Broadway’s Like That (55): Backstage

16. Neue Namen, neue Formen (5)

1975 hatte ein Musical am Broadway Premiere, das Langzeitrekorde aufstellen sollte, lange bevor das Konzept einer weltweiten Vermarktung (dazu später mehr) ihm dabei hätte helfen können: “A Chorus Line”. Es erzählt die alltägliche Geschichte vom langsamen Entstehen eines Tanz-Ensembles.
Der Komponist Marvin Hamlisch hatte zu dieser Zeit bereits einige Filmmusiken geschrieben und sich hier auch um die Titelsongs gekümmert. Besonders beliebt wurde Barbra Streisands „The Way We Were“.Wenige Jahre später sollte Hamlisch für „The Spy Who Loved Me“ die erste Soundtrack-Oscarnominierung für einen „James Bond“-Film erhalten.
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Die Outtakes von Ralf König (68): Ralf und die Frauen (v)

betr.: Erotischer Comic / Serie / „Prototyp“

In dieser Serie werden unveröffentlichte Zeichnungen von Ralf König vorgestellt: Skizzen, Vorstudien und Entwürfe, Outtakes, aber auch unvollendete Comics.

Im selben Jahr legte Ralf König mit „Prototyp“ den esten Teil einer Bibel-Trilogie vor.
Er wandte sich nun für einige Jahre dem Thema Religion zu. „Prototyp“ (die Schöpfungsgeschichte) und „Archetyp“ (die Sintflut) erschienen auch in der F.A.Z. als Fortsetzung. Als Buch folgte noch „Antityp“ (die Abenteuer und Ansichten des Apostels Paulus). Ralf hat sich inzwischen künstlerisch an der Religion abgearbeitet und sie rechtschaffen ermattet beiseite gelegt – die Welt leider noch lange nicht.

Eva1

In Gottes Werkstatt könnte es ähnlich ausgesehen haben: Vorstudien zu Eva für „Prototyp“. Bekanntlich kam dann alles ganz anders … in Ralfs Werkstatt.

Eva2Fortsetzung folgtCopyright by Ralf König

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Die schönsten Filme, die ich kenne (23): „Hotel International“

„Wozu in aller Welt musste ich auch diesen blödsinnigen Beruf ergreifen? … Wer will meinen Job haben? Wer in Dreiteufelsnamen will meinen Job haben?“

Das Buch „Bad Movies We Love“ widmet einen Artikel dem leichten Technicolor-Liebesdrama „Hotel International“. Sein Regisseur Anthony Asquith galt einigen Fachleuten gut 30 Jahre zuvor als größtes britisches Regie-Talent neben Hitchcock, der inzwischen in einer völlig anderen Liga spielte. Ähnlich weit entfernt ist die Handlung seines Episodenfilms (wie man ihn heute nennen würde): Während der 12stündigen Verzögerung eines Transatlantik-Fluges verwickeln sich die Schicksale einer Gruppe von Reisenden in der Promi-Lounge des Londoner Flughafens.
Der Originaltitel „The V.I.P.s“ trifft das noch etwas besser, obwohl auch der deutsche Titel auf ein Ensemblestück verweist, einen All-Star-Cast. Für mich persönlich sind in diesem Exemplar all jene Dinge galvanisiert, die seither aus dem Medium Film verschwunden sind – und das nicht zu dessen Vorteil.

VIPsEs war einmal … da bastelten die Lithographen einer Fernsehzeitung noch jedem Film ein kleines Plakat. (Abbildung aus dem „Gong“ von 1983)

Schon der Vorspann (wieder so etwas, was es heute fast nicht mehr gibt) dieses „swanky trashfest“ ist ein Gesamtkunstwerk, das jedes normale zwanzigjährige Hirn unserer Tage verflüssigen würde und zu Ohren hinauslaufen ließe. Weiterlesen

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Gottes Brot und Teufels Aufstrich (57)

Eine Graphic Novel von Monty Arnold

Limbo 57aFortsetzung im nächsten Heft_L

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Die schönsten Filme, die ich kenne (22): „Der Strohmann“

Wenn es im Kino um das Showgeschäft geht, wird sich gern auf die Darstellung von Erfolg konzentriert und die Mühen auf dem Weg dorthin werden kräftig romantisiert. Obwohl sich die Leute aus Hollywood mit diesem Thema naturgemäß auskennen, ist der Realitätsgehalt in etwa so hoch wie im Fernsehkrimi, wo so ziemlich jeder Übeltäter nach spätestens 90 Minuten zur Strecke gebracht wird.
Die Reihe der Filme, die um das Scheitern eines Entertainers kreisen, ist vergleichsweise kurz: „Der Komödiant“ von Tony Richardson ist ein berühmtes Beispiel oder „Rampenlicht“, Chaplins Parabel über das Nachlassen der Witzigkeit im Alter. Hierin gibt es eine Alptraumsequenz, in der der Clown schließlich merkt, dass er sich die jubelnde Masse nur eingebildet hat. Auch „Funny Bones“ von Peter Chelsom, in dem der unbegabte Sohn eines großen Komikers zu gleich Beginn sein Las-Vegas-Debüt vergeigt, lässt uns das Versagen vor Publikum auf der anderen Seite der Rampe miterleben.
Niemand jedoch verkörperte die gepeinigte Kreatur eines mitleidslosen Amüsierbetriebs so verstörend und mit solchem Körpereinsatz wie Zero Mostel in „Der Strohmann“. Weiterlesen

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Sphärenklänge

betr.: 113. Jahrestag des Aufbruchs von Will Gaisberg nach Konstantinopel / Tonträgergeschichte

Emil Berliner, ein Elektroingenieur aus Hannover, der in die USA ausgewandert war, gelang 1897 der Durchbruch: er ersetzte nach langwierigen Experimenten die mit Wachs beschichtete Zinkplatte durch eine Scheibe aus feinstem Schiefermehl, Rußstaub und Schellack, was die Vervielfältigung erleichterte. Von nun an mussten Schallplatten nicht mehr einzeln kopiert sondern konnten in beliebiger Zahl gepresst werden. Sie liefen mit 78 Umdrehungen in der Minute und werden von Sammlern daher auch „78er“ genannt. Da Schellackplatten anfangs hauptsächlich zur Aufzeichnung von Stimmen dienten – etwa die von Königen, Staatsoberhäuptern und dem Papst – blieben Schellacks mit Musik bis ins frühe 20. Jahrhundert die Ausnahme. Weiterlesen

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Gottes Brot und Teufels Aufstrich (56)

Limbo 56Fortsetzung im nächsten Heft_L

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Die Outtakes von Ralf König (67): Die blaue Mappe (vii) – Konzertbesuch

Der Inhalt dieser Mappe (2001-02) besteht aus Vorstudien zu „Sie dürfen sich jetzt küssen“ (2003) und „Dschinn Dschinn“ (2005 und 2006), welcher zunächst als „Konrad und Paul“-Band geplant war.

Mappe 17Fortsetzung folgtCopyright by Ralf König

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Broadway’s Like That (53): „You’ll Never Walk Alone“

betr.: 72. Jahrestag der Uraufführung des Musicals „Carousel“

13. Richard Rodgers mit Oscar Hammerstein II (3)

„You’ll Never Walk Alone“, der sakrale Song aus dem Finale von „Carousel“, schwebt heute, gesungen von unzähligen Fans, über vielen Fußballstadien. Über die BVB-Gottesdienste in der Dortmunder Dreifaltigkeitskirche gelangte das Lied auch in den religiösen Kontext zurück, deren musikalisches Idiom es ausgehend vom Plot des Musicals ohnehin zur Grundlage hatte. In „Carousel“  schickt es der im Leben gestrauchelte Vater aus dem Jenseits an seine kleine Tochter: „Du wirst deinen Weg nie allein gehen müssen!“
Der große Erfolg der 1945 gestarteten Show mit knapp 1000 ausverkauften Vorstellungen mag auch daran gelegen haben, dass es sich als Trostspender für Kriegerwitwen mit vaterlosen Kindern erwies. Weiterlesen

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Das Zeitalter der nachwachsenden Geheimnisse

betr.: 111. Jahrestag des großen Erdbebens von San Francisco

Das Beispiel Karl May führt uns vor Augen, dass der Nimbus eines Schriftstellers Schaden nimmt, wenn man allzuviel über ihn und sein Leben weiß. Das ist ein wenig unfair, da es schließlich eine wesentliche Aufgabe des Erzählers ist, sich Geschichten auszudenken. Doch auch beim Fantasieren spielt Glaubwürdigkeit  eine nicht zu unterschätzende Rolle. Schließlich muss es dem Autor gelingen, über seinen eigenen Horizont hinauszugelangen.
Das wusste B. Traven, der sich bei der Verschleierung seiner Identität(en) sogar das Erdbeben in San Francisco zunutze machte, bei dem sämtliche standesamtlichen Unterlagen zerstört wurden. Er brachte es fertig, aus seiner Biographie weit über den eigenen Tod hinaus ein großes Geheimnis zu machen. Auch die Lebensgeschichte des Comic-Künstlers Hugo Pratt* ist ein lustvolles Mysterium: er verwendete gleichviel kreative Fantasie auf die Erschaffung der Biographie seines Helden Corto Maltese wie auf seine eigene. Beide Herren waren allerdings unbestritten weitgereist und in überaus bewegte Zeiten geworfen, was sie – im Gegensatz zu Karl May – mit dem nötigen Duft von Authentizität und Abenteuer versorgte. Der legendäre Hollywoodstar und Regisseur Orson Welles ist ein besonderer Fall: bei ihm bilden ein wechselvolles Leben und die eigene Interpretation desselben ein Kunstwerk für sich.
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