Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (16): „Garou-Garou“

16. „Garou-Garou“ von Walter Ohm, nach der Novelle „Le passe muraille“ von Marcel Aymé (1943), BR 1954 (73 min.)
Credits unter: https://www.br.de/mediathek/podcast/hoerspiel-pool/garou-garou-von-marcel-aym/1811257

„Anstrengung im Dienst? Das ist bei uns im Ministerium unmöglich.“

Der Finanzbeamte Dutilleul entdeckt durch Zufall, dass er in der Lage ist, durch Wände hindurchzugehen. Das erfreut oder amüsiert ihn keineswegs. Sein kleinkariertes Naturell lässt ihn beschämt einen Arzt aufsuchen, um von dieser unordentlichen Verirrung geheilt zu werden. Der Arzt findet die Ursache und verschreibt ihm ein Medikament, doch die Behandlung ist langwierig. In der Zwischenzeit bekommt Dutilleul Schwierigkeiten mit seinem neuen Vorgesetzten. Er setzt sein Talent ein, um diesen in die Klapsmühle zu bringen – und kommt auf den Geschmack. Der brave Beamte wird zu einem sensationellen Einbrecher, der die Öffentlichkeit in Atem hält und den die Massen lieben. Das ungeordnete Leben gefällt ihm, zumal er sich auch noch glücklich verliebt. Doch dann leistet sich Dutilleul  eine Nachlässigkeit …

Trotz der Besetzung der Titelrolle mit dem großen Erich Ponto ist dieses Hörspiel in manchen Momenten etwas klamaukig und insgesamt betulicher als es hätte geraten können. Aber die Parabel, die es zu erzählen hat, ist einfach unwiderstehlich. Die Produktion leistet sich einen Soundtrack wie im Kino: der mysteriöse „Garou-Garou“ (das Suffix „Garou“ macht im Französischen aus dem Wolf einen Werwolf) wird von avantgardistischen Theatersongs kommentiert.
Unter dem Titel „Ein Mann geht durch die Wand“ wurde die Geschichte vier Jahre später mit Heinz Rühmann und einem geglätteten Schluss verfilmt.

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