Medienlexikon – Film und Fernsehen (Ca-Chi)

Fortsetzung vom 5. Mai 2021

Camp – siehe dazu https://blog.montyarnold.de/2014/10/04/eskapismus-fuer-geniesser-was-ist-camp/

Caper Movie
Hier wird ein besonders raffinierter Raubzug in allen Details gezeigt – von der Anbahnung über die Tat bis hin zur Strafverfolgung. Im Unterschied zum ->Heist Movieist der Ton komödiantisch, und neben Überfällen kann es auch um Diebstähle und Betrügereien gehen („Topkapi“ oder „Der rosarote Panther“, beide 1964; „Snatch“, 2000)

CGI
= Computer-generated Imagery, am Computer hergestellte Bilder.
Bereits seit den 70er Jahren werden Computeranimationen in der Wissenschaft und Forschung genutzt, um Vorgänge dreidimensional anschaulich zu machen. Im fiktionalen Kino dienten sie zunächst, um Dinge zu zeigen, die es gar nicht gibt. Der Todesstern aus „Krieg der Sterne“ (1977) ist ein frühes Beispiel. Den meisten Spaß machte diese Technik, wenn sie die Handlung beförderte, und das erreichte Anfang der 90er Jahre seinen Höhepunkt in „Terminator 2“ und „Der Tod steht ihr gut“ (zwei Filme, die perfekt zwischen Drama und Komödie ausbalanciert sind). Mit zunehmender Perfektionierung ließen sich auch wilde Tiere besonders bestrickend sowohl als Bedrohung in Szene setzen („The Revenant“, 2015) wie auch vermenschlichen („The Jungle Book“, 2016).
Unterdessen wurde die Technologie für jedermann erschwinglich, und so ist heute kein Genre, keine TV-Produktion mehr sicher davor. Getreu der Devise „Was geht, wird auch gemacht!“ wird inzwischen jeder Quadratzentimeter jedes einzelnen Bildes zumindest retuschiert, und selbst banale Räume und Gegenstände wie Stühle und Tische erst nachträglich am PC gebaut (was man jedesmal deutlich sehen kann). Seit der Jahrtausendwende hält außerdem eine Farbdramaturgie Einzug, die man zuvor nur aus Kfz-Werbespots kannte. Und jeder macht mit. Selbst das Spätwerk von Woody Allen sieht aus wie eine ->Degeto-Kitsch-Orgie nach Rosamunde Pilcher („Wonder Wheel“, 2017).

Chick Flick
„Flick“ bedeutet Film, und mit „chicks“ (Hühnern) sind in der englischen Umgangssprache (wie auch in unserer) junge Frauen gemeint. Ein Chick Flick hat eine klare Zielgruppe und ist ohne gesellschaftspolitische Botschaft. Auf der Leinwand sehen wir viele Frauen, eine romantische Handlung, schöne Kulissen und Sonderangebote („Bridget Jones“, 2001 oder der auf der gleichnamigen TV-Serie basierende „Sex And The City“, 2008). Von Sexismus-Vorwürfen blieb diese Sparte bisher verschont.

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen, Film, Medienkunde, Medienphilosophie, Science Fiction abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Medienlexikon – Film und Fernsehen (Ca-Chi)

  1. slowtiger sagt:

    Uh oh. Gerade der Todesstern im „Star Wars“ von 1977 ist ganz klassisch ein Modell, bzw mehrere, oder er ist einfach gemalt (Matte Painting). Zu jener Zeit war die Computertechnik noch nicht so weit. Die tatsächlich einzige computergenerierte Szene im Film ist das Wireframe-Modell des Todessterns auf dem Bildschirm in der Szene mit dem Briefing der Rebellen, und die Zielanzeige im X-Fighter.

    (Sorry, daß ich mich jetzt schon dreimal einmische, aber ich bin in meiem Fach mindestens so empfindlich wie du in deinem!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.