Ein Lied für Cocteau

betr.: 53. Todestag von Jean Cocteau (morgen) und Édith Piaf

Einst im Oktober verlor Frankreich beinahe innerhalb eines Tages gleich zwei seiner Legenden: die exzessive und früh verrauchte Édith Piaf und den greisen „vielseitigsten Autor des zwanzigsten Jahrhunderts“ Jean Cocteau. Die Sängerin und der Poet waren einander verbunden und starben jeder für sich.

Jean Cocteau haderte mit der Mühsal der späten Jahre: sein Film „Le Testament d‘ Orphee“ war von der Kritik gelobt, aber vom Publikum im Stich gelassen worden. Dann hatte ein Infarkt den Meister niedergestreckt. Erst weigerte er sich, der Einladung seines einstigen Zöglings Jean Marais zu folgen, ihn zu pflegen – denn er schämte sich seiner Opiumraucherei. Schließlich willigte er doch ein und wurde von diesem wieder auf die Beine gestellt. Zur Feier seiner Wiederauferstehung ließ er sich – 70jährig und zum wiederholten Male – liften. Er erlitt einen weiteren Herzanfall und wies den Arzt, der ihm die Transfusion verabreichen wollte, mit den Worten zurecht: „Das Blut eines Dichters tauscht man nicht aus!“
Am Morgen des 11. Oktober 1963 erfuhr der Erschöpfte vom Tod seiner großen Freundin Edith Piaf. Er folgte ihr noch am selben Abend.

Dieses Chanson ist die Vertonung eines Gedichts von Detlev Meyer, vorgenommen und 1989 vorgetragen von Ernst Meibeck.

Cocteaus letzter Einkaufszettel
(Meyer/Spinger*)

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* Mehr über den Komponisten unter https://spingermusic.bandcamp.com/

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