Abwesende Begeisterte

betr.: 51. Jahrestag der (noch nicht so genannten) ersten Folge von „Monty Python’s Flying Circus“ auf BBC One / TV-Humor unter Corona-Bedingungen.

Die ersten Live-Übertragungen mit streng gelichtetem Publikum haben sich auf den Bildschirm zurückgeschlichen, auch Galas werden wieder bei gleichzeitiger Anwesenheit gefeiert. Monatelang mussten traditionell beklatsche Formate in leeren Studios stattfinden. Den Talkshows tat und tut das sehr gut (ich hoffe, man bleibt einfach dabei!). Doch die Kabarett- und Comedyformate gerieten derart ins Schleudern, Stammeln und Muffeln, dass man hin und wieder das Gefühl hatte, die KollegInnen bei irgendetwas erwischt zu haben.

Trösten können sich alle diesseits und jenseits der Mattscheibe Versammelten mit einem Hinweis aus der Autobiographie von John Cleese. Selbst die heute als Klassiker geltenden Formate, die er im Fernsehen mitgestaltete, wurden vor rund dreihundert Zuschauern gespielt, denn „es gab das ungeschriebene Gesetz, dass weniger als zweihundert nicht angemessen lachen würden“.
Cleese weiß natürlich auch von Situationen zu berichten, in denen sich ein volles Haus ums Verrecken nicht amüsieren wollte, zum Beispiel der dritte Live-Auftritt der Pythons 1973 in Bristol. Es war so schrecklich, dass sich Cleese an eine alte Anekdote erinnerte.

Ein Schauspieler, der am Morgen seine Einkäufe erledigt, bleibt vor einem Fischhändler stehen. Er betrachtet die Fische, die in Reih und Glied mit offenen Mäulern und toten Augen präsentiert werden und ruft plötzlich aus: „O mein Gott, ich hab heute Matinee!“

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