Geliebte Stimmen (2): Beate Hasenau

Die besten Vorbilder für Charge und Trickstimme

Zu dieser Serie siehe https://blog.montyarnold.de/2020/12/08/17126/

Beate Hasenau (1936-2003) hat gleich zweimal die See-Hexe Ursula in „Arielle, die Meerjungfrau“ gesprochen und gesungen (1989 und 1998) und ist zur Zeit allnächtlich als „Dorothy“ in der Dauerwiederholungs-Schleife der „Golden Girls“ (1990-94) im Fernsehen zu sehen – also immer noch voll da.
Hasenau war eine wirkliche Allrounderin, die aus der muffigen Entertainment-Unkunst der jungen Bundesrepublik alles herausquetschte und eigentlich immer eine gute Figur machte – sieht man einmal von den Soft-Pornos ab, in denen niemand eine gute Figur machen konnte; dort spielte sie an der Seite von Elisabeth Volkmann, die später (1991-2006) so eine hinreißende „Marge Simpson“ werden sollte. Ihren anfänglichen „Frivolitäten“ entkam Beate Hasenau z.B. durch das Kabarett und ab den frühen 60er Jahren durch die Arbeit im Synchronstudio.
Ihre herbe, mit den Jahren immer rauchiger werdende Stimme war in sämtlichen Genres, in kleinen wie großen Rollen präsent. Sie gehörte zu den Begnadeten, die sich immer souverän am Rande der Selbstparodie bewegten – wie es vor der Kamera Roger Moore, Dean Martin und die große Marlene Dietrich taten.
In späteren Jahren war Beate Hasenau mit garstigen Charakteren am Effektivsten, etwa als „Madame Medusa“ in „Bernard und Bianca“ (1977) oder – vor der Kamera – als „Vanessa Video“ in „Im Himmel ist die Hölle los“ (1983), der einzigen deutschen Filmklamotte von bleibendem Wert.

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