The Man You Hate To Hate

betr.: 48. Todestag von Claude Rains

Claude Rains hat das seltene Glück, gleich in mehreren Kunstwerken fortzuleben, die sich einen soliden Platz in der Popkultur erarbeitet haben. Er spielt in „Lawrence von Arabien“, wird im Eröffnungslied der „Rocky Horror Picture Show“ besungen und bereichert den geflügelten Wortschatz im Klassiker und Kultfilm „Casablanca“: Einen berühmten Satz spricht er selbst („Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen!“), der andere wird zu ihm gesagt („Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“).

„The Film Encyclopedia“ von Ephraim Katz – das Nachschlagewerk mit den knackigsten Kurzbeschreibungen großer Filmschaffender – findet Rains „nicht gutaussenhend“, rühmt ihn als „kontrolliert sardonisch“ und bemerkt, dass er auch in den Schurkenrollen, die er immer wieder bekleidete, seinen Charme behielt.
Als Claude Rains zum Film kam, war er schon mittleren Alters und hatte eine beachtliche Theaterkarriere im heimatlichen England hinter sich.
Sein Durchbruch ist möglicherweise der kurioseste überhaupt. In seinem ersten US-Film, als Hauptdarsteller in James Whales „Der Unsichtbare“, ist er buchstäblich den ganzen Abend nicht zu sehen. Wenn die Handlung einsetzt, hat das tragische Experiment bereits stattgefunden, und Rains muß seinen Kopf mit Bandagen verhüllen und sich als entstelltes Unfallopfer ausgeben, um sich unter Menschen halbwegs gut bewegen zu können. (Das ist eine nette Vorwegnahme seiner Probleme in „Phantom der Oper“ zehn Jahre darauf, dem Film, der mich zu seinem Fan gemacht hat.)
Als er die Mullbinden abnimmt, sieht man freilich noch immer nichts von ihm. Erst am Ende, im Anschluß an seine Sterbeszene, erscheint er kurz – als Standbild.

Auch dies war so etwas wie der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: seine Karriere dauerte mehr als 30 Jahre.

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Eine Antwort auf The Man You Hate To Hate

  1. Pingback: Die schönsten Filme, die ich kenne (46): „Phantom der Oper“ (2. Filmversion) - Monty Arnold blogt.Monty Arnold blogt.

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