Geliebte Stimmen (1): Walter Reichelt

Die besten Vorbilder für Charge und Trickstimme

Zu dieser Serie siehe https://blog.montyarnold.de/2020/12/08/17126/

Walter Reichelt (1923-2002) bot rein stimmlich die Bilderbuch-Verkörperung des muffig-strengen Vorgesetzten, dem die eigene Würde über alles geht. Bei Eberhard Storeck war er der Mann für das bräsige, altväterliche Fach. In „Die Muppet Show“ (1977-82) hörten wir ihn (ausnahmsweise mit verstellter Stimme) als Logen-Opa „Waldorf“.  In der Urfassung von “Wickie und die starken Männer“ (1974-76) hatte Reichelt den Part von Wickies Vater „Halvar“ inne, bei „Asterix“ (1985 und 1986) die Parallel-Figur des „Majestix“. Den größten Spaß machte er als Kommissar in der Cartoonreihe „Der Inspektor“ im Rahmen der Serie „Der rosarote Panther“ (1973-76): als leidgeprüfter Chef eines schusseligen Slapstick-Ermittlers konnte er den „kantigen aber gütigen“ Vorgesetzten geben, der die größte Grazie entfaltet, wenn ihm der Geduldsfaden reißt. Als cholerischer „Yosemite Sam“ in „Mein Name ist Hase“ (1983-87) tat er mir fast schon wieder leid.
Reichelts Rollen führen uns einmal mehr vor Augen, wie wichtig es ist, auch die kleineren Parts sorgfältig zu besetzen! Den Mechanismus seiner Charge bringt Arnold Schwarzenegger im Finale von „Last Action Hero“ (1993) auf den Punkt, wenn er zu seinem Chef sagt: „Weißt du, warum du immer so rumbrüllst? Du bist die komische Nebenrolle!“

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