Medienlexikon – Film und Fernsehen (Bi-Blo)

Fortsetzung vom 15. April 2021

Biopic
Abkürzung für „Biographic Picture“. Spielfilme über reale Personen sind beinahe so alt wie das Kino selbst, haben aber in unserer Ära der Produzenten-Ängstlichkeit und des Ideenmangels im Mainstream Hochkonjunktur (wie auch das ->Remake). Einige der besten Beiträge erzählen nicht das ganze Leben, sondern greifen sich eine wichtige Phase oder ein bedeutsames Ereignis heraus („Capote“, 2005 oder „Ed Wood“, 1994). Für Filme über besonders große Männer braucht man entsprechendes Sitzfleisch („Gandhi“, 1982). Immer häufiger und frühzeitiger werden zeitgenössische Persönlichkeiten zum Thema gemacht (Mark Zuckerberg 2010 oder Steve Jobs 2015). Vereinzelt gab es solche Portraits zu Lebzeiten bereits in früherer Zeit, doch die Filme über Cole Porter (1946) oder Buster Keaton (1957) sind Paradebeispiele dreistester Geschichtsfälschung.

Blaxploitation
Der Ausdruck ist aus „black“ und „Exploitation“ (Ausbeutung) zusammengesetzt und bezeichnet den afroamerikanischen B-Film der frühen 70er Jahre („Superfly“, „Foxy Brown“, “Shaft“), in dem sich ein erwachendes schwarzes Selbstbewusstsein ausdrückte. Zumeist räumt ein cooler Macho seinen Kiez auf, trifft eine sexy Lady, und dazu grooven Soul und Funk. Quentin Tarantino durfte diesem Genre als Weißer viele Jahre später einen kompletten Film („Jackie Brown“, 1996) und zahllose coole Mackertypen hinzufügen, die zumeist von Samuel L. Jackson gespielt wurden.

Blockbuster
Dieser eigentlich hilfreiche Ausdruck hat im Reich der selbstverherrlichenden Wischiwaschi-Floskeln das 90er-Jahre-Wort „Kultfilm“ abgelöst. Auch das Publikum empfindet nicht mehr viel dabei. So war es nicht immer!
Der erste Film, der mehr als 100 Millionen Dollar einspielte, war 1972 Steven Spielbergs „Der weiße Hai“. Die Schlange vorm Kino reichte um den ganzen Häuserblock herum, was den Volksmund die Bezeichnung für eine Fliegerbombe anwenden ließ, die im Zweiten Weltkrieg einen ganzen Häuserblock plattmacht.
Bei vergleichbar aufsehenerregenden Ereignissen im Fernsehen sprach man in der alten Bundesrepublik von einem „Straßenfeger“.

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen, Film, Medienkunde, Medienphilosophie abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.