Auf jeden Fall zwei Mädels …

betr.:  68. Geburtstag von „Wonderful Town“

Leonard Bernsteins Musical „Wonderful Town“ (1953) von Joseph A. Fields und Jerome Chodorow basiert auf deren Theaterstück „My Sister Eileen“ nach den Kurzgeschichten von Ruth McKenney. Betty Comden und Adolph Green verfassten die Liedtexte.

Bernsteins späterer Erfolg mit der „West Side Story“ hat dazu beigetragen, dass etwa „Candide“ (1956) auch bei uns geläufig wurde (wenn auch nicht wirklich populär). Das leichtfüßige „Wonderful Town“ ist hierzulande nur dem Namen nach bekannt. Marvel Prawy legte eine deutsche Bearbeitung vor – eine Aufnahme dieser Fassung existiert nicht -, in der er einen Kunstgriff anwandte, der sehr an heutige Befindlichkeiten erinnert: er machte aus einer der beiden Heldinnen eine Schwarze. Das verändert die Geschichte grundlegend, weil Ruth und Eileen im Original Schwestern sind.
2017 fertige Roman Hinze eine neue Übersetzung an, die diesen Kunstgriff wieder ausbügelte.
Beim Stand unseres Gesellschaftlichen Diskurses würde man es vermutlich wieder anders machen: man würde Prawys Idee übernehmen und trotzdem einfach so tun, als seien Ruth und Eileen Geschwister. Und man käme sich dabei irre fortschrittlich vor. Zumindest bis auf Weiteres …

Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Literatur, Musicalgeschichte, Musik, Theater abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.