Die Outtakes von Ralf König (72): Die blaue Mappe (xi)

Der Inhalt dieser Mappe (2001-02) besteht aus Vorstudien zu „Sie dürfen sich jetzt küssen“ (2003) und „Dschinn Dschinn“ (2005 und 2006), welcher zunächst als „Konrad und Paul“-Band geplant war.

KP Mutter kommtFortsetzung folgtCopyright by Ralf König

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„Preise sind wie Hämorrhoiden …“*

betr.: 76. Geburtstag von Bob Dylan

Als Dario Fo 1997 den Literaturnobelpreis bekam, war das etwas Neues, eine Entscheidung, die es offensichtlich darauf anlegte, als besondere Überraschung zu beeindrucken. Zu Beginn der nächsten Ausgabe des „literarischen Quartetts“ überließ es der leicht angewiderte Marcel Reich-Ranicki seinen Kollegen, zu dieser Sache kurz Stellung zu nehmen. Sigrid Löffler bezeichnete die Bekanntgabe als die übliche „Lachnummer im November“, was so klang, als wäre sie gar nicht besonders überrascht.

Im vorigen Jahr wagte die Jury mit Bob Dylan wieder ein solches Crossover. Spontan fand ich die Entscheidung ähnlich daneben wie die knapp zwanzig Jahre zuvor – ganz einfach, weil ich die Würdigung von Musikern bzw. politischen Chansonniers lieber durch andere Institutionen erledigt wüsste – schon aus Kompetenzgründen.** Ich konnte mir auch bis jetzt den Verdacht nicht ausreden, Bob Dylans Erreichen des 75. Lebensjahres könnte der eigentliche Erreger dieser Ehrung gewesen sein. Weiterlesen

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Broadway’s Like That (58): Nacht über Hollywood

18. Hollywood und der Broadway – Eine Hassliebe (3)

Anfang der 80er Jahre gelangte mit der Bühnenfassung von „Singin’ In The Rain“ der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm auch auf die Musical-Bühne. Mit den Spätfolgen dieses Ereignisses beschäftigte sich 10 Jahre darauf Andrew Lloyd Webbers “Sunset Boulevard”. Hier geht es um eine gealterte und vergessene Filmdiva*, und um die Aura des alten Hollywood musikalisch wiedererstehen zu lassen, gestaltet Lloyd Webber seine Musik hier nach dem Vorbild historischer Filmmusik.

„Sunset Boulevard“ erlebte seine Londoner Premiere 1993, gelangte nach einem Zwischenspiel in Los Angeles 1994 an den Broadway und wurde ab Ende 1995 in wieder der gleichen Inszenierung im hessischen Niedernhausen aufgeführt, wo man ihm eigens ein Theater errichtete – Teil eines Vermarktungsmodells, den der Erfolg von Webbers „Cats“ ausgelöst hatte. In mehr als (20 Ländern der Erde werden Llyod-Webber-Musicals gespielt. Allein am Broadway und im Londoner West End liefen jeweils drei zugleich. Fast Stündlich, so heißt es, hebt sich irgendwo auf der Welt der Vorhang vor einem seiner Stücke. Ein wahres Musical-Imperium also, und „König des Musicals“ wird er denn auch genannt (– welche Bescheidenheit der Ansprüche)! Ein König Midas ist er gewiß, der sich zur Goldgewinnung seiner eigenen Vermarktungsfirma, der „Really Useful Group“, bedient. Weiterlesen

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Zwei Fälle für Sir John

betr.: 110. Geburtstag von Laurence Olivier

Ein Beitrag Alfred Hitchcocks zur Transition Time, dem Übergang vom Stumm- in den Tonfilm, war „Mord – Sir John greift ein“, der einzige Film des Meisters, der mehrsprachig produziert wurde, da Synchronisation noch nicht möglich war. In der deutschen Fassung wurde Herbert Marshall, der eine Mischung aus Starschauspieler und Meisterdetektiv verkörpert, von Alfred Abel vertreten.
Es ist kurios, dass es ausgerechnet diesen Filmstoff erwischt hat. Die Geschichte ist so britisch, dass sie in der deutschen Fassung kaum funktionieren konnte. – Genau werden wir es nicht erfahren, denn von der deutschen Version existiert „kein sendefähiges Material“ mehr, wie es dann immer so schön heißt. Wir kennen diesen Film in einer (allerdings entsetzlichen) Synchronfassung aus den 70er Jahren. Weiterlesen

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Gottes Brot und Teufels Aufstrich (66)

Eine Graphic Novel von Monty Arnold

Limbo 66aFortsetzung im nächsten Heft_L

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Die schönsten Filme, die ich kenne (26): „Der unheimliche Besucher“

Die US-Produktion „The Night Visitor“ (1971) wurde in Dänemark und Schweden gedreht, in rauer, winterlicher Einsamkeit. Nicht nur die Landschaft, auch das Darstellerensemble und die dräuende Düsternis vermitteln das Gefühl eines Ingmar-Bergman-Dramas.
Im Mittelpunkt steht der schweigsame Bauer Salem, der in einer festungsartigen Irrenanstalt einsitzt. Sie gilt als ausbruchsicher, was man angesichts der mittelalterlich-robusten Bauweise sofort glaubt. Salem wurde nach einer Intrige seiner Schwester Ester und ihres Mannes Dr. Jenks hier eingekerkert, die ihm einen gemeinsam begangenen Mord untergejubelt haben, um sich die Erbschaft unter den Nagel zu reißen. Sie achten sogar darauf, Salem in der Psychiatrie verschwinden zu lassen, um seine absehbare Entlassung zu verhindern. In der Folge mimt Salem den bastelnden Gemütsmenschen, der sich in sein Los gefügt hat und mit seinem Kerkermeister friedlich Schach spielt. Doch das täuscht. Wie wir schon in der ersten Szene sehen können, bricht er regelmäßig aus und wieder ein – die zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen trickreich umgehend. In der Zwischenzeit unternimmt er, durch ein perfektes Alibi geschützt, einen blutigen Rachefeldzug …

Night Visitor

Es fällt schwer, sich den kultivierten Christopher Lee in der Rolle dieses rätselhaften Unholdes vorzustellen. Er sollte jene Rolle ursprünglich spielen, die dann aufgrund von Terminschwierigkeiten an ihre Idealbesetzung ging: Max von Sydow. Weiterlesen

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Gottes Brot und Teufels Aufstrich (65)

Eine Graphic Novel von Monty Arnold

Limbo 65Fortsetzung im nächsten Heft_L

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Die Outtakes von Ralf König (71): Die blaue Mappe (x) – Rendezvous

incidDer Inhalt dieser Mappe (2001-02) besteht aus Vorstudien zu „Sie dürfen sich jetzt küssen“ (2003) und „Dschinn Dschinn“ (2005 und 2006), welcher zunächst als „Konrad und Paul“-Band geplant war.

Rendezvous85 Weiterlesen

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Die schönsten Filme, die ich kenne (25): “Die Abrechnung“

Dieser Film ist zweierlei: ein regulärer „Tatort“ um den Essener Oberkommissar Haferkamp und ein Gerichtsfilm, ein ganz eigenständiges Kriminaldrama, das in seiner verwinkelten Moral und seinen finster ausgeleuchteten Holzvertäfelungen an Dürrenmatt erinnert. Die gesamte Atmosphäre hat mehr von einem besseren deutschen Kinofilm der 70er Jahre als von einem Reihenkrimi. Bei aller Ernsthaftigkeit, die er seinem Sujet widerfahren lässt – immerhin kommt im Laufe der Geschichte ein Kind zu Tode – ist er so skurril, dass er beinahe zur Parodie gerät. In den „Best Of“-Weihefestspielen, die das Erste regelmäßig um den Klassiker der Serie „Reifezeugnis“ herumgruppiert, fehlt er denn auch zuverlässig. Weiterlesen

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Broadway’s Like That (57): Cy Coleman und „City Of Angels“

18. Hollywood und der Broadway – Eine Hassliebe (2)

Cy Coleman zog zunächst nichts zum Theater. Einige Hitparadenerfolge wie sein für Frank Sinatra geschriebener Song „Witchcraft“ trugen ihm jedoch den Auftrag zu seinem ersten Musical „Wildcat“ ein. 1962 komponierte er die Songs zu Neil Simons irrwitziger Farce „Little Me“. Die legendäre Diva Belle Poitrine berichtet mit geheuchelter Bescheidenheit von ihrem Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen zu Ruhm und Reichtum und den Männern ihres Lebens. Diese wurden alle von dem Fernsehkomiker Sid Ceasar verkörpert, dem der Song „Boom-Boom“ Gelegenheit zu einer hinreißenden MauriceChevalier-Parodie bot. Von der Kritik hochgelobt, war die Publikumsresonanz trotz Colemans schwungvoller, jazzinspirierter Musik enttäuschend. Erst mit „Sweet Charity“ begann seine Glückssträhne.

Mit „City Of Angels“ gelang Coleman 1989 eine liebevolle Hommage an Hollywoods „Schwarze Serie“ und an Schriftsteller wie Raymond Chandler oder Dashiell Hammett. Weiterlesen

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