Was muss Wachtmeister Knickebein da sehen?

betr.: 13. Todestag von Hanns Dieter Hüsch

Ausgerechnet am heutigen Gedenktag sehe ich im Katalog eines Versandhändlers, dass die „legendärste aller Satire-Reihen“ als „Gesamtedition“ auf DVD erschienen ist: „Dick und Doof“, die ganz wesentlich von den komödiantischen Leistungen des Dritten im Bunde profitiert. Hanns Dieter Hüsch kommentierte die Stummfilme des großen Duos Laurel und Hardy, die zumeist (ausschnittsweise) als Vorfilme den zweiaktigen Tonfilmen vorangestellt sind. Weiterlesen

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Man wird alt wie’ne Kuh …

betr.: Nachruf auf Steve Ditko (1927-2018) in „Die Sprechblase“ / Dezember 2018

Gerade eben las ich in der aktuellen „Sprechblase“ den 1. Teil einer fabelhaft geschriebenen Biographie des Zeichners (und meist ungenannten Autors) Steve Ditko, der vor einigen Monaten 90jährig verstarb, und der bisher stets als selten fotografiertes Phantom umschrieben wurde, über das es betrüblich wenig Stichhaltiges zu erzählen gäbe. Bernd Weckwert präsentiert uns aus diesem traurigen Anlass eine Titelstory, die diese Darstellung Lügen straft.
Wie sich das für die Marvel Comics des Silver Age und für kundige Literatur darüber (sowie überhaupt für alle guten Feuilletons) gehört, hat der Artikel über seinen Gegenstand hinaus noch allerhand zu erzählen (selbst für den unausdenklichen Fall eines Lesers, der sich nicht für Steve Ditko interessiert). Ich nenne hier nur die mustergültig recherchierten und abgewogenen Überlegungen zum Thema „Der Erfolg hat viele Väter“ am Beispiel des künstlerischen Konflikts Stan Lee-Steve Ditko, der soeben durch den Blätterwald raschelte, als auch Stan Lee uns verlassen hat.*
Für mich persönlich lag die große Neuentdeckung in der Würdigung von Steve Ditkos wichtigster moralischer Instanz, der Philosophin Ayn Rand, Weiterlesen

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Gruppentherapie (3)

Cauchemars KinderstundeGruppentherapie3

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Gruppentherapie (2)

Cauchemars KinderstundeGruppentherapie2Fortsetzung folgt

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Gruppentherapie (1)

Cauchemars KinderstundeGruppentherapie1Fortsetzung folgt

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Der Song des Tages: „Tiptoe Thru‘ The Tulips“

betr.: 22. Todestag von Tiny Tim

An dieser Stelle war schon häufiger die Rede davon: wahrhaft geglückte Parodien kommen ohne die vorherige Kenntnis des Originals bestens zurecht. Wir alle haben solches schon erlebt, beispielsweise, wenn wir endlich einen Film in voller Länge sahen, den uns die „Simpsons“ schon vorerzählt hatten.
Hin und wieder staunen wir, wie wenig die Parodie mitunter zu leisten hat; was wir da sehen und hören, ist eine getreuliche Wiedergabe des Geistes der Vorlage, besonders wenn wir es schon dort mit Camp* zu tun hatten. Diesen Effekt erlebt auch, wer sich zuerst den Film „Schtonk!“ ansieht und sich anschließend ein Buch zur tatsächlichen Hitler-Tagebuch-Affäre genehmigt. Oder wer sich in einem alten „MAD“-Heft über die Filmparodie „Murks im Orientexpress“ schlapplacht und hernach den eigentlichen Film anschaut: „Mord im Orientexpress“ (1974) – nicht eigentlich komisch, aber doch sehr amüsant und inhaltlich im Grunde dasselbe!

God Bless Tiny Tim

Dem US-Subkultur-Star Tiny Tim begegnete ich zuerst in der Parodie von Otto Waalkes, der den amerikanischen Tonfilmschlager „Tiptoe Thru‘ The Tulips“ in einem seiner ersten Programme in einer Falsett-Version zum Besten gab, die der zum Banjo gesungenen Tiny-Tim-Fassung von 1968 nachgebildet war. Die beiden Herren – Original und Fälschung – standen einander schon vor jener Repertoireberührung durch ihre „Gurkennase“ (O-Ton Waalkes) und ihre wallende Haartracht nahe. Beider gedenke ich heute mit zwei lachenden Augen.

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* Siehe dazu auch https://blog.montyarnold.de/2014/10/04/eskapismus-fuer-geniesser-was-ist-camp/

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Die wiedergefundene Textstelle: Eine Nacht in der „Höhle von Steenfoll“

betr.: 216. Geburtstag von Wilhelm Hauff

In der F.A.Z.-Serie „Mein Lieblingsmärchen“ begründete Dieter Bartetzko seine Wahl so:  „Ein unbarmherziges Märchen, so bedrückend und fesselnd wie das Leben: Eindringlicher als in Wilhelm Hauffs ‚Die Höhle von Steenfoll‘ kann vor Obsessionen nicht gewarnt werden. ‚Warum hat er denn nicht?‘ – Wenn Kinder diese Frage stellen und doch wissen, dass sie vergeblich ist, wird das Lieblingsmärchen geboren.“
Ohne es zu wissen, mag ich den selben Grund gehabt haben, warum ich dieses Märchen von Wilhelm Hauff nie vergessen habe; hier wie auch in Wilhelm Buschs „Eispeter“ wird ein junger Mensch dafür bestraft, dass er eine Warnung in den Wind schlägt, die alle anderen brav befolgen. (Wilhelm Hauff gibt sein Seemannsgarn als „schottländische Sage“ aus, getreu der Maxime „Bescheidenheit ist die schlimmste Form der Eitelkeit“.)

Jedenfalls habe ich mich bei Hauff wie auch bei Busch zu Tode gefürchtet, als ich da in meinem Kinderbettchen lag und vor dem Einschlafen diese Geschichten las.
Bei der „Höhle von Steenfoll“ hat mich das Auftauchen der Gespensterprozession besonders in Bann geschlagen:

Als er wieder zu sich selbst kam, hatte sich das Wetter verzogen, der Himmel war heiter, aber das Wetterleuchten dauerte noch immer fort. Er lag dicht am Fuße des Gebirges, welches dieses Tal umschloss, und er fühlte sich so zerschlagen, dass er sich kaum zu rühren vermochte. Er hörte das stillere Brausen der Brandung, und mitten drinnen eine feierliche Musik wie Kirchengesang. Diese Töne waren anfangs so schwach, dass er sie für Täuschung hielt. Aber sie ließen sich immer wieder aufs neue vernehmen, und jedesmal deutlicher und näher, und es schien ihm zuletzt, als könne er darin die Melodie eines Psalms unterscheiden, Weiterlesen

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Die schönsten Filme, die ich kenne (85): „Es geschah am hellichten Tag“

Die neunjährige Gritli ist bestialisch ermordet worden. Als der Hausierer Jaquier in einem Wald in Graubünden ihre Leiche findet, wird er als Tatverdächtiger festgenommen. Seine Unschuldsbeteuerungen nützen wenig, denn die Polizei steht unter Druck: zwei ähnliche Morde konnten bisher nicht aufgeklärt werden, und die Öffentlichkeit fordert ungeduldig die Präsentation eines Täters. Der Landstreicher erhängt sich in seiner Zelle, nachdem er gegenüber seinem „alten Bekannten“ Oberleutnant Matthäi (Heinz Rühmann) seine Unschuld beteuert hat, was von der Kantonspolizei als Schuldeingeständnis gewertet wird.
Matthäi, der im Begriff ist, zu einem Spezialauftrag nach Jordanien aufzubrechen, glaubt nicht daran. Außerdem geht ihm eine Zeichnung nicht aus dem Kopf, die Gritli kurz vor ihrem Tode gemacht hat. Er quittiert den Dienst, um bleiben und den Mörder auf eigene Faust suchen zu können. Schließlich verdingt er sich als Tankwart an einer Straße, die der Mörder nach seiner Überzeugung wieder befahren muss, wenn er sein nächstes Opfer sucht. Und dass es ein solches geben wird, davon ist Matthäi überzeugt …

Im Jahre 1958 war der Deutschen liebster Mime Heinz Rühmann ein wenig vielseitiger als in der übrigen Zeit seiner langen Karriere. Notgedrungen. Weiterlesen

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Sunken Rhapsodies – Konzertmusik für das Kino (3): „Orient Plays“

Der amerikanische Spielfilm „The World Of Henry Orient“ ist ein etwas obskures Produkt aus glanzvoller Zeit: Mitte der 60er Jahre befand sich eine bestimmte Art eleganter und gleichsam lässiger Technicolor-Komödien auf ihren Höhepunkt. Star des Films ist Peter Sellers, der im selben Jahr in „Der Rosarote Panther“ erstmals seine erfolgreichste Rolle spielte. Sellers spielt in „Henrys Liebesleben“ die Titel-, aber nicht die Hauptrolle: einen gefeierten Avantgarde-Pianisten, dem zwei pubertierende Mädchen nachstellen.
Wie stets, wenn ein Film in einem fiktiven Musikermilieu angesiedelt ist, müssen sich die Macher ein wenig vorführbares Material ausdenken, die der Held angeblich geschrieben hat. Hier fällt diese Aufgabe Elmer Bernstein zu, Wegbereiter des Jazz im Kino und Schöpfer solcher Ohrwürmer wie „Die glorreichen Sieben“. Er erhält den Auftrag, ein Orchesterwerk zu schreiben, das ausreichend schräg und irritierend ist, um gewisse Reaktionen zu provozieren. Eine Konzertbesucherin sagt vor Beginn zu ihrer Sitznachbarin: „Hoffentlich wird mir nicht schlecht davon“. Ein Abonnent dreht während der Darbietung sein Hörgerät leiser und genießt erst dann den Abend. Der Dirigent souffliert dem Klaviervirtuosen die richtige Tonart, die Orchestermusiker spielen zwischen ihren Einsätzen Brettspiele, und selbst die jungen Verehrerinnen finden, dass der Meister mehr üben sollte.
Soweit es mich betrifft, hat Elmer Bernstein in dieser heiklen Mission versagt, denn ich mag das Stück (- wie so ziemlich alles, war geschrieben hat).

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Die Wiedergefundene Textstelle: „Die Emigranten“

betr.: 76. Jahrestag der Uraufführung von „Casablanca“

In der guten alten Zeit, als auch unbedeutendere alte amerikanische Filme als „Casablanca“ noch zur besten Sendezeit im Fernsehen liefen, gab es zwei Arten, wie ein Fernsehabend beginnen konnte: entweder mit einer Show Ouvertüre (der Eurovisionsfanfare oder Ähnlichem, meistens am Samstag) oder mit einem zünftigen Filmvorspann. Und nicht selten war eine Vorrede in den Vorspann eingearbeitet, die uns den historischen (oder erfundenen) Hintergrund des Werkes vermittelte, eine Art „Was bisher geschah“ für ein in sich abgeschlossenes Abenteuer. Nicht nur Western und Historienfilme, auch Science-Fiction-Abenteuer leisteten sich diese Hörbuch-Einstiege, die wenig Mühe machten, aber etwas ungemein Aufwertendes hatten. Heutzutage finden wir so etwas allenfalls noch bei abendfüllenden Disney-Trickfilmen (in einem Zusammenhang also, wo eine gewisse mediale Nostalgie dazugehört).
Diese Prologe wurden mit Liebe gestaltet und mitunter prominent besetzt. Unvergessen: Curd Jürgens‚ wettergegerbte Einführung in „Die Wikinger“.* Ein Jammer, dass er uns auf einer Schallplatte zum Film nicht auch die anschließende Geschichte erzählt hat. Weiterlesen

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