Der Song des Tages: „Blue Pacific Blues“

betr.: 101. Geburtstag von Rita Hayworth

Rita Hayworth galt im frühen Tonfilm als die schönste Frau Hollywoods und hat oft auf der Leinwand gesungen – erstaunlich oft, wenn man bedenkt, dass sie jedesmal stimmlich gedoubelt wurde. Legendär wurde ihr Song „Put The Blame On Mame“ aus dem Kriminaldrama „Gilda“.
In „Miss Sadie Thompson“ konnte das Publikum Rita Hayworth sogar in 3-D erleben – das war um 1953 (als der Film entstand) einer der Versuche Hollywoods, dem Siegeszug des Fernsehens technische Gimmicks entgegenzusetzen.

Das Cover der EP vermittelt die erotisch aufgeladene Atmosphäre der Südsee – gebremst von  der Züchtigkeit des US-Kinos der 50er.

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Die Marvels wie sie wirklich waren: Sub-Mariner

Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin „Das sagte Nuff“ (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben. 

Das Wichtigste zuerst: der Sub-Mariner wird nicht auf der dritten Silbe betont, wie es uns die Beatles mit ihrem gelben Unterseeboot vorgemacht haben, sondern auf der zweiten („Sap-Merriner“). Vieles vom Zweitwichtigsten habe ich über diesen, einen meiner ewigen Marvel-Lieblingshelden bereits in einem früheren Artikel geschildert* – z.B. eine ausführliche Inhaltsangabe. Deshalb fällt Daniel Wamslers Beitrag etwas kürzer aus, wartet aber (wiederum) mit einer eigenen Checkliste auf.

Prinz Namor, der Held von Atlantis
von  Daniel Wamsler
http://dassagtenuff.blogspot.com/ 

Des Sub-Mariners eigene Reihe nach “Tales To Astonish” präsentierte der Williams Verlag erstmals in „Die Spinne“ Nr. 41. Die Originalcover wurden meist für die Einleitung der Fortsetzungen benutzt. Zeichner: John Buscema.

Namor, der Sub-Mariner

Wenn man die Anfangstage der Williams-Version von „Prinz Namor, Held von Atlantis“ ignoriert, wird einem kaum bewusst, wie viel der Verlag wirklich gekürzt hat. Nicht nur, dass gleich zu Beginn Namors zweite Episode aus “Tales To Astonish” (TTA) # 71 fehlt, kurz darauf ersetzte man in „Die Spinne“ Nr. 3 (TTA # 73) eine komplette Comic-Seite durch Verlagseigenwerbung für die Frankenstein-Reihe. Weiterlesen

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Trümmerfilm gefällig

betr.: 73. Jahrestag der Uraufführung des ersten deutschen Nachkriegsfilms „Die Mörder sind unter uns“ 

Das Wort „Trümmerfilm“ meint streng genommen nur das schmale Genre der Filme, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den verwüsteten Städten Europas entstanden sind – fast immer in Berlin, im Falle der berühmtesten Ausnahme „Der dritte Mann“ in Wien. Ein Werk wie „Deutschland im Jahre Null“ sieht diesem Genre zum Verwechseln ähnlich, aber hier haben wir es bereits mit einem Beitrag zum italienischen Neorealismus zu tun.
Die wahrhaftigen Ruinen und Schuttberge geraten im Trümmerfilm zu einer wirklich eindrucksvollen Kulisse, und darin kann sogar eine Komödie funktionieren – wie Billy Wilders „A Foreign Affair“. (Ähnlich festgelegt ist auch das Wort „Nachkriegszeit“, das ebenso selbstverständlich auf das Ende des Zweiten Weltkriegs Bezug nimmt – was uns zu denken geben sollte…) Weiterlesen

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

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Richard Kummerfeldt – An den Rändern der Traumfabrik (11)

Fortsetzung vom 6.10.2019

Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten in den 90er Jahren.

Soundtracks ohne Grenzen

Begeistert teilte ich mein neu erworbenes Wissen mit VRC, der davon gar nichts hören wollte. Er wollte seriös weiterarbeiten und träumte vermutlich von einem Weltkonzern, ähnlich wie Varèse oder Milan in Paris. Ich unterhielt mich also mit Thomas Karban (den „Schürmann“ hatte er zwischenzeitlich abgelegt). Auch ihn faszinierte diese Möglichkeit, kam er dadurch doch etwas von den zweitklassigen Action-Scores von Edel und den Neueinspielungen der verwechselbaren Filmmusik-Sampler aus Prag weg. Aber wie konnten wir unsere Pläne realisieren, wenn VRC sich quer legte? Er hatte keine Lust auf die zu erwartenden Anwaltsschreiben aus Los Angeles, New York, London oder Madrid. Und wir wollten unseren Traum von einen Soundtrack-Label (fast) ohne Einschränkungen verwirklichen. Da passierten zwei Dinge. Das Erste war, dass der von mir nicht wirklich wahrgenommene Niedergang von Proton begonnen hatte, und Heinz meldete sich mit einem Paukenschlag aus Pirmasens!

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Eine Flucht mit Folgen

betr.: Das Hörbuch „39 Stufen“ von Jens Wawrczeck

Auch in der Kunst gibt es so etwas wie eine Abstammungslehre und die damit verbundenen Familienähnlichkeiten und Generationenkonflikte. So führt eine direkte Linie von Bing Crosby („White Christmas“) über dessen gelehrigsten Schüler Dean Martin („That’s Amore“) zu Elvis Presley („Jailhouse Rock“), bei dem man wiederum das Vorbild Dean Martin stets heraushörte.
Insofern ist „The 39 Steps“ der Großvater der James-Bond-Serie. Seinem Vorbild ließ Hitchcock seinen rasantesten Film „North By Northwest“ (einen Originalstoff) folgen. Und als wieder drei Jahre später in England endlich das langgehegte Projekt der ersten 007-Verfilmung glückte, war die Erinnerung erkennbar frisch.

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Die schönsten Comics, die ich kenne (28): „Im Visier“

„Im Visier“ – Zeichnungen und Adaption: Jacques Tardi, nach der Erzählung „La position du tireur couché“ von Jean-Patrick Manchette, Futuropolis 2010, deutsch 2011 bei Edition Moderne, Übersetzung: Stephan Pörtner Jacques Tardi, Jahrgang  1946, ist einer der bekanntesten Comiczeichner Frankreichs. Das Feuilleton feiert ihn vor allem für seine historischen Arbeiten, für Comics, die die beiden Weltkriege thematisieren. Zugegeben: zum Tardi-Bewunderer wurde ich bei einem seiner Krimis, und es war nicht einmal einer um den (unabhängig von Tardi) berühmten Ermittler Nestor Burma.

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Die Outtakes von Ralf König (169): „Stehaufmännchen“ (xiii)

Hier sucht Ralf nach dem Verwerfen der Talkshow-Idee als Rahmenhandlung (siehe letzte Kapitel dieser Serie) nach einem passenden Einstieg  in sein „Stehaufmännchen“. Die Steppe der vorliegenden Buchfassung ist noch ein Dschungel, und die Philosophie lautet: „Ich k*cke, also bin ich!“. – „Das wäre vielleicht ganz interessant gewesen, aber leider total unkomisch“.

Einstieg_969_Fortsetzung folgtCopyright by Ralf König

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Dr. Strange / Doktor Strange – Der Magier (2)

Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin „Das sagte Nuff“ (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben. 

Dr. Strange – Die Welt des Dr. Seltsam
von  Daniel Wamsler
http://dassagtenuff.blogspot.com/ (Fortsetzung vom 1.1.0.2019)

Strange Tales 119 seite 2Dr. Strange von Steve Ditko (Strange Tales # 119)

Im Oktober 1975 begann die wohl die kreativste Phase des Williams-Verlags. Gleich vier Serien wurden neu gestartet, darunter „Der Eiserne“ (Iron Man), „Dr. Strange“, „Planet der Affen“ und DCs „Die Grüne Laterne“. Die Redaktion machte sich die Mühe und verfasste für jede der Erstausgaben ein eigenes einleitendes Vorwort, in dem erklärt wurde, wie die Serien entstanden und aus welchen US-Heften die Vorlagen stammten. Für „Planet der Affen“ und „Die Grüne Laterne“ richtete man separate serienbezogene Leserbriefseiten ein. Alles in allem ein mutiger Schritt und ein enormer Aufwand, der letztlich leider nicht belohnt wurde, da mit Ausnahme des Affen-Magazins alle Reihen schon nach einem Jahr eingestellt wurden. Im Folgemonat ereilte „Planet der Affen“ dasselbe Schicksal. Weiterlesen

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Sein letzter Ausbruch

betr.: 90. Geburtstag von Helmut Qualtinger

Der Kabarettist Helmut Qualtinger war auch ein Verwandlungskünstler. Wenn die Umsetzung einer seiner Ideen es erforderte, legte er sogar seinen österreichischen Akzent ab und bemüßigte sich sehr überzeugend eines anderen.
Seinen letzten Auftritt hatte er in einem international besetzten Film, der ihn gerade wegen seines naturgemäß urviechhaften Äußeren brauchte: die Verfilmung von „Der Name der Rose“ – umfangreich, hochkomplex und dennoch ein Bestseller.

„Der Name der Rose“ spielt im 14. Jahrhundert in einem Mönchskloster und wurde großenteils im Kloster Eberbach im Rheingau gedreht. Der Bedarf an knorrigen Gestalten, die diesen Lebensraum bevölkern, erinnerte das damalige Publikum an einen Fellini-Film Weiterlesen

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