Die wiedergefundene Textstelle: „Überfahrt“ (14)

Veröffentlicht unter Buchauszug, Film, Manuskript, Theater | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Song des Tages: „Der Novak lässt mich nicht verkommen“

betr.: 116. Geburtstag von Hugo Wiener

Als ich neu in Hamburg war, mauserte sich „Toom Peerstall“ auf St. Pauli binnen weniger Stunden zu meinem Stammlokal. Im Sprachgebrauch hieß es „Katharina“, wie die inzwischen verstorbene Wirtin, die ich allerdings nur selten zu Gesicht bekam, da sie viel Zeit in Österreich verbrachte.
Diese noch heute winzige Kneipe hatte Ende der 80er Jahre nur die halbe Größe, und ich glaube, dass kein anderer Ort der Erde derartig vollgequalmt war.
Zu den vielen Dingen, die mich für die sofort brennenden Augen entschädigten, gehörte eine Jukebox mit einer ganz außergewöhnlichen Auswahl an Singles unterschiedlichster Stilrichtung. Ich habe mir Jahrelang immer wieder vorgenommen, einmal eine Abschrift davon zu machen. Aber wie das dann immer so geht: irgendwann war es zu spät, ohne dass ich damit angefangen hätte.
Dass ich heute fast alle Titel vergessen habe, kann ich nur dem Umstand zuschreiben, dass es wirklich bewegte Zeiten waren, damals …

Immerhin: „Fährt der alte Lord fort“ weiß ich noch, „My Baby Just Cares For Me“ in der Version von Nina Simone (klar…), „When I Fall In Love“ von Rick Astley … und dann werde ich auch schon unsicher.
Ein Lied habe ich im „Peerstall“ zum ersten Mal gehört, und es wurde so oft gewählt, dass ich es bald auswendig konnte. Wie ich inzwischen weiß, hat sich damit eine Bildungslücke geschlossen, denn „Der Novak lässt mich nicht verkommen“ ist ein Chansonklassiker.

Das Lied handelt von einer (der Stimme nach zu urteilen nicht mehr ganz taufrischen) Dame, die sich von jenem Novak aushalten lässt und bei der sich die absonderlichsten Sehnsüchte ansammeln. Inzwischen habe ich eine Abbildung der Original-Single aus den 50er Jahren gesehen, die den Novak als Flascheninhalt ausweist – sehr mysteriös. Ähnlich wie das Repertoire von Katharinas alter Musiktruhe …

Veröffentlicht unter Chanson, Kabarett und Comedy, Monty Arnold - Biographisches | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Richard Kummerfeldt – An den Rändern der Traumfabrik (29 / Schluss)

Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für seinen Nachfolger bei seinem letzten Label. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten Mitte der 90er Jahre.

Das alles klingt nun ein wenig wehmütig. Sollte es aber nicht. Ich erinnere mich noch gut an unsere erste Begegnung an einem unfreundlichen Herbstabend in Hamburg. Ich muss Dir an dieser Stelle gestehen, dass ich zu diesem Treffen damals wenig Lust hatte. Mich plagten andere Probleme in meinem damaligen Aktionsfeld, und ich spielte kurz mit dem Gedanken, gar nicht in die Innenstadt zu fahren. Heute bin ich froh darüber, den inneren Schweinehund bezwungen zu haben und dich getroffen zu haben. Du bist mein mehr als würdiger Nachfolger geworden, und ich hoffe sehr für Dich, dass Deine engagierte Arbeit besser gewürdigt wird als die meinige. Ich danke Dir und wünsche Dir vollen Erfolg. Verdient hast Du ihn.

Nachwort und Danksagungen

Ich habe dies alles aus dem Gedächtnis niedergeschrieben und mich bemüht, niemanden damit zu beleidigen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Film, Filmmusik / Soundtrack, Medienkunde, Musik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Durch die Hintertür zum großen Kino

betr.: 105. Geburtstag von Georg Thomalla

Unter jüngeren Mediennutzern und –schaffenden ist es Ehrensache, die deutsche Synchronisation generell zu verschmähen. Kameraleute, Regisseure, Schauspieler unter 35 beeilen sich stets, (ungefragt) darauf hinzuweisen, dass ihnen selbstverständlich nur die Originalfassung ins Haus kommt.
Einer der schönsten Gründe, diesen kategorischen Imperativ für einen Irrtum zu halten, ist Georg Thomalla.

So sah Georg Thomalla eigentlich immer aus (lks., Qulle: Youtube / Pidax Medien) und so in einem anderen Leben (r.; Quelle: Oldthing, Internet-Portal für historische Autogrammfotos).

Georg Thomalla war einer der Lieblingsschauspieler Weiterlesen

Veröffentlicht unter Fernsehen, Film, Medienkunde, Medienphilosophie, Mikrofonarbeit, Monty Arnold - Biographisches | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tausend Gesichter minus eins

betr.: 99. Geburtstag von Martin Hirthe

Es gab eine Zeit – sie liegt etwa 40, 50 Jahre zurück -, da wurden die besten Synchronsprecher spartenübergreifend eingesetzt: in dramatischer Filmkunst, im Popcorn-Kino, im Fernsehen und in Trickfilm. Die deutsche Stimme von Clark Gable war auch die des Tigers Shir Khan im „Dschungelbuch“. Der das Glück suchende Herr Rossi klang wie Karl Malden aus „Die Straßen von San Franzisco“ und wie eine Unzahl älterer Herren in sämtlichen Genres.
Solche Vielfalt bot die Möglichkeit, uns eine enorme Wandlungsfähigkeit zu präsentieren.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen, Film, Hörspiel, Medienkunde, Mikrofonarbeit | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (2)

Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin „Das sagte Nuff“ (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben. 
Dieses Interview stammt aus den Ausgaben 1 und 2.

Western von gestern – Interview mit Wolfgang J. Fuchs
(Fortsetzung vom 5.2.2020)
von  Daniel Wamsler
http://dassagtenuff.blogspot.com/

Daniel Wamsler: Bereits 1976 hattest Du für das Schweizer Fan-Magazin „The Comic-Digest“ in einem Artikel die fünf  Phasen der Hit Comics aufgeschlüsselt. Je zwei Ausgaben der „Spinne“ und der „Fantastischen Vier“ sowie das berühmt-berüchtigte „Horror“ Nr. 7 entfielen im Monat der Namensänderung von bsv in Williams. Hast Du als damaliger Übersetzer davon etwas mitbekommen?

Wolfgang J. Fuchs: Jein. Nur insofern als ich erfuhr, dass in dem betreffenden Monat keine Hefte erscheinen würden. Die Umstellung erfolgte möglicherweise auch aus organisatorischen und/oder finanziellen Gründen und/oder Problemen. Wie ich inzwischen erfahren habe, hatten auf dieser Liste zwei Hefte gefehlt, weil ich die seinerzeit einfach nicht bekommen hatte.

Einige der späten Hit Comics waren miserabel übersetzt (z.B. „Spinne“ Nr. 250), andere wiederum richtig gut. Wie erklärst Du Dir den Qualitätsunterschied? Welche Hefte stammten von Dir und hast Du noch alte Unterlagen, Rechnungen oder Briefkorrespondenz mit dem Verlag?

Vermutlich waren da unterschiedliche Leute am Werk. Von den späten Hit Comics habe ich nichts übersetzt. Soweit erinnerlich nur einige frühe in schwarzweiß. Klar habe ich noch Unterlagen und Rechnungen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die wiedergefundene Textstelle: „Überfahrt“ (13)

Veröffentlicht unter Buchauszug, Film, Manuskript, Theater | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Outtakes von Ralf König (180): Stehaufmännchen (xiv)

Das Neandertalerpärchen (mit fortschrittlichem Schurz) vermag auch den Erzähler unserer Geschichte noch nicht zu überzeugen. Auch hinsichtlich ihrer Sprache ist Ralf noch auf der Suche.

Copyright by Ralf König
Veröffentlicht unter Comic, Gesellschaft, Ralf König | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tierhaargespräche

geführt von Monty Arnold

Veröffentlicht unter Cartoon (eigene Arbeiten), Gesellschaft | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Richard Kummerfeldt – An den Rändern der Traumfabrik (28)

Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin bzw. einen gewissen John. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten Mitte der 90er Jahre.

Mehr Jura für große Soundtrack-Nerds

Anfang 1995 hatte ich den Entwurf des neuen Gesetzes in den Händen. Das Urheberrecht sollte auf 50 Jahre hinsichtlich des Bandrechtes ausgeweitet werden, und Filme sollten urheberrechtlich gesehen bis 70 Jahre nach dem Tod des letzten wichtigen Mitwirkenden geschützt sein. Wer alles als „wichtig“ angesehen wurde, habe ich vergessen, aber es waren natürlich die Hauptdarsteller, der Regisseur, der Drehbuchautor und natürlich auch der Komponist aufgelistet. Wann also der erste „Mickey Mouse“-Film „Public Domain“ wird, werden künftige Generationen ausknobeln müssen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Film, Filmmusik / Soundtrack, Musik, Popkultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar