Richard Kummerfeldt – An den Rändern der Traumfabrik (25)

Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin bzw. einen gewissen John. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten Mitte der 90er Jahre.

Cleopatra und die geheimen Spender

Wie immer in dieser Zeit (erst nach Feierabend bei FMS gegen 20 Uhr) war ich im Studio. Was ich zu hören bekam, jagte mir einen Schauer über den Rücken. Die Tonqualität war dermaßen schlecht, dass ich das Projekt als gestorben betrachtete. TK war ein bisschen beleidigt, fühlte sich aber auch herausgefordert. Bei der folgenden Diskussion in einer Kneipe in der Hamburger Neustadt kam er dann auf den Punkt: er hatte in den USA eine ganze Reihe von Kontakten geknüpft, alles Leute aus der Film-, Filmmusik- und Plattenbranche. Er könne ja mal versuchen, eine Kopie der „Cleopatra“-Originalbänder aufzutreiben. Weiterlesen

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Die wiedergefundene Textstelle: „Überfahrt“ (11)

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Die Marvels wie sie wirklich waren: Jani Büsing – Übersetzerin (2)

Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin „Das sagte Nuff“ (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier leicht aktualisiert wiederzugeben. 

Interview mit Jani Büsing (2) (Fortsetzung vom 25.12.2019)
von  Daniel Wamsler
http://dassagtenuff.blogspot.com/

Daniel Wamsler: Im Gegensatz zu den anderen Williams-Serien erschien ausgerechnet „Dracula“ ungekürzt. Gab es keine Bedenken wegen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften ( „Dracula“ Nr. 5, „Frankenstein“ Nr. 5 und die „Kung Fu“-Taschenbücher Nr. 5 und 6 landeten ja auf dem Index)? Auch gab es zu Beginn der Williams-Zeit ein Film-Magazin namens „Monster des Monats“, ebenfalls ein absolutes Novum zu dieser Zeit. Können sie dazu etwas sagen?

Jani Büsing: Das „Monster des Monats“ wurde, soweit ich mich erinnern kann, wegen seiner blutrünstigen Anmutung verboten.

Durch den Phasenvertrieb konnte man auf Leserwünsche nur bedingt oder verspätet reagieren. So kam auch das Aus der einzelnen Serien für die Leser überraschend. Wie erging es den Mitarbeitern, und gab es Anzeichen für das abrupte Ende? Weiterlesen

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Ixen für Anfänger: Bluescreen für die Ohren

Die Überlegung, da es am Mikrofon ja auch um eine Art Schauspiel geht, müsse ein fähiger Schauspieler auch ein guter Sprecher sein, ist nur bedingt richtig.
Im öffentlich-rechtlichen Hörspiel wird gerne mit Bühnenschauspielern gearbeitet, da diese Arbeit am Mikrofon tatsächlich dem Theater recht nahe kommt. Die Mitwirkenden erhalten ihren Text vorab, um sich vorbereiten zu können, jede Szene wird gemeinsam geprobt und dann vom Blatt linear durchgespielt.

Bei allen übrigen Sprechertätigkeiten sind andere Fertigkeiten gefragt (oder doch weitaus wichtiger), als jene, die man aus der aktiven Theatererfahrung mitbringt. Beim Hörbuch – der anspruchsvollsten Sparte, bei der technisches Mogeln unmöglich ist – geht es zuallererst um eine gute Prima-Vista-Lesetechnik. Bei Software, Synchron- oder Hörspielaufnahmen für Tonträger wird solo und kleinteilig gearbeitet. Weiterlesen

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Musik als Inspiration

Gerade las ich in einer selbstreflexiven Kolumne, was ihr Autor so auflegt, wenn ihm „mal nichts einfällt“. Brauche er emotionalen Drive, sei „Hells Bells“ von AC/DC gut. In melancholischen Phasen helfe ihm eher Suzanne Vega mit „Small Blue Thing“.
So – verzeih’n Sie – kann ich nicht arbeiten. Wenn ich mich von Musik inspirieren lasse, ist das ganze Archiv im Einsatz. Ich spiele jedesmal etwas anderes, und je nachdem, was ich greife, fällt die Wirkung auch so oder so aus. Ich kann in den meisten Fällen nicht vorher sagen, ob mir etwa Drive fehlt oder meine Melancholie gepflegt werden will.
Ich bin auch immer etwas irritiert, wenn mir jemand sagt: „Ich liebe die Musik von XY, aber dafür muss ich in Stimmung sein.“ So sehr mir das andererseits einleuchtet, auf meine Lieblinge habe ich fast immer Lust – das ist es vermutlich, was sie zu meinen Lieblingen macht.
Besonders gerne mag Instrumentalmusik. Wenn ich einen Text höre – etwa einen von Suzanne Vega oder AC/DC – schreibt es sich für mich nicht so gut.

Leider lässt meine Multitasking-Fähigkeit mit dem Alter langsam aber unaufhörlich nach. Es kommt immer häufiger vor, dass ich tatsächlich Stille brauche, um ein kreatives Problem zu lösen. Was geschieht nur mit mir?
Dieser Gedanke ist entsetzt mich derart, dass ich rasch wieder was auflegen muss, um mich davon zu erholen.

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Der unvollendete Chaplin

betr.: „Charlie Chaplin – Der Komponist“ (noch bis zum 31.1. in der Mediathek zu finden)

Diese Dokumentation gehört zu den regelmäßigen Gründen, den Sender arte zu lieben: ein Thema, das so ziemlich allen etwas sagt, wird von einer neuen Seite beleuchtet.
Diesmal geht es um eine oft übersehene Qualität des einstigen berühmtesten Mannes der Welt Charlie Chaplin, der mit dem Siegeszug des Tonfilms zum letzten Pionier der Stummfilmmusik wurde. Zuerst vertonte er seine beiden letzten Stummfilme, die in der frühen Tonfilmära herauskamen. Dann ab 1942 und bis zu seinem Tode nachträglich all seine großen Stummfilme, beginnend mit „Goldrausch“, für den er auch einen Off-Text einsprach, und natürlich die späten „Sprechfilme“.

Beim Lob dieser Sendung kann ich mich kurz fassen: sie macht einfach alles richtig – besonders die Wahl der Zeitzeugen und Spezialisten, was in einem solchen Fall mehr als die halbe Miete ist.
Nur zwei Dinge fand ich betrüblich, die hier kurz geschildert werden sollen. Weiterlesen

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Science-Fiction ohne Roboter

betr.: „Die Stadt ohne Juden“ als Hörbuch

Die verzagte Handlungsunfähigkeit der im Grunde herzensguten Linken, die sich bereits im Spanischen Bürgerkrieg, am Ende der Weimarer Republik und aktuell wieder im Angesicht braunen Gebrodels zeigte und zeigt, wurde bereits vor knapp hundert Jahren in einer Fiktion beschrieben. Der satirische Roman „Die Stadt ohne Juden“ zeigt Österreich in einer Gemengelage wie sie im vergangenen Jahr nach kurzer Zeit wieder zerbrach: eine Koalition der „Christlichsozialen“ mit den ganz weit Rechten. In diesem Märchen nutzt die Koalition ihre Mehrheit, um den seit jeher in der Alpenrepublik existierenden Vorbehalten gegen das Judentum Taten folgen zu lassen: die Juden werden per Gesetz aufgefordert, das Land – je nach persönlicher Situation, sozialer Stellung und eventuellen arischen Anteilen – spätestens binnen eines Jahres zu verlassen.
In Hugo Bettauers „Roman von übermorgen“ gibt es selbst in Europa noch zahlreiche Emigrationsmöglichkeiten. So ist es am Ende nur Österreich, das wirkliche Probleme bekommt.

Obwohl sich diese Erzählung keine zehn Jahre später als sehr frommer Wunsch erwiesen hat, kann man sich ihrer Logik über weite Strecken nicht entziehen, watet man durch Weiterlesen

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Richard Kummerfeldt – An den Rändern der Traumfabrik (24)

Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin bzw. einen gewissen John. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten Mitte der 90er Jahre.

Die Kunst der Aufmöbelung

Dann kam also die erste Tsunami-CD.
Beim ersten Anhören war ich enttäuscht. Es rauschte verhalten, und leichte Knacker waren erhalten geblieben. Was würden die Käufer sagen? TK sah es genauso. Aber das Studio hatte nicht die Technik, das Material entsprechend zu bearbeiten. Nun denn: ich erhielt genau 2 (in Worten: zwei) Reklamationen. Eine von einem Geschäft, eine von einem Privatmann. Ich bot in beiden Fällen die Zurücknahme und Erstattung des Kaufpreises an. Keine der beiden CDs kam zurück, und ich machte mich auf den Weg ins Studio, um das Problem mit dem Inhaber zu besprechen. Leider habe er das Geld nicht, eines der beiden infragekommenden Refreshing-Systeme zu erwerben, und außerdem fehlten ihm die Kunden für eine solche Dienstleistung. Die Programme, um Archivaufnahmen aller Art zu entrauschen, zu declicken, Pseudo-Stereophonie zu erzeugen, standen noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Weiterlesen

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Die wiedergefundene Textstelle: „Überfahrt“ (10)

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