Der nicht-heterosexuelle Film

Zum Jahreswechsel präsentiert das Hamburger Programmkino Metropolis eine nicht-heterosexuelle Filmreihe mit den Titel „Queer In The 80ies“; Näheres wird hier rechtzeitig zu lesen sein. Diese Dekade ist insofern eine sinnvolle Klammer als vor knapp 40 Jahren die ersten Filme entstanden, in denen homosexuelle Charaktere nicht ausschließlich für Angst, Schrecken und Selbstzerstörung standen. Das europäische Kino, das stets etwas wagemutiger und aufgeweckter war als das amerikanische, präsentierte ab Mitte der der 80er in schöner Regelmäßigkeit homosexuelle Figuren, die ganz selbstverständlich im Mittelpunkt des Geschehens standen, und ihre Abenteuer fanden sogar ein breites, amüsierwilliges Publikum.
Zur Zeit sitze ich an den Texten für das Programmheft und nehme ein paar Bücher zur Hand, in denen ich eigentlich nur ein paar Details nachschlagen möchte. Doch immer wieder lese ich mich fest. Was gibt es schließlich Amüsanteres als gute Sekundärliteratur?
In einem besonders erquicklichen Buch – Vito Russos Quellenwerk „The Celluloid Closet“ – fand ich diese hübsche Pinnwand. Die zitierten Filmschaffenden (fast alle), prominente Leute allesamt, quälen sich um das Eingeständnis herum, dass sie gerade in einen Film mit homosexueller Thematik aufgetreten sind. Da die 80er Jahre noch längst nicht angebrochen sind, handelt es sich um Filme, die ihren Gegenstand sehr finster ausleuchten.  

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