Was ist ein Bullpen?

Wenn von den Künstlerinnen und Künstlern im „Haus der Ideen“ die Rede ist (allen voran von den Zeichnern), spricht man vom Marvel Bullpen. Dieser Ausdruck aus dem Themenkreis des Baseball, wo er den Aufwärm-Bereich am Rande des Spielfelds bezeichnet, bekam vor etwa hundert Jahren im Golden Age Of Comics eine zusätzliche Bedeutung. Als die ersten Presse-Syndikate Comics vertrieben, erschienen diese noch Tag für Tag und Strip für Strip in der Zeitung und nirgendwo sonst.
Ein Syndikat war bestrebt, möglichst viele gute Zeichner bzw. Zeichner/Autoren-Teams an sich zu binden, denn mit Comics ließ sich damals tatsächlich gutes Geld verdienen (und – Wunder über Wunder – die Künstler bekamen davon sogar etwas ab!).
Das mächtige King Features Syndicate schaffte es 1920, eine Gruppe von Spitzenkräften an den Hearst-Konzern zu binden. Diese Ateliergemeinschaft war nicht einfach ein Stall, es musste ein „Bullpen“ sein, ein Stierring.

Als Stan Lee vierzig Jahre später sein Marvel-Universum errichtete, prahlte er auf der Eröffnungsseite gern mit seinem „Marvel Bullpen“. Hatte King Features damals eine Riege von Serien und Schöpfern versammelt, die sich heute wie das Who Is Who der  Comicgeschichte liest, so wiederholte Lee dies in bezug auf die Erneuerer des Superhelden-Genres im damit beginnenden Silver Age Of Comics.

Im laufenden Kapitel der Serie „Die Marvels wie sie wirklich waren“ werden die Herrschaften aus dieser Liste vorgestellt, ebenso die Leute vom MMT (Mighty Marvel Team), die ab 1974 im Williams Verlag die deutsche Umsetzung dieser Abenteuer besorgten.

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