Broadway’s Like That (17): Nach Hollywood!

betr.: 121. Geburtstag von Oscar Hammerstein

4. Jerome Kern – Erfinder des Musicals (4) (Fortsetzung vom 7. Juli)

Nach “Show Boat” brachte Kern Anfang der 30er Jahre zwei weitere musikgesättigte mit reichlich Underscoring versehene Musicals an den Broadway: 1931 die – wie die Autoren es im Untertitel nannten – „musikalische Liebesgeschichte“ „The Cat And The Fiddle“, 1932 folgte das musikalische Abenteuer „Music In The Air“, bei dem Kern wieder mit Oscar Hammerstein zusammenarbeitete. Beide Stücke konnten den Erfolg von „Show Boat“ nicht wiederholen.
Durch ihren musikalischen Überfluß und vor allem, weil beide in Europa spielten, näherten sie sich vielleicht zu sehr der Operette und erschienen nicht zeitgemäß. Gerade das wusste aber der Kritiker Alexander Woollcott zu schätzen. Er pries „Music In The Air“ als “diese liebenswerte Zuflucht, diesen freundlichen Schutz vor einer unruhigen Welt – so melodiedurchtränkt, dass es ein unerschöpfliches Vergnügen ist”.
1939 – die Welt war noch unruhiger geworden – schrieben Kern, nochmals mit Hammerstein, sein letztes Broadway-Musical „Very Warm For May“,  ein Misserfolg. Doch wohlig-schönes musikalisches Vergnügen gibt es auch hier: „Heaven In My Arms“, die Nachtclubszene aus „Very Warm For May“.

Bereits 1934 war Kern nach Hollywood gegangen, wo er Musik zu Musicalfilmen schrieb. Fred Astaire und Ginger Rogers, Gene Kelly und Rita Hayworth sangen seine Musik oder tanzten nach ihr. „Swing Time“ von 1936 ist einer der Filme aus der legendären Reihe mit Fred Astaire und Ginger Rogers. Inspiriert von der leichtfüßigen Anmut dieses Paares, erfand Kern für „Swing Time“ eine besonders beschwingte Musik. Die Musik zum Vorspann geht unmittelbar in die erste Tanzsequenz der beiden über, welcher der Song „Pick Yourself Up“ zugrunde liegt. Fred hatte sich in dieser Szene zunächst als Gingers ungeschickter Tanzschüler ausgegeben, der dann doch mit ihr zusammen beweist, was er kann.

Als Kern 1945 nach New York kam, um ein neues „Show Boat“ Revival vorzubereiten, traf ihn ein tödlicher Schlaganfall. Er hatte gerade den Auftrag zu einem Musical über die Scharfschützin Annie Oakley erhalten. Diese Arbeit übernahm dann Irving Berlin, wiederstrebend zunächst, weil er sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlte. Was Berlin dann schließlich schrieb, wurde eines der berühmtesten Musicals überhaupt: „Annie Get Your Gun“.
Forts. folgt

 

Dieser Beitrag wurde unter Buchauszug, Film, Musicalgeschichte, Musik, Theater abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>