Medienlexikon – Film und Fernsehen (Spl-Ste)

Fortsetzung vom 12. Juni 2021

Splatter
vom Englischen „to splatter“ (= spritzen), stellt das blutige Gemetzel ins Zentrum eines Horrorfilms. Im 19. Jahrhundert wurde das im Pariser „Théâtre du Grand Guignol“ bereits vorexerziert. Das wurde vom Publikum wegen seiner ausschweifenden Gewaltdarstellungen aufgesucht und hatte wiederum im Elisabethanischen Theater seinen Vorläufer, welches mit öffentlichen Hinrichtungen um das Zuschauerinteresse konkurrieren musste.

Spoiler
siehe dazu https://blog.montyarnold.de/2021/06/26/18360/

Squash and Stretch
ist eines der wichtigsten Prinzipien, die von den Disney-Trickfilmpionieren Ollie Johnston (1912-2008) und Frank Thomas (1912-2004) etabliert wurden. Zunächst nur auf Gegenstände angewandt, wurde es bald zu einem mimischen Stilmittel: ein aufschlagender Gummiball wird im Augenblick des Bodenkontaktes zusammengepresst, um sich dann beim Sprung aufwärts wiederum in die Länge zu ziehen. Die Disneys wandten dieses Prinzip nun auch auf Gesichter an: wer erstaunt oder verärgert die Augen aufreißt, knautscht zuvor das Gesicht kurz zusammen, so als würde die Physiognomie einen Anlauf nehmen. Dieser Kniff verfeinerte das Mienenspiel und entsprach dem Deformationshumor, dem Cartoonfiguren an sich ausgesetzt sind. Sofort wurde die Masche emsig nachgeahmt. Leider kam es zu dem in solchen Fällen üblichen Wettlauf, und in den 80er Jahren war schließlich ein Stadium schlimmer Übertreibung erreicht – auch in „realistisch“ konnotierten Cartoons mit menschlichen Charakteren. Bei der Computeranimation funktionierte dieses Prinzip zunächst nicht, und so werden Emotionen inzwischen wieder etwas behutsamer animiert.  Wie schön maßvolles Squash and Stretch sein kann, sieht man in Disneys klassischem „Dschungelbuch“ (1967), wie affig es zuletzt aussah, z.B. in dem Trick-Musical „Anastasia“ (1997).

Steampunk
oder auch „Retrofuturismus“ zeigt eine fiktionale Vergangenheit, die moderne Technologie vorwegnimmt. So werden Roboter mit Dampf (= steam) betrieben. Die Optik orientiert sich gern an der Belle Époque (Jahrhundertwende) bzw. der Viktorianischen Ära (1836-1901). Typische Steampunk-Filme sind „Wild Wild West“ (1999), „Der Schatzplanet“ (2002) oder „Der goldene Kompass“ (2006).

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