Filmmusik und ich (3): Das große Missverständnis mit den Musicals

Obwohl die Langspielplatte als Medium bisher nicht totzukriegen war, sind Plattenläden heute zumeist Antiquariate. (Sicher gibt es noch die aktuell ausgerichtete DJ-Bedarfs-Variante, aber da kenne ich mich nicht aus.)
Wenn ich pinselig sein wollte – was mir zum Glück ja vollkommen fremd ist – würde ich sagen: einen gut sortierten Plattenladen erkennt man daran, wie er sein Filmmusik-Regal pflegt. (So spricht der Herr: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.“) Wenn überhaupt ein solches Regal existiert, dann weist es in der Regel eine Nachlässigkeit auf: die Musicalplatten sind ebenfalls darin untergebracht.
Die Schnittmenge dieser beiden Sparten ist offensichtlich – die Filmmusicals bzw. verfilmten Musicals -, aber die meisten Plattenhändler unterscheiden generell nicht zwischen Theatermusik und Filmmusik. So ist die am häufigsten vertretene LP in den Soundtrack-Fächern nach wie vor „Cats“ (wovon es nie eine Verfilmung gegeben hat), gefolgt von der deutschen Bühnenfassung von „My Fair Lady“ (- die deutsche Filmversion ist viel seltener anzutreffen).

Robin And The Seven Hoods FEin Musical braucht in erster Linie gute Songs. Die Traumbesetzung, die feschen Klamotten, der Budenzauber und das herrliche Buch fallen bei diesen Burschen unter die Ganovenehre: das Cast-Recording von „Robin And The Seven Hoods“.

Für mich als jungen Soundtracksammler bedeutete das neue Irritationen. Die Verfilmung des Musicals „Mame“ etwa kannte ich aus dem Fernsehen, aber der Soundtrack dazu ist Weiterlesen

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Die Großen Acht (6): Alfred Hitchcock und Jeff Alexander – Music To Be Murdered By

Großen 8_Vinyl Classics

Die acht perfekten Tonträger meines Lebens

Music To Be Murdered By F

Nie werde ich den Tag vergessen, als ich die Post aus den USA öffnete und ein etwas mitgenommenes Exemplar von “Music To Be Murdered By” in Händen hielt. Der Star des Albums Alfred Hitchcock war bereits ein Idol für mich, aber seine TV-Serie, auf die die Platte bezug nimmt,  hatte ich noch nie gesehen.
Dies war offensichtlich nur eine kleine kommerzielle Fingerübung eines Universal-Entertainers, der ungern ein Medium ausließ. Weiterlesen

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Popi und Pocket

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Die Filmmusik und ich (2): Der Spion, der mich wurmte

betr.: 35. Jahrestag der ersten Ausstrahlung eines JamesBondFilms im Deutschen Fernsehen („Liebesgrüße aus Moskau“)

(Fortsetzung vom 5.6.2019)

James Bond auf dem Tonträgermarkt

Die Soundtracks zu den James-Bond-Filmen hatten es auf dem Plattenmarkt verhältnismäßig leicht, gehörten sie doch zu einer wahnsinnig beliebten Filmreihe mit signifikanten Titelsongs. Etwas irritierend ist das Album zu „Thunderball“, das sehr unterhaltsam ist, aber mit der Musik im Film nur thematische Ähnlichkeit aufweist. Inzwischen ist das Rätsel gelüftet: John Barry musste die LP abliefern, bevor er mit der Filmpartitur fertig war. 2003 erschien eine CD, die die fehlenden Tracks nachlieferte.

Bis heute ist ausgerechnet die erste Bond-Musik mit einer Oscarnominierung nur in einer völlig unbefriedigenden Weise zu haben: „The Spy Who Loved Me“ von Marvin Hamlisch. Weiterlesen

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Die Marvels wie sie wirklich waren: Iron Man (3)

Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin „Das sagte Nuff“ (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben. Das Iron Man-Portrait versteht sich auch als Ergänzung zum Thema „Die ruhmreichen Rächer“ (The Avengers) 

Der Goldene Rächer  (Fortsetzung vom 30.5.2019)
von  Daniel Wamsler
http://dassagtenuff.blogspot.com/

Besser erging es dem „golden Avenger“ beim Williams Verlag. Zwar hatte man ihn 1973 im Superhelden-Ankündigungsplakat entfernt, doch er durfte von Anfang an bei den Rächern mitmischen. Und das sogar in seiner ersten, noch nicht goldenen Rüstung. Als Williams im Oktober 1975 expandierte, erhielt auch der Eiserne seine eigene, zwölf Nummern umfassende Reihe mit den Anfängen aus „Tales Of Suspense“ # 39 – 50. Anschließend verfrachtete man ihn auf die hinteren Seiten der Rächer-Hefte, wo er weitere sechsunddreißig seiner Abenteuer erleben durfte (ToS # 51 – 86). Leider begann man ab „Die Rächer“ Nr. 75 (ToS # 66) damit, jeweils eine Iron Man-Seite wegzulassen. Meist fielen dabei Splashpanels oder Kampfhandlungen der Schere zum Opfer. Diese Vorgehensweise hielt sich bis „Die Rächer“ Nr. 91 (ToS # 82), so dass bei der Wiederveröffentlichung der beiden Episoden aus den frühen Hit Comics des bsv (ToS # 78 – 79) ebenfalls etwas fehlte. Die einzige Ausnahme bildete Rächer Nr. 82 – hier entfernte der Verlag die erste Seite der Hauptstory aus „Avengers“ # 83. Aufgrund einer Formatumstellung in den USA und dem damit verbundenen (Giant-Size) „Avengers“ # 93, erschien „Der Eiserne“ in „Die Rächer“ Nr. 92 nicht. Die nachfolgenden Episoden wurden wieder auf zwei deutsche Hefte verteilt und blieben ungekürzt. Mit der Einstellung der Rächer-Serie im November 1978 kam auch das Aus für den „Eisernen“. Weiterlesen

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Tierhaargespräche

betr.: Premierministerin Theresa May beginnt den Rückzug aus ihren politischen  Ämtern
Mays Rücktritt

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Der Sänger – ein Chanson

betr.: 69. Geburtstag von Effi Effinghausen 

Musik liegt in der Luft e.V
Effi Effinghausen (Mitte) mit den Kollegen von „Musik liegt in der Luft e.V.“, mit denen er in den 80er Jahren zusammen auftrat: Jonathan Hubbard, Christoph Ebenthal (lks,), Ralph Mohnhaupt und Ernst Meibeck. (Foto: Renate Meyer-Kubik)

Nach seiner Zeit mit der obigen Formation war Effi als Solist unterwegs – bis ihm das Selbstmanagement und die regelmäßige Tingelei zu mühsam wurden. Ein weiterer Grund dürften die Text-Blackouts gewesen sein, die ihm sein Hirntumor immer wieder bereitete.
Dieses ist Effis Auftrittslied mit langem Vorspiel, in dem der Komponist und Pianist Eric Gabriel allein glänzen konnte.

 

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Die Filmmusik und ich (1)

Soundtracks ohne Film dazu

Als ich Anfang der 80er begann, mein knapp bemessenes Taschengeld in Schallplatten umzusetzen – das war wenige Jahre, bevor die CD ihren Siegeszug antrat – kostete eine Single 5 Mark 50. Für eine Langspielplatte (ein Album) musste man das Vier- bis Fünffache investieren. Es sei denn, es handelte sich um Sampler „aus der Radio- und Fernsehwerbung“, die 10 Mark (bzw. 9 Mark 90) kosteten, wenn ich mich recht erinnere. Filmmusik-Tonträger waren hierzulande noch eine völlig exotische Angelegenheit. Dennoch waren meine erste Single und meine erste Langspielplatte Soundtracks (wenn auch solche aus dem Fernsehen)*. Bei der Single kam mir entgegen, dass die Titelmelodie der Serie „Der Mann in den Bergen“ eben die Charts gestürmt hatte, und so konnte ich „Maybe“ von Thom Pace (eines Sängers, der ein One-Hit-Wonder blieb) tatsächlich in meinen Besitz bringen. Schon bei dieser Premiere fiel mir etwas auf, was mich in den nächsten Jahren beim Sammeln von Filmmusik beständig ärgern sollte: die gekaufte Musik war grundsätzlich eine andere als die im Film.
Die reguläre Beschriftung „Original Motion Picture Soundtrack“ ist ein Euphemismus, mitunter sogar eine glatte Lüge. Im Falle von „Maybe“ stimmten immerhin Text und Interpret (was nicht selbstverständlich ist), doch die beiden Refrain-Töne des Liedes waren (zu ihrem Nachteil) verändert worden, vom Arrangement ganz zu schweigen. Dafür gab es auf der Single (die ja auf c. a. drei Minuten Länge kommen wollte) zwei Strophen statt der einen, die in den Serien-Abspann gepasst hatte. Das milderte meine Produktenttäuschung nicht.

Thom Pace-Covers„Meine“ erste Single mit Serienheld Dan Haggerty auf dem Cover (l.) und der Sänger Thom Pace auf seinem Nachfolgetitel. Seither ward er nicht mehr gesehen noch gehört.

In erster Linie interessierte mich allerdings die spätromantische Musik, die ich in älteren Filmen im Vorspann und unter dem Dialog hörte. So sehr ich mich über jede Platte freute, richtig zufrieden war ich nie. Weiterlesen

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold
Durchsetzer

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Große Momente für die Ewigkeit

Hin und wieder wird eine Zeitenwende im Film festgehalten, und wir dürfen einer technischen Revolution zusehen. So geschehen in Alfred Hitchcocks „Blackmail“ (1929), der als Stummfilm beginnt und nach dem Prolog zum Tonfilm wechselt. (Der wirkliche „erste Tonfilm“ zeigt uns diesen Umbruch nicht. Er hat ein paar Tonsequenzen – musikalische Einlagen – und endet wie er begonnen hat: als Stummfilm.)*

Auch bei Louis de Funès gibt es einen solchen History-Effekt. Weiterlesen

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