Der Song des Tages: „Juwelenarie“

betr.: 124. Todestag von Charles Gounod

Wer den Wunsch verspürt, ein Kind für klassische Musik zu begeistern, greift gern (oder griff „zu meiner Zeit“) zu Werken wie „Peter und der Wolf“ oder „Karneval der Tiere“, Konzertstücken also, in denen vermenschlichte Vierbeiner auftreten. Wer es ambitionierter mag, greift zu Leonard Bernsteins sensationeller TV-Reihe „Young People’s Concerts“ – die hat den Vorzug thematischer Vielfalt, ist aber nur auf Englisch zu haben. Ansonsten steht zum Glück ja gerade die Saison der Weihnachtsmärchen vor der Tür.
Hätte ich ein Kind für die Klassik zu öffnen, würde ich es mit Musik versuchen, die uns Erwachsenen mit etwas Fantasie den Eindruck erlaubt, der Komponist könnte sich bei der Arbeit amüsiert haben.

Juwelen der Sängerin
Das insgesamt 20. Cover der berühmten Buchreihe ist eines der bekanntesten – aber was singt Bianca Castafiore? Hören können wir es hier nicht, aber im PDF weiter unten zumindest lesen.

Einige Opernarien klingen, als hätte es schon zur Zeit ihrer Entstehung den Begriff camp* gegeben. Anders gesagt: auch wenn man sich das Programm der kürzlich zur Filmheldin gewordenen Florence-Foster Jenkins einmal in seriösen Interpretationen anhört, leuchtet der einen oder anderen Sängerin (akustisch) der Irrsinn aus den Augen. Zumindest dann, wenn die Dame das Werk richtig verstanden hat. Weiterlesen

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Gottes Brot und Teufels Aufstrich (69)

Eine Graphic Novel von Monty Arnold

Limbo 69aFortsetzung im nächsten Heft_L

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Der Song des Tages: „Home“ (from „Shining“)

betr.: 37. Jahrestag der Deutschlandpremiere von „Shining“ 

Nichts für ungut: Stanley Kubricks Horrorfilm „Shining“ beinhaltet eine Reihe ergötzlicher Fehlleistungen, die seinem Ruf als Kino-Meisterwerk gleichwohl nichts anhaben können: man denke nur an die von Anfang an vollendet-psychopathische Grimassenkunst von Jack Nicholson, der eigentlich erst später verrückt werden soll, oder die zahllosen Anschlussfehler in der Badezimmerszene mit der liebestollen Verwesenden.
Auch auf seinen Nebenschauplätzen bereitet „Shining“ die eine oder andere Kümmernis: so fehlen dem deutschen Publikum bis heute eine halbe Stunde Spielzeit, sogar in der Originalfassung auf der handelsüblichen deutschen DVD. Außerdem gibt es einen herrlichen Schellack-Song nur auf dem Soundtrack-Album, aber nicht im Film, obwohl dieser sehr gut in die gespenstische Partyszene gepasst hätte.

Shining„Home“ würde das Dilemma seiner Figuren sehr schön untermalt haben: die Abwesenheit von Zuhause, das Schicksal, monatelang in einem Hotel leben zu müssen – und das auch noch in der Abgeschiedenheit einer winterlichen Einöde.

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Die geliebte Stimme

betr.: 71. Jahrestag der Uraufführung von „Die Mörder sind unter uns“, dem 1. deutschen Nachkriegsfilm

Heute ist es eher unüblich, dass SynchronsprecherInnen auch vor der Kamera agieren. Das hat verschiedene Gründe, zum Beispiel den, dass das Schauspielern am Mikrofon und das mit Stimme und Körper zwei völlig unterschiedliche Fertigkeiten sind, die nur selten in einer Person zusammentreffen.
Das war in der ersten Blütezeit des deutschen Synchron anders: die meisten Sprecher bekam man irgendwann auch als Darsteller zu Gesicht, und nicht selten konnten die Kollegen beides gleich gut oder schlecht. Weiterlesen

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Das selbstparodistische Element

betr.: 90. Geburtstag von Roger Moore*

Als sich Roger Moore in den 70er Jahren langsam neben dem „einzig wahren Bond“ Sean Connery etablierte, mögen die Fans der Filmreihe gestaunt haben, wie frei interpretierbar der Charakter des James Bond doch ist. – Vielleicht auch nicht so sehr, denn die Nebenrollen hatten das ja schon vorexerziert: sowohl der CIA-Mann Felix Leiter als auch der Erzschurke Ernst Stavro Blofeld hatten von Film zu Film sehr unterschiedlich ausgesehen.
Für den taffen Agenten mit der Lizenz zu töten war Roger Moore eigentlich zu schön, für einen derartigen Schönling aber auch ungemein sympathisch – sowohl in seiner Rolle als auch, wenn er es mit Journalisten zu tun bekam. Weiterlesen

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Tierhaargespräche

Columbo_Spock

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Die schönsten Comics, die ich kenne (19): „Das Pan-Elixier“

Die kleinen Waldläufer: Das Pan-Elixier“ von Berck (Arthur Berckmans), veröffentlicht in „Fix und Foxi“ Nr. 37 – 42/1974; Niederländisches Original: „De Donderpadjes: Het Pan-Elixir“ in „Sjors“ und „Zonneland“ (1973), französisch neu verlegt bei „La vache qui médite“ (2013)

Im Gegensatz zu vielen anderen frankobelgischen Comicserien, die mit „Fix und Foxi“ zu uns kamen, gaben „Die kleinen Waldläufer“ nur ein kurzes und folgenloses Gastspiel. 1974 waren sie mit zwei Fortsetzungsgeschichten vertreten: „Ärger mit Mutter Monster“ (die auch als Album vorgelegt wurde) und „Das Pan-Elixier“. Besonders zweitere war nicht ohne.

Der dicke Jumbo ist mit der Verpflegung bei den Waldläufern unzufrieden. In einem Antiquariat ersteht er ein altes Kochbuch und braut nach einem der Rezepte eine Limonade, die er sich selbst nicht zu kosten traut. Glücklicherweise kommt das eifrige und vorbildliche Karlchen zu Besuch und probiert das Gesöff. Danach verschwindet er – in erregter Stimmung und unter schrillem Gelächter.
Bald darauf häufen sich im Dorf und in der Umgebung merkwürdige Vorfälle. Ein Waldschrat treibt offensichtlich sein Unwesen – und Karlchen ist spurlos verschwunden.
Die Waldläufer befürchten einen Zusammenhang und machen sich auf die Suche nach ihrem Kameraden. Weiterlesen

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Tierhaargespräche

Gysi Comedy Club

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Ein Lied über dicke Hosen

betr.: 27. Todestag von Ernst Meibeck

Der Hamburger Sänger, Entertainer und Bürgerrechtler Ernst Meibeck gehört zu jenen Künstlern, die in den McLuhan-Graben rutschen, in jene noch immer wachsende Kluft, die sich am Übergang vom analogen ins digitale Medienzeitalter auftut. Will meinen: er ist im Internet praktisch nicht auffindbar.
Der Titel seines Chansonprogramms „Heute Nacht im Dschungel“ (1989) ist auch der eines Gedichtbandes von Detlev Meyer, dessen Texte hier vertont wurden. Weiter unten folgt „Preis der Prominenz“.

Detlev Meyer und Ernst Meibeck gehörten zur ersten Generation der AIDS-Opfer, für die der medizinische Fortschritt zu spät kam.

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Die Outtakes von Ralf König (88): Die blaue Mappe (xxv)

Der Inhalt dieser Mappe (2001-02) besteht aus Vorstudien zu „Sie dürfen sich jetzt küssen“ (2003) und „Dschinn Dschinn“ (2005 und 2006), welcher zunächst als „Konrad und Paul“-Band geplant war.Ori16_88
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