Geschichte des Komiker-Handwerks (22)

Fortsetzung vom 24. Mai 2020

Eine besonders unbehagliche Konsequenz dieser Nähe zum Publikum beschreibt Fred Greenlee im selben Interview: „Das Härteste, was dir im Leben passieren kann, ist, in den Catskills ein Ei zu legen [= beim Publikum durchzufallen]. Es gibt dann keinen Ort, an den du fliehen kannst. Wenn du in einem Nachtclub oder einem Theater verreckt bist, kannst du nachhause rennen … aber wenn du in den Bergen eine Bruchlandung hinlegst [„when you bomb“], ist das wie KZ mit Sour Cream!“
Umgekehrt war für eine Karriere als Comedian (und nicht selten auch als Filmstar) gewappnet, wer in den Catskills seine Prüfung bestanden hatte: Sid Caesar, Mel Brooks, Jerry Lewis, Danny Kaye, Joey Adams, Buddy Hacket gehörten zur ersten Generation der „Absolventen“, ihnen folgte eine Reihe später als „New Wave Comedians“ gefeierter Kollegen wie Mort Sahl, Lenny Bruce und Woody Allen.

In den 50er Jahren begann der Borscht Belt seine Bedeutung als Talentschmiede zu verlieren. Je exklusiver die Nobelhotels, Nachtclubs und Kasinos der Urlaubsregion wurden, desto mehr Wert legten die Gäste – und mit ihnen auch die Veranstalter – auf große Namen, die sich bereits hier oder anderswo bewährt hatten.

Auszug aus dem Essay „Humor Omnia Vincit“

Dieser Beitrag wurde unter Buchauszug, Film, Kabarett und Comedy abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.