Die Outtakes von Ralf König (82): Die blaue Mappe (xix)

Der Inhalt dieser Mappe (2001-02) besteht aus Vorstudien zu „Sie dürfen sich jetzt küssen“ (2003) und „Dschinn Dschinn“ (2005 und 2006), welcher zunächst als „Konrad und Paul“-Band geplant war.

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Der Song des Tages: „Give Him the Ooh-La-La“

betr.: 274. Geburtstag der Comtesse du Barry 

Marie-Jeanne Bécu, Comtesse du Barry, ist von Carl Millöcker zu einer der großen Operettenheldinnen gemacht worden. Die Mätresse des französischen Königs Ludwigs XV. wurde gewissermaßen zur Mutter aller Mätressen in der Leichten Muse bis hin zum anzüglichen Chanson.
Im Broadway-Musical hätte das auch passieren können, hat sich doch Cole Porter dieser Figur in einer seiner fünf Shows mit Ethel Merman angenommen – die beiden waren in den 30er Jahren ein Erfolgsgespann. Doch „Du Barry Was A Lady“ ist vergessen. Cast Recordings wurden zu dieser Zeit nur sporadisch produziert, und der populärste Song daraus „Well Did You Evah“ ging 17 Jahre später im Filmmusical „High Society“ auf. Weiterlesen

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Der Song des Tages: „My Way“ (Live-Aufnahme von Elvis)

betr.: 40. Jahrestag der Beisetzung von Elvis Presley

Am 26. Juni 1977 gab Elvis in Indianapolis sein Abschiedskonzert. Als solches war es nicht gedacht, es war einfach eines, nach dem kein weiteres mehr stattfinden konnte. Nach dem überraschenden Herztod des 42jährigen Sängers hatten es dann aber doch einige schon vorher gewusst. Es gibt Stimmbildner, HNO-Heilkundler und Musikjournalisten, die dem Mitschnitt dieses letzten Auftritts anmerken wollen, dass der „King“ es nicht mehr lange machen würde.
Die vorletzte Nummer aus diesem Repertoire ist „My Way“. Es ist eine für mich persönlich recht mysteriöse Aufnahme, denn obwohl ich zu Sinatra eine weitaus engere Beziehung habe, dieses Lied insgesamt schon viel zu oft zu gehört habe und Live-Mitschnitte generell nicht besonders mag, ist diese Version mir die liebste. Weiterlesen

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Bimmelnde Klingeln

betr.: 50 Jahre Einführung des Farbfernsehens in der Bundesrepublik / „Wir lieben Fernsehen!“ (1), heute um 20.15 im ZDF

Die Einführung des Farbfernsehens vor 50 Jahren, die sich am 25. dieses Monats jährt, ist ein Grund zum Feiern. Am Rande der Ereignisse will ich hier stellvertretend an einen jener Archivschätze erinnern, die wir aus zwei Gründen im linearen Programm – und auch sonst – nicht wiedersehen werden: weil sie a) in Schwarzweiß sind und b) in 4:3. Bei sogenannten „Fernsehkult“-Objekten wird immer wieder gern eine Ausnahme gemacht („Ekel Alfred“ in Ewigkeit amen), aber dieser Begriff wird sehr eng gefasst.
Wie wäre es mal mit einer Reihe von antiken Fernsehspielen – bunt oder nicht? Gern in tiefer Nacht, wo’s keinem wehtut? (Es gibt ja Festplattenrecorder.) Für den 50. Geburtstag ist es natürlich zu spät, aber es gibt auch einen zeitlosen Anlass: wir Gebührenzahler haben diese Sachen bezahlt – also her damit!

„Hallo – Mr. Moss“, ZDF 23.12.1965

Max Colpet war in der jungen Bundesrepublik einer unserer bedeutsamsten Songtexter. Seine wichtigste Kundin dürfte Marlene Dietrich gewesen sein, aber er übersetzte auch Musicals. Eines davon handelt von der Mitarbeiterin eines Auftragsdienstes, Ella Peterson, die an einem Helfersyndrom leidet. Sie nimmt qua Stimmverstellung falsche Identitäten an, um sich hilfreich in das Leben ihrer Stammkunden einzumischen. In einen davon, einen trinkenden Autor mit Schreibblockade, verliebt sie sich und will ihn nicht nur heilen, sondern auch erobern. Dummerweise hat sie sich ausgerechnet ihm am Telefon als mahnendes, altes Mütterchen verkauft (- ein Mütterchen von 63, was damals noch um einiges älter war als heute). Weiterlesen

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Die wiedergefundene Textstelle: „Die Erstürmung der Höhe 101″

betr.: 109. Jahrestag der Entlassung des „Hauptmanns von Köpenick“ aus der Haft

Eingeliefert zu werden, von Verantwortung entbunden zu sein und klare Ansagen zu bekommen, ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wohinein ist geradezu nebensächlich. Graham Greeene verglich in einer seiner Erzählungen die Erleichterung, die den männlichen Homo sapiens beim Einzug zum Militär überkommt, mit der Einweisung ins Krankenhaus. Die im Hinblick auf die deutsche Geschichte oft rhetorisch gestellte Frage, wie es „dazu“ kommen konnte, dürfte also beantwortet sein.

In Szene 8 im 2. Akt von „Der Hauptmann von Köpenick“ darf sich der Held als doppelt ein- und ausgeliefert betrachten. Als Zuchthäusler ist er an einen Gefängnisdirektor geraten, der es als seine persönliche Pflicht ansieht, die ihm Anempfohlenen mit den Tugenden des preußischen Soldatentums vertraut zu machen. Weiterlesen

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Der Song des Tages: „Stella By Starlight“

betr.: 116. Geburtstag von Ned Washington

Der Name Ned Washington erschien, wie bei Songtextern üblich, fast nur hinter Schrägstrichen. Davor standen Filmkomponisten, die ihren Partituren noch Songs hinzuzufügen hatten.
Wir hören Washingtons Verse in den frühen Disney-Zeichentrickmusicals „Dumbo“, „Drei Caballeros im Sambafieber“ und „Pinocchio“ sowie in den im frühen Tonfilm beliebten Liedeinlagen in Komödien oder in Nachtclubszenen*, welche sich in Kriminaldramen zutrugen. Für den Film „Die Marx Brothers in der Oper“ textete er die parodistische Tenornummer „Cosi Cosa“. Sie ging bei vielen Kennern tatsächlich als echtes neapolitanisches Volkslied durch. Zur Figur der Popmusikgeschichte wurde Ned Washinton durch seine Mitarbeit an „High Noon“, dem „ersten Filmsong“*.

Welches aber ist Ned Washingtons schönster Song, die Meisterleistung, die alles überstrahlt?

StellaBStDie jazzerfreundliche Notierung von „Stella By Starlight“ aus dem „Real Book“. Die Fußnote verweist auf ein Album mit einer besonders gefeierten Interpretation. Weiterlesen

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Die schönsten Filme, die ich kenne (39): „Der Fänger“

Der großartige Michael Haneke  beschreibt in einem langen Interview* einen Film im Film „Code inconnu“: die Geschichte eines Immobilienmagnaten, der Leute in seine Villa lockt, um sie dort einzusperren und ihnen „beim Sterben zuzusehen“: „Ich wollte selbst mal so einen Film drehen. Aber dann hat mich jemand darauf hingewiesen, dass es schon so einen ähnlichen Film nach einem englischen Roman gibt, ‚The Collector’ von John Fowles.“
Die Szenen, die wir von diesem fiktiven Werk in „Code inconnu“ zu sehen bekommen, sind reinster Haneke, und hätte er es tatsächlich es tatsächlich verwirklicht, wäre es womöglich – mit viel geringeren Mitteln – ein noch abscheulicherer Alptraum geworden als „Funny Games“.
Wir können uns über diesen Verlust mit Hanekes realisierten Projekten hinwegtrösten. Und mit William Wylers Version der Geschichte – und die ist keineswegs abscheulich.

William Wyler gehörte zu den erfolgreichsten Filmemachern Hollywoods. Man könnte sein Oevre als leise und skandalfrei bezeichnen: ohne Gedöns und pompöse Effekte. Sogar die monströse Auftragsarbeit „Ben Hur“ lässt sich auf ein (homoerotisches) Kammerspiel herunterbrechen.
Wyler portraitierte den Menschen als von sich selbst betrogenes Wesen, ohne nihilistisch zu werden. Immer wieder schaffen es seine Figuren, sich auf die eine oder andere Weise aus ihrem Teufelskreis zu herauszuwinden. Scheitern sie, sind sie in aller Regel selbst schuld. Weiterlesen

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Weynand und die Zone

betr.: 56. Jahrestag des Baubeginns der Berliner Mauer

Weynand  war noch ein halbwüchsiges Bürgerchen der hinlänglich beschriebenen Bonner Republik mit ihren griffbereiten Nutellagläsern, rein öffentlich-rechtlichen Samstagabendshows, ihren selbstklebenden Prilblumen und selbstklebenden Sammelbildchen. Der Junge Weynand hasste das Leben auf dem Dorf – obwohl ihm eine Alternative persönlich nicht bekannt war. Er mochte das Familienleben nicht – obwohl ihm bewusst war, dass er als Schulkind schwerlich einen eigenen Haushält hätte führen können. Er litt unter seiner schulischen Außenseiterrolle – war aber insgeheim der Meinung, dass es die anderen waren, die sich letztlich alle auf dem Holzweg befanden – mit ihrem Jungsverhalten, ihrem Glorifizieren eines rumpeligen Dialektes als alleinigem Verständigungsmittel, ihrer Ablehnung alles nicht Physischen … – und es ihm insofern recht geschah. An Widersprüchen herrschte in seinem Leben wahrlich kein Mangel. Weiterlesen

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Blutige Ernte

betr.: 35. Todestag von Henry Fonda

Die Szene gehört noch heute, da wir das Allerschlimmste gewohnt sind, zu den entsetzlichsten Situationen der Filmgeschichte: als letzter Überlebender kommt ein kleiner rothaariger Junge mit einem Einmachglas aus dem Haus seiner Eltern gelaufen, von den Schüssen angelockt, die soeben seine Familie hingemordet haben. Er blickt dem Anführer der kleinen Gruppe manteltragender Männer ins Gesicht, deren Gewehre noch qualmen.
Die Kamera zeigt ihn uns von hinten und fährt dann langsam um ihn herum. Wir sehen, dass er beim Anblick des Kindes lächelt, was wir als ein Zeichen der Rührung deuten möchten, denn könnte das nicht die Rettung des Jungen sein? Die Zeit reicht gerade für solch sentimentalen Unfug, da spricht einer der übrigen Schützen den lächelnden Killer mit seinem Namen an. Der spuckt aus, verpasst dem Kollegen einen kurzen Anschiss, richtet seinen Revolver auf den Jungen – der die ganze Zeit wie erstarrt war, dessen Gesicht aber Bände sprach – und drückt ab.
Dazu spielt Ennio Morricone das buchstäblich gewordene „Lied vom Tod“, das diesem Film seinen deutschen Titel gab, eine Musik, die präzise auf den Verlauf dieses Showdowns geschneidert ist und die dennoch auch als reines Hörerlebnis um die Welt ging.

Kaum zu glauben, dass diese Szene, mit der „Once Upon A Time In The West“ – und damit ganz große Siegeszug des Spaghettiwestern – beginnt, noch fürchterlicher sein könnte. Aber sie war es.
Sie war es für das Premierenpublikum von 1968. Weiterlesen

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Bazillen-Mutterschiff (2)

Watership Up_TitelFortsetzung vom 2.8.201728 Bazillen-Mutterschiff 2

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