„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (14)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.de/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 31.12.2021

5. Kapitel
Das widerspenstige Idol
(The Unwilling Idol)

Monk war einer der bedeutendsten Chemiker der Vereinigten Staaten, zugleich sah er aus wie ein Wesen, das erst kürzlich von einer Expedition aus dem Urwald mitgebracht worden ist. Er war unglaublich breit, seine Arme waren länger als normal, der Mund war zu groß, seine Augen zu klein, und die struppigen rötlichen Haare, die nicht nur seinen Kopf, sondern auch seinen Körper bedeckten, gaben ihm das Aussehen eines Menschenaffen.
„Du siehst aus“, sagte Ham, „als hätte ein Forscher dich von den Bäumen geholt.“
Ham war Brigadegeneral der Reserve, hieß eigentlich Theodore Marley Brooks, erhielt mit seinen Aufträgen den kostspieligsten Schneider der Stadt am Leben und trug ständig einen scheinbar harmlosen Spazierstock bei sich, der in Wirklichkeit ein getarnter Degen war; darüber hinaus war Ham einer der geschicktesten Anwälte, die je in Harvard ein Examen abgelegt hatten.
„Hör mal zu“, sagte Monk. „Wenn du weiter an mir herumnörgelst, drücke ich dir den Schlund zu, bis dir diese Albernheiten vergehen.“
„Mit Vergnügen“, sagte Ham eisig. „Ich stehe dir jederzeit zur Verfügung.“
Es gehörte zu ihren Angewohnheiten, sich laufend zu sticheln, und wenn je ein höfliches Wort zwischen ihnen gewechselt wurde, dann nur durch Zufall.
Sie fuhren zur Radio City und holten Major Long Tom Roberts ab, der dort eine Stellung als Berater beim Fernsehen bekleidete. Er war ein angesehener Fachmann für Elektronik, wirkte notorisch unpässlich, war aber in seinem ganzen Leben noch nicht krank gewesen.

Wenig später erreichten sie das Lagerhaus am Hudson, fuhren den Wagen hinein, stiegen aus und hörten sich andächtig Civans Flüche an.
Monk hatte unterwegs eine Zeitung gekauft, und sie lasen noch einmal den Bericht über die seltsame Verwandlung des Diplomaten Serge Manow in ein schwarzes Gebilde und in eine Rauchwolke; der Bericht war neu, aber die mitgeteilten Tatsachen waren dieselben wie in der Frühausgabe der Zeitungen.
„Sehr seltsam”, bemerkte Long Tom.
„Ich glaube, es wird mir Spaß machen, da hineinzuleuchten“, meinte Ham.
„Dann macht es mir bestimmt keinen Spaß“, sagte Monk bissig.
Sie diskutierten die Frage, was sie mit Civan anstellen sollten.
„Wir ersäufen ihn“, empfahl Monk. „Wir binden ihm Ham als Ballast an die Beine und werfen beide in den Hudson.“
„Nicht sehr komisch“, knurrte Ham. „Ich würde diesen Fall bestimmt eher aufklären als du.“
„Begreifst du, was ich meine?“ Monk wandte sich an Long Tom. „Ham misst sich selbst soviel Gewicht bei, dass er diesen missratenen Taxifahrer bis auf den Grund des Flusses ziehen würde.“
Sie rangen sich dazu durch, Civan nicht zu ertränken, sondern ihn mit einer Injektionsnadel aus dem Verbandskasten im Hangar zu behandeln. Monk injizierte Civan eine chemische Substanz in Arme und Beine.
Sie brauchten nicht lange zu warten. Nach wenigen Minuten konnte Civan seine Glieder nicht mehr bewegen; aber er konnte noch sprechen und teilte ihnen in gutturalem Amerikanisch detailliert mit, was er von ihnen hielt. Monk löste Civans Fesseln und richtete ihn auf. Civan saß wie eine Statue da und schimpfte.
Sie luden Civan in den Wagen und fuhren zur Wohnung des verschwundenen Diplomaten Serge Manow. Das Haus wurde von der Polizei bewacht, aber die Sonderausweise, die Ham, Monk und Long Tom besaßen, ermöglichten ihnen den Zutritt.
„Was haben Sie inzwischen herausgebracht?“ fragte Monk einen der Polizisten.
„Wieso?“ fragte der Beamte verdrossen. „Wollen Sie sich um diesen Fall kümmern?“
„In der Tat“, sagte Monk. „Darf ich Ihrer Antwort entnehmen, dass Ihre Ermittlungen noch nichts erbracht haben?“ Der Polizist ging nicht darauf ein.

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