Lockdown für Kinomonster

betr.: Familiäres Medienverhalten im Lockdown (2)

… Apropos Fernsehen in geselliger Runde: zu einem Filmabend in meiner Stube brachte ein Freund einmal ein junges Pärchen mit: seinen Patensohn nebst Freundin, die gerade bei ihm zu Besuch weilten.
Ich war der Meinung, das sei doch eine dufte Gelegenheit, den jungen Leuten eine erste Begegnung mit einem ollen Klassiker zu bescheren. Ich war für „Alien“, denn das hätte noch einen weiteren Vorzug gehabt: die beiden hätten sich gegruselt wie noch nie im Leben und unseren gemeinsamen Abend nie vergessen.
Die Filmabend-Runde fand die Idee großartig. Die Begeisterung wuchs noch, als die goldigen immerhin knapp 16jährigen uns gestanden, sowas Horrormäßiges würden sie sonst nie kucken.
Die letztliche Entscheidung wurde ihnen abgenommen. Patenonkel Roland fürchtete, „Alien“ könnte ihnen ein Trauma zufügen, und dann hätte er als Aufsichtsperson den Salat mit den Eltern gehabt.
Da beim Filmabend nun mal nichts läuft, was einer der Teilnehmer strikt ablehnt, einigten wir uns auf „Heartbreakers“ – vermutlich, weil da auch Sigourney Weaver mitspielt. Es war kein übler Film, aber ein saudummer Kompromiss – wie die meisten im Leben. Ich bin sicher, die Kids hatten den Film schon vergessen, als die Treppe runterstiegen. Dabei hätte es ein wirklich denkwürdiger Abend werden können.

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