Als erlebte man es selbst

betr.: „Trennungsroman“ und die Lesung dazu

Der Lesesommer des diesjährigen ARD-Radiofestivals, das deutschsprachigen Literaturdebüts ein Forum gibt, geht in dieser Woche mit dem „Trennungsroman“ der Schauspielerin und Drehbuchautorin Anna Brüggemann (* 1981) zuende.
 
Thomas und Eva sind beide Anfang 30 und seit acht Jahren ein Paar im hippen Kreuzberg. Thomas ist angehender Arzt in einem Krankenhaus, Eva eine erfolgreiche Kultur-Anthropologin an einem Berliner Museum. Als Eva von einem längeren Auslandsaufenthalt zurückkommt und wie verabredet heiraten und ein Kind bekommen möchte, kommen Thomas plötzlich Zweifel, ob er sich sein Leben tatsächlich so vorgestellt hat. Reicht es für diesen Schritt, dass die beiden sich bislang so gut ergänzt und eigentlich keine Probleme haben?  Andererseits zögert Thomas, einen Menschen zu verlassen, der so grundsympathisch und klug, so verantwortungsvoll und gut organisiert ist wie Eva.
Dass sie die Pille absetzen will, setzt ihn unter Druck. Das wiederum verwirrt sie, die diese Differenzen überhaupt nicht erwartet hat …

Was geschieht in den letzten Tagen einer Beziehung? Wann ist der richtige Moment, zu gehen, und wieviel dürfen wir überhaupt von der Liebe erwarten? … Solche Fragen werden uns in den Krimis, Soaps und Romcoms unserer Tage ständig gestellt, von Lebensratgebern ganz zu schweigen. Niemals habe ich das auf so beglückendem Niveau erlebt. Anna Brüggemanns als 30tägiger Countdown erzählte Geschichte bricht unsere zuendegehende Wohlfühl-Epoche auf ein Kammerspiel herunter.
Und Torben Kessler liest einfach fabelhaft!

Unter https://www.mdr.de/kultur/podcast/hoerspiele/index.html steht die Lesund gegenwärtig zum Download bereit.

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