Seitenhieben auf die Gesellschaft, das Fernsehen, die Ehe, die Werbung u.ä.
Alle Episoden sind auf zwei DVD-Boxen zu haben – leider nur als UK-Import, aber (soweit ich bisher sehen konnte) komplett bis auf einen der Prologe.
Verschollen ist gegenwärtig das eingangs erwähnte Remake der Serie.
Als PDF folgt hier der deutsche Episodenführer mit Inhaltsangaben und den wichtigsten Darstellern.

Alfred_Hitchcock_zeigt_(Remake)

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