Medienlexikon – Film und Fernsehen (Kla-La)

Fortsetzung vom 20. Mai 2021

Klamotte siehe https://blog.montyarnold.de/2021/04/09/17854/ und https://blog.montyarnold.de/2021/04/12/17873/

Kommerz
siehe https://blog.montyarnold.de/2021/04/27/was-ist-kommerz/

Kollektive Zuschauererwartung
siehe dazu https://blog.montyarnold.de/2021/06/11/die-kollektive-zuschauererwartung/

Korean New Wave
Bis 1979war Südkorea eine Diktatur. Danach ließ eine strikte Quotierung der ausländischen Filme ein junges Kino erblühen, das 1999 mit „Shiri“ durch die Decke ging. Koreanische Filme sind extrem geschliffen und sehr erfolgreich – sein Gangsterkino ist wohl das Beste der Welt. Leute wie Park Chan-wook drehten auch in Hollywood.

Kult / Kultfilm
siehe https://blog.montyarnold.de/2014/09/21/was-ist-kult/

Laserdisc
hieß die Vorläuferin der DVD, eine Glasscheibe in LP-Größe, die ab den 80er Jahren knapp 20 Jahre lang versuchte, sich als technisch bessere Alternative zur Kauf-Videocassette zu etablieren. Das Bild kann mit heutigen Datenträgern nicht mithalten, doch der Sound ist noch immer überwältigend, und die großen Cover machten ordentlich was her. Eine Laserdisc fasste pro Stück zwei Stunden Film (die besseren Player wendeten selbst), verfügte – je nach Aufmachung – über Sprungmarken, wählbare Tonspuren (Kommentare oder alternative Sprachfassungen) und Bonus-Material, das dann bei späteren Neu-Editionen der Filme übernommen wurde – etwa im Falle von „Seven“ auf die DVD-Ausgabe und bei „The Private Life Of Sherlock Holmes“ auf die bluray. Bis zuletzt war das deutsche LD-Angebot mickrig, unattraktiv und krude ausgewählt – und folglich eine Scheibe einfach zu teuer für den gewöhnlichen Endverbraucher (etwa 90 Mark). Außerdem wurde der Verbraucher von absurden Mitbewerbern wie der kurzlebigen CD-i verwirrt, die eine schlechtere Bildqualität hatte als eine Videocassette, aber Käufer von der besseren Alternative abzog.
Bis zuletzt wussten die meisten Fachverkäufer in Hifi-Abteilungen und Elektromärkten nichts mit dem Begriff „Laserdisc“ anzufangen („Sie meinen CD, gell?“).
Fans gab es dennoch. Die im NTSC-Format bespielten Titel aus Japan und den USA (dafür brauchte man ein anderes Gerät, als man es für die deutschen und englischen PAL-Scheiben benutzte) wurden zu Sammlerstücken der SF- und Splattergemeinde: weil diese Technik so ungebräuchlich war, erschienen hier Uncut-Versionen von Filmen, die sonst praktisch immer zensiert waren.
George Lucas war ein Fan dieser Technik. Ihr Untergang war längst besiegelt, da verfügte er noch, dass der hysterisch erwartete „Star Wars – Episode 1“ (2012) zuerst auf Laserdisc veröffentlicht wurde und für einige Monate nur in dieser Form fürs Heimkino erhältlich war. Es war ein letzter Gruß an ein wundervolles Medium.

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