Zeitalter der Comic-Kunst (7): The Graphic Novel Age

Das Graphic Novel Age – Ein Ausblick

Der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch fand den Begriff „Moderne“ (siehe letztes Kapitel) immer problematisch – was sollte danach noch kommen? Die „Post-Moderne“, würde Sigrid Löffler antworten – und Marcel Reich-Ranicki würde diesen Begriff als sinnfrei verwerfen.
An diesem Punkt sind wir nun auch in der Comic-Geschichte angekommen, doch das passt gar nicht schlecht. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Kunst der Comics hauptsächlich im Zuge  der Veränderung ihrer Rezeption und ihres Marketing weiterentwickelt.
Die regelmäßig erscheinenden Heftchen, die über Jahre hinweg von einzelnen Künstlern betreut wurden, sind einer Reihe von Franchises gewichen. Ein Gutteil der Comic-Neuerscheinungen geschieht heute in Buch- oder Albenform. Eine Graphic Novel ist ein eigenständiges, allenfalls mehrbändiges Werk und keine Serie mehr, die es im Jahr auf bis zu 52 Ausgaben bringt. Sie wird im gut sortierten Buchhandel verkauft und erregt sogar das Interesse des Feuilletons. Das wirkt sich natürlich auch auf den Inhalt aus.

Eine ähnliche Publikumsstruktur wie sie einst die Comichefte hatten, weisen heute die aus Japan stammenden Mangas auf. Aber die werden von manchen Konsumenten gar nicht dazugerechnet. Für einige sind sie eine besondere Form der Comics, für andere etwas völlig anderes bzw. das Gegenteil davon.

Die Superhelden schließlich, die die Comics des Golden Age und des Silver Age geprägt haben, haben inzwischen nicht nur andere Bereiche der Popkultur erobert – besonders das Kino – sie sind zu geflügelten Begriffen und gängigen Klischees geworden. Neuerdings lesen die kindlichen Helden (und sogar die Heldinnen!) von Disney-Filmen Superhelden-Comics, für die sich die Zielgruppe dieser Filme gar nicht unbedingt interessiert, aber Marvel gehört nun mal längst zu Disney.

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