Der Song des Tages: „Indian Love Call“

betr.: 53. Todestag von Otto Harbach 

Der amerikanische Songtexter Otto Harbach, Sohn dänischer Einwanderer, war ein Mitbegründer der amerikanischen Operette, die im Begriff war sich zum Musical zu wandeln, und gehört somit zu den Erfindern des klassischen amerikanischen Songs. Zu seinen Vertonern zählen die Spitzenkräfte dieser Generation: Herbert Stothart, Vincent Youmans, George Gershwin und Sigmund Romberg. Er textete auch für den legendären europäischen Operettenmeister Emmerich Kálmán und für Jerome Kern, der seine beiden wichtigsten Songs komponierte: „Smoke Gets in Your Eyes“ (in den Fifties nochmals ein großer Hit für die Platters) und „Yesterdays“, unsterblich gemacht von Billie Holiday.

Keiner seiner Erfolgstitel aber reicht so weit in die Popkultur hinein wie der „Indian Love Call“, der im Deutschen Reich unter dem Titel „Über die Prärie“ bekannt wurde. Rainer Brandt schuf später eine neue Übersetzung des Refrains:

Indian Love Call Refrain

Ursprünglich gehörte der Song ins Repertoire der Operette „Rose-Marie“ von Rudolf Friml, die vom berühmtesten Gesangspaar der Filmgeschichte (Was heißt das heute schon?) interpretiert wurde: Jeanette MacDonald und Nelson Eddy.
Den heute Lebenden wurde der Titel in einer Country-Version bekannt, und zwar in der Science-Fiction-Comedy „Mars Attacks“. Ähnlich wie im zugrundeliegenden Klassiker „Krieg der Welten“ scheint auch diesmal die Erde den Invasoren aus dem Weltraum schutzlos ausgeliefert – schrecklich sind die bereits angerichteten Verwüstungen, zahllos die Opfer. Doch während es bei H. G. Wells irdische Krankheitskeime sind, die die Eindringlinge schließlich umbringen, ist es in „Mars Attacks“ der „Indian Love Call“. Diese Platte ist so schauerlich, dass den Marsianern die Köpfe zerplatzen.

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