Gesine

Unverlangte Chanson-Illustration für Sebastian Krämer

Gesine

Gesine_LiedzeileVom Album „Ein Freund großer Worte“

Text und Musik: Sebastian Krämer, Zeichnung: Monty Arnold 

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Die Marvels wie sie wirklich waren: Die Gruft von Graf Dracula (2)

Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin „Das sagte Nuff“ (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben. 

Dracula 
von  Daniel Wamsler
http://dassagtenuff.blogspot.com/

Gruft von Graf Dracula #1
Nach „Die Spinne“ Nr. 1 das zweitbegehrteste Williams-Heft in Sammlerkreisen: „Die Gruft von Graf Dracula“. Während Gene Colan für den Inhalt verantwortlich zeichnete, setzte Neal Adams das Titelbild in Szene.

Im Januar 1974 startete der Williams Verlag zusammen mit sechs weiteren Serien die Marvel-Adaption von Bram Stokers* Klassiker „Dracula“ Mit der Produktionsnummer 6506 001 sollte der in den USA im April 1972 zum Leben erweckte Vampir nun sein Unwesen auch in Deutschland treiben.
Einer der Gründe, warum der amerikanische Verlag Horrorgestalten wie Dracula und Frankensteins Monster auferstehen ließ, ist simpler Natur: die Autoren Mary Shelley und Bram Stoker waren lange tot und ihr Werk damit gemeinfrei. Zudem waren die Richtlinien der Comics Code Authority Anfang der Siebziger gelockert worden, was zu ganzen Scharen von Gruselfiguren wie „Swamp Thing“ und „Werewolf By Night“ in den Comic-Heften führte. Weiterlesen

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Geliebter Offenbach

betr.: Radio-Sonderprogramme zum gestrigen 200. Geburtstag von Jacques Offenbach

Prinzessin von TrapezuntDie Technik macht’s möglich: den gestrigen 200. von Jacques Offenbach und die heute zuendegehende Woche, die diesen Tag umgibt, war in archivarischer Hinsicht ein derartiges Besäufnis, dass ich mein Lieblings-Offenbach-Motiv – das dekadente Violinsolo aus der „Orpheus“-Ouvertüre in Dauerschleife – zu hören meinte (den üblichen Tinnitus gnädig verdrängend).
Während in populäreren Medien – wie dem Fernsehen oder dem Internet – dieser Jubeltag niemandem auffallen konnte, wurde er in den unzähligen öffentlich-rechtlichen Kulturprogrammen überschäumend gefeiert: mit Features, Sendereihen, Konzerten und Archivaufnahmen. Und mit einer reichlich grotesken „Offenbachiade“ von Dominique Horwitz (dessen vulgär-morastiger Charme weitaus besser zu François Villon passt als zu Offenbach). Mein Lieblingsmoderator Matthias Käther durfte seinen wöchentlichen „Opernführer“ auf dem rbb zum monothematischen Fünfteiler ausdehnen …
Natürlich konnte ich mir die ganze Pracht nicht linear anhören, aber zum Glück haben wir heute Home-Entertainment-Bedingungen, von denen Offenbachs Zeitgenossen nicht einmal träumten. Früher war eben nicht alles besser, und im Rundfunk haben sich manche Dinge seit 70 Jahren eh nicht geändert. Der Festplattenrecorder dampfte im Dauerbetrieb, und ich habe mir ganz schön was abgeholt für meine Gebühren.
Wer weniger auf der Hut war oder kein solches Gerät bewirtschaftet, der kann die ARD-App und die einschlägigen Mediatheken nutzen, um sich dieses Vergnügen nachträglich zu bereiten. Weiterlesen

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Der Sprache den Inhalt austreiben

betr.: 70. Geburtstag von Bernd Eilert

Bernd Eilert, Humorist und langjähriger Hausautor von Otto, ist den Lesern der „Titanic“ unter dem Sammelpseudonym Hans Mentz bekannt, unter dem er mit anderen Autoren eine Humorkolumne betreut. Eilert studierte Theaterwissenschaft an der Universität Marburg und stieß 1970 zum „Scherzbergwerk“ der „Neuen Frankfurter Schule“ – als jüngstes Mitglied. Seine Otto-Kollegen sind 80 (Pit Knorr) und nicht mehr unter uns (Robert Gernhardt). (Hans Traxler ist sogar gerade 90 geworden …)
Eilert schrieb für Rundfunk und Fernsehen und gehörte zu den Gründern der „Titanic“, die im September ihren 40. feiern wird. Bernd Eilert feiert heute wiederum seinen 70., weshalb der Hessische Rundfunk in den Morgenstunden ein Gespräch mit ihm sendete. Hier seien nur ein paar Stellen wiedergegeben, die mich besonders gefreut haben.

Als die berühmte Anekdote fällt (Otto klaut einige Texte aus dem „Bergwerk“ für seine Bühnenshow, und als die Autoren nachhaken, beginnt eine lebenslange Zusammenarbeit), meint Eilert: Weiterlesen

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Alles, was nicht nach Elefant aussieht

Als junger Schauspieler macht man oft zu viel. (Als junger Sprecher oder Comedian sicherlich auch.) Das ist von der Natur schon ganz schlau gedacht, denn Weglassen ist einfacher als nicht Vorhandenes herbeizuzaubern. Wer in seiner Frühphase nicht aus sich herauskommt, berechtigt zumindest nicht zu den schönsten Hoffnungen.
Die Anleitung eines jungen Künstlers, die gern mit der Kunst verglichen wird, einem Rohdiamanten seinen Schliff zu geben, ist also eine Schule des Weglassens. Idealerweise kann man die unterdrückten Aspekte später wieder hervorholen, sie einzeln und zur rechten Zeit abrufen.

Eine schöne Metapher für diese Arbeit ist ein einseitiger MickyMaus-Comic, den ich leider nicht mehr wiederfinde, obwohl ich diese Seiten früher fleißig aus der Fernsehzeitung herausgerissen habe.
Micky Maus besucht seinen Freund Goofy, der im Garten einen großen Granitblock aufgestellt hat. Nun steht er auf einer Leiter und meißelt an dem noch fast perfekten riesigen Quadrat herum. „Was soll denn das werden?“ fragt Micky. „Ich meißele mir einen Elefanten in Originalgröße für meinen Vorgarten“, antwortet Goofy fröhlich. „Einen Elefanten meißeln? Ja kannst du das denn?“ – „Nein. Aber das kann nicht so schwer sein“, sagt Goofy. „Ich klopfe einfach alles weg, was nicht nach Elefant aussieht!“

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Die Großen Acht (7): Franz Waxman / Charles Gerhardt: Sunset Boulevard

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Die acht perfekten Tonträger meines Lebens

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In einer alten TV-Werbung für ein traditionsreiches Frühstücksflocken-Unternehmen gab ein junger Vater seinem Söhnchen eine Portion des Produktes zu essen. Eher beiläufig schob er sich selbst einen Löffel rein und sagte – nach einem Augenblick der Erleuchtung – verblüfft in die Kamera: „Wissen Sie eigentlich noch, wie gut die schmecken?“
So ähnlich erging es mir beim Wiederhören der Musik aus dem mir eigentlich wohlbekannten Kostümschinken „Prinz Eisenherz“ am Anfang einer LP mit dem inzwischen irreführenden Titel „Sunset Boulevard“. Der Untertitel lautete: „Classic Film Scores For Franz Waxman“.
Mir war wirklich entfallen wie schmissig sich das gleiche Thema einerseits beim Recken Eisenherz und wie betörend es sich andererseits bei Prinzessin Aleta anhört. So haben diese Burschen damals komponiert: unverwüstlich wie die Frisur des Helden! Weiterlesen

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Zackebuh

Unverlangte Chanson-Illustration für Sebastian Krämer

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Zackebuh_LiedzeileVom Album „25 Lieder aus 25 Jahren“

Text und Musik: Sebastian Krämer, Zeichnung: Monty Arnold

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Die Marvels wie sie wirklich waren: Die Gruft von Graf Dracula (1)

My Favourite Vampire

Der ruchlose Clifton Graves hat die Explosion überlebt! Er öffnet das Hemd und präsentiert seinen wieder zusammengenähten Oberkörper. Jetzt will er Rache nehmen am Vampirgrafen Dracula, der ihn so herzlos verstieß, doch daraus wird natürlich nichts …
Die Ereignisse um den Bösewicht Dr. Sun habe ich geliebt! Es ist Marvels schönste Reminiszenz an die frühen Horrorfilme der Universal mit ihren Science-Fiction-Elementen. Bei Dr. Sun (ein wahrhaft widerwärtiger Mad Scientist in Gestalt eines sprechenden Hirns, das in einer Nährlösung schwimmt) haben wir es außerdem mit einem „geheimnisvollen Chinesen“ zu tun, einem wichtigen Topos der klassischen Kriminalliteratur.
Und natürlich liebte ich den charismatischen Vampirjäger Blade, der es viel später zu einer Filmkarriere bringen sollte!
Doch insgesamt wurde Marvels „Dracula“-Serie von mir einst ebenso und aus den gleichen Gründen unterschätzt wie „Die ruhmreichen Rächer“: erst bei der durchgehenden Lektüre entfaltet sich eine erzählerische Pracht, die über die Summe einzelner Heftlektüren noch weit hinausgeht. Weiterlesen

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Sprechen am Mikrofon – ein lasterhaftes Vergnügen

Über die Arbeit mit Klischee und Vorurteil bei der Figurenzeichnung am Mikrofon

Wer am Mikrofon eine Geschichte zu gestalten hat, sollte genauso im Text versinken, sich ebenso in ihm verlieren wie der Zuhörer. Einfach gesagt: je besser sich der Interpret mit Handlung und Figuren amüsiert und zerstreut, desto besser wird das auch dem Konsumenten gelingen. (Ausgenommen hiervon ist allenfalls die Synchronarbeit, die durch die heute übliche zeitsparende Vorgehensweise des „Ixens“ an andere handwerkliche Instinkte appelliert.)
Diese These baut auf der Erfahrung auf, dass die so wichtigen Zwischentöne und der Subtext des Gesagten – also all das, was der Sprecher dem reinen Textinhalt hinzufügt, der sich auch dem Selbstleser böte – nur gelingen kann, wenn man nicht Satz für Satz vorgeht, sondern sich linear (surfend) durch die Erzählung hindurchbewegt.
Das Schöne am Konsumieren von Geschichten wird somit für den Sprecher zum Teil der Arbeit – also je nach Mentalität entweder zum positiven Nebeneffekt oder zum Witz an der Sache. (Ich persönlich neige zu Bewertung Nr. 2.)

Ein Beispiel

In der Erziehung hat man den meisten von uns beigebracht, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen, denn schließlich kann ja niemand etwas für seine Segelohren oder seine Knollnase. Andererseits ist der erste (optische) Eindruck für uns alle unverzichtbar. Hier kommt der Dschungel zu seinem Recht, dem wir alle entstammen. Noch ehe unsere Manieren das verhindern können, hat sich unser Bauchgefühl schon etwas beim Anblick der Person gedacht („Hui, ganz schön große Ohren!“). Hinterher stellen wir mitunter fest, dass wir uns getäuscht haben oder das optisch Auffällige gar keine Rolle spielt. Aber das ist bei weitem nicht immer der Fall. Wer Segelohren hat, mag nichts dafür können, aber es ist immerhin möglich, dass ihn die vielen Jahre geprägt haben, da er auf dem Schulhof dafür gehänselt wurde. …
Nun kommt die gute Nachricht! Weiterlesen

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Die Outtakes von Ralf König (156): Einladung zur Shakespeare-Buchpremiere

betr.: 21. Jahrestag der Buchpremiere von „Jago“

Shakespeare-Party Einladung 1

Schon bei seinem frühen Erfolg „Lysistrata“ (1987) haben wir es mit einer Geschichte zu tun, die für Ralf König die Beschäftigung mit einer historischen Vorlage voraussetzte, doch im Wesentlichen fand er seine Sujets und das nötige Hintergrundwissen im eigenen Leben und in der realen Welt. Insofern bedeutete der Shakespeare-Comic „Jago“ elf Jahre später doch eine Premiere. Von nun an sollte es immer wieder und immer häufiger vorkommen, dass der Autor eine gründliche Recherche betrieb, der eine ebensolche Neuinterpretation des jeweiligen Themas folgte. Das aktuelle Buch „Stehaufmännchen“ ist ein weiteres Beispiel. Weiterlesen

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