Es lebe der König

betr.: 41. Jahrestag des „Homecoming Concert“ von Elvis Presley

Zu Elvis Presley hatte ich nie eine persönliche Beziehung. Er ist für mich eine historische Größe und repräsentiert eine Ära, in der ich gerne spazieren gehe – nicht mehr und nicht weniger. In meinen leidenschaftlichsten Jahren als Radiohörer gab es da allerdings doch ein besonderes Elvis-Erlebnis.
Die Hitparade von Radio Luxemburg, für die die Hörer ihre Stimmkarten in der örtlichen Sparkasse abgeben konnten, hatte seit Jahren einen Titel von Elvis im Programm. Als der King 1977 zur allgemeinen Überraschung starb, war gerade seine Live-Version von „My Way“ in den Charts – und in der RTL-Hitparade. Die Fans beschlossen nun, ihr Stimmrecht zu nutzen, um die Phrase „Elvis lebt!“ einmal mit Wahrheit aufzuladen! So blieb „My Way“ bis in die frühen 80er in der RTL-Hitparade, und zwar immer auf dem gar nicht üblen 4. oder 5. Platz.
Das hat mich ungemein beeindruckt. Und nebenbei führte das Power-Play dieser Aufnahme dazu, dass ich bis heute die „My Way“-Version von Elvis letztem Konzert viel lieber mag als die meines damaligen Lieblingssängers Frank Sinatra.

Kurz bevor Frank Elstner als Programmdirektor des deutschen Programms von Radio Luxemburg zurücktrat, kam er noch auf die Idee, die Regularien der Sendung zu ändern. Er verfügte, nach vier Wochen (ich glaube, es waren vier) dürfe man eine Platte nun nicht mehr wiederwählen denn dann sei „sie abgenudelt“.
Elvis verschwand von seiner letzten Chartposition, ohne dass die Sendung deswegen relevanter geworden wäre – und ich war so traurig, als wäre gerade Frank Sinatra gestorben.
Es war ein Menetekel für das Schicksal von Radio Luxemburg. 

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Eine Antwort auf Es lebe der König

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