Die schönsten Comics, die ich kenne: „Les Amours Ecologiques du Bolot Occidental“

„Les Amours Ecologiques du Bolot Occidental“ von Claire Bretécher, Frankreich Januar 1977, keine deutsche Übersetzung

Zu den (wenigen!) traurigen Aspekten meiner kulturellen Vorlieben gehört, dass mir in aller Regel die obskuren und verschmähten Künstler zusagen, und hat es mir mal ein Klassiker angetan, liege ich mit der Allgemeinheit über die Wahl der jeweiligen Werke über Kreuz. Im Falle von „Les Amours Ecologiques du Bolot Occidental“ der französischen Comic-Ikone Claire Bretécher weiß ich immerhin Ralf König an meiner Seite, der von seiner überaus vorbildlichen Kollegin sagt: „ihre Detailfreude und ihr Strich (sind) zeitlos und unerreicht. Aufrichtige Verehrung für eine der Größten der Zeichenzunft!” Angesichts des „Bolot Occidental“, einer Sammlung kurzer Geschichten um einen Hund, dessen Herrchen – ein Tierpfleger – ihm die Begegnung mit allerlei schrägen Viechern ermöglicht, gerät er derart ins Schwärmen, dass ich der Versuchung widerstehen muss, ihm die boshafte Frage zu stellen, wer denn nun größer sei: Crumb oder Bretécher.

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Dieses Juwel der Comic-Kunst gehört auch in Frankreich zu den Geheimtipps. Die Serie brachte es immerhin auf zwei Bände.
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Die Outtakes von Ralf König (113): „Herbst in der Hose“ (xii) – Paprikos, der trojanische Hengst

Ein gestrichenes Kapitel aus „Herbst in der Hose“ beginnt mit dem neuen Werk des Hobby-Romanciers Paul. Es geht auf ein prägendes Pubertätserlebnis zurück.

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Copyright by Ralf KönigFortsetzung folgt

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

betr.: 32. Jahrestag der Deutschlandpremiere des Musicals „Cats“ in Hamburg
Cats

 

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Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

betr.: 99. Jahrestag der Gründung der Filmproduktionsgesellschaft United Artists als Vertrieb für unabhängige Filmproduktionen durch Charles Chaplin und Kollegen

Stummfilmclowns1901: Eine Gruppe alter Clowns spricht über das Aufkommen des Films und tröstet sich damit, dass es sich um eine vorübergehende Erscheinung handele.

(nach einem Szenario von Charles Chaplin)

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Die wiedergefundene Textstelle: Calveros Albtraum

betr.: 129. Geburtstag von Charles Chaplin

Für die Darsteller der Leichten Muse hält das Leben einen besonders üblen Alptraum bereit.* Charlie Chaplin hat ihn nacherzählt: zuerst in Romanform, dann in der Verfilmung jenes Romans namens „Footlights“, der nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, sondern als Vorstudie zum Künstlerdrama „Rampenlicht“. (Für diese Vorstudie nahm sich Chaplin insgesamt drei Jahre Zeit.)

Rampenlicht_CoversChaplin lässt sich als Romancier entdecken – spätestens im rechts abgebildeten Buch.

Es ist der drittletzte Film des Regisseurs und dennoch ein Abschiedsfilm wie aus dem Bilderbuch. Schon der Name der Hauptfigur, der alte Clown heißt Calvero (wie „Kalvarienberg“), verweist auf das nahende Ende.
Pünktlich zur deutschen Uraufführung von „Rampenlicht“ im Herbst 1954 kam im Litera-Verlag Frankfurt am Main auch der Roman heraus. Darin wird das Sujet so vorausgeschickt:

Er war reich – und wurde arm.
Er war glücklich – und wurde unglücklich.
Er war berühmt – und wurde vergessen.
Er war beliebt – und versank in Einsamkeit.

Freilich ist Chaplin Komödiant genug, den Film nicht so düster zu gestalten, wie es diese Zeilen hätten vermuten lassen. „Rampenlicht“ ist die Geschichte eines glanzvollen Comebacks kurz vor dem tragischen Ende. Im Finale des Films bietet uns Chaplin eine urkomische Vaudeville-Nummer mit Buster Keaton als Spielpartner. In dieser Szene ist vom Auditorium nichts zu hören, obwohl es hellauf begeistert ist. (Offenbar genügte Chaplin die Spekulation auf das Gelächter des Kinopublikums.)
Zu diesem Zeitpunkt der Handlung haben wir Calvero schon in dunkleren Stunden erlebt.
Der o. g. Albtraum – er beginnt mit dem Vortrag des Flohzirkusdirektor-Chansons – wird in der zeitgenössischen Übersetzung so wiedergegeben:

„… Drum juckt’s, nicht kratzen! – Man weiß nie,
vielleicht zerquetscht man ein Genie?“
Ein anspruchsloses, dem heutigen Menschen allzu naiv dünkendes Chanson. Aber es hat damals – im Sommer 1914** – ein leichter zufrieden zu stellendes Publikum, als das unserer Tage, es hat jenen Humor, der typisch englisch ist und sich in vielen der Beiträge des dem Ausländer immer etwas verwunderlich erscheinenden berühmten humoristisch-satirischen Witzblatt „Punch“ spiegelt. Weiterlesen

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Ein Lied über den Mond

betr.: 68. Geburtstag von Ernst Meibeck (†)

Der Hamburger Sänger, Entertainer und Bürgerrechtler Ernst Meibeck starb 1995. Er gehört damit zu jenen Künstlern, die in den McLuhan-Graben rutschen, in jene noch immer wachsende Kluft, die sich am Übergang vom analogen ins digitale Medienzeitalter auftut. Will meinen: er ist im Internet praktisch nicht auffindbar.
Der Titel seines Chansonprogramms „Heute Nacht im Dschungel“ (1989) ist auch der eines Gedichtbandes von Detlev Meyer, dessen Texte hier vertont wurden.


„Mond über mir“
ist eine Eindeutschung des „Moon Over Bourbon Street“ von Sting. Ernst war sehr stolz auf diese Live-Aufnahme, von der ich nur weiß, dass sie in Berlin entstand. Weiterlesen

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Tanz über dem Abgrund

betr.: 94. Geburtstag von Stanley Donen

Es gibt Filmszenen, die sieht man mit anderen Augen, nachdem man über ein bestimmtes Detail informiert wurde. Ein hübsches Beispiel, das jedem auch selbst auffallen könnte: in der Cafeteria-Sequenz in „Der unsichtbare Dritte“ findet sich unter den Gästen des Lokals ein kleiner Junge, der beide Finger in die Ohren steckt, bevor auf Cary Grant geschossen wird.
Über eine Besonderheit seiner Filmversion des Musicals „On The Town“ hat Stanley Donen Auskunft gegeben. Ungewöhnlicherweise wurde dieser Film am Originalschauplatz New York gedreht. Sein Darsteller Jules Munshin hatte ein Problem: „Als wir nach New York ins Hotel kamen, wollte er unbedingt im Erdgeschoss untergebracht werden. Er sagte: ‚Höher kann ich nicht! Ich habe furchtbare Höhenangst.‘ Ich flehte ihn an, aber da war nichts zu machen. Selbst den Fahrstuhl in den zweiten Stock ertrug er nur auf allen Vieren. Trotzdem schaffte er dann irgendwie die Aufnahmen oben auf dem Dach des RCA Building, wo Teile des Songs ‚New York, New York‘ stattfinden. Ich stellte ihn immer zwischen Gene und Frank. Wenn Sie genau hinsehen, werden Sie merken, dass er immer versucht, sie anzufassen, um ein klein wenig Sicherheit zu verspüren. Er hat es geschafft, das durchzustehen, ohne dass man es auf der Leinwand sieht. Das war eine heroische Tat!“

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Ixen für Anfänger (10)

So wird’s gemacht: Lesen Sie zuerst im Stillen, dann laut, was der Herr links zu seinem Freund sagt, ohne zu wissen, wo sie sich befinden.

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Stellen Sie sich nun die selbstkritische Frage, ob die Melodie, die Sie dem Satz gegeben haben, einen Sinn ergibt. (Anders gesagt: hatten Sie eine Idee, worum es in dieser Situation gehen könnte?) – Noch besser ist, wenn ein lieber Mensch, der Ihnen zugehört hat, Ihnen ehrlich sagt, ob Ihre Betonung sinnvoll war.

Auflösung: Es gibt zwei Möglichkeiten, wo die Unterhaltung stattfindet – draußen (in Sichtweite der Wohnung des Freundes) oder drinnen (in der Wohnung des Freundes). Das entscheidet über den Inhalt / die Betonung des Satzes. Weiterlesen

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Die Outtakes von Ralf König (112): „Herbst in der Hose“ (xi) – Paprikos, der trojanische Hengst

Ein gestrichenes Kapitel aus „Herbst in der Hose“ beginnt mit dem neuen Werk des Hobby-Romanciers Paul. Es geht auf ein prägendes Pubertätserlebnis zurück.

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