Donald als Filmmogul

betr.: 86. Geburtstag von Donald Duck

Mitte der 70er Jahre musste man warten, bis was Gescheites im Fernsehen kam, wenn man Lust auf bewegte Bilder hatte. So matt war die Scheibe (die längste Zeit des Tages), dass wir Kids uns sogar über das „Dux Kino“ gefreut haben. Dieser winzige batteriebetriebene Plastik-Projektor bezog seinem Namen von einer berühmten Entenfamilie. Schreibweise und Werbegrafik legten nahe, dass das urheberrechtlich nicht abgesprochen war, doch im 46 Titel umfassenden Filmprogramm fanden sich auch ein paar Disney-Cartoons. Wie lang sie waren? Wenn man schön langsam kurbelte, dann hatte man richtig was davon.

Ein donaldoides Werbemaskottchen mit dem begehrten Filmapparat. Eingelegt ist ein eigens vom Hersteller produziertes Filmchen in Schwarzweiß, das gratis mit der Maschine geliefert wurde.

In meinem Besitz befand sich außer der sehr reduzierten Nacherzählung der „Schatzinsel“ der Chaplin-Film „Charlies Autoreparatur“ und der Tom-und-Jerry Cartoon „Fit To Be Tied“. Das vierte Filmchen aber hat mich besonders begeistert: „Fix und Foxi: Die Ballonfahrt“. Da Zeichentrickfilme mit den von mir geliebten Kauka-Figuren offiziell gar nicht existierten, haftete dieser kleinen Filmspule etwas Mysteriöses an.
Inzwischen ist das Rätsel gelüftet: in jenen Tagen wollte Rolf Kauka mit seinem Ruf als „deutscher Walt Disney“ Ernst machen und produzierte ein abendfüllendes Märchen-Musical um Frau Holle, Goldmarie und Pechmarie für das Kino.
Das Dux-Filmchen war ein Ausschnitt aus dem dazugehörigen Vorfilm „Sinfonie in Müll“ – wie ich heute weiß, der hübschste, der sich daraus gewinnen ließ.

Der Aufstieg des improvisierten Luftschiffs aus der Mülldeponie: Eröffnungsszene der „Ballonfahrt“-Sequenz im Dux Kino.

Kaukas Traum erfüllte sich nicht, sein Film wurde ein Flop. Und meine persönliche Kopie von „Fix und Foxi“ riss nach kurzer Zeit. Mit handelsüblichem Tesafilm war die Sache nicht zu retten.

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