Ein Mundart-Philosoph

betr.: 9. Jahrestag des Aussterbens der Eyak-Sprache

Mit dem Tod von Marie Smith Jones aus Alaska (ursprünglich: Udach‘ Kuqax*a’a’ch) starb auch ihre Art aus, sich verbal mitzuteilen: die Eyak-Sprache. Auch Sprachen unseres Landstrichs wie das Oberschlesische sind bereits verschwunden. Die deutschen Dialekte, so hört man immer wieder, befinden sich insgesamt in mählicher Auflösung.
Also will ich mich sputen, den heutigen Beitrag unters Volk zu bringen!

Die Qualität eines Mundart-Humoristen habe ich immer nach dem Kriterium bewertet, ob er auch außerhalb seiner Scholle funktioniert. Fredl Fesl zum Beispiel imponierte mir dabei ein bißchen weniger als Jürgen von Manger – denn das Bayerische (Fesl) war auch dem Rest der Republik längst wohlvertraut, während von Manger alias „Adolf Tegtmeier“ das Ruhrdeutsche erst richtig populär machte. Von seinen Landsleuten wird Jürgen von Manger dafür weitaus weniger geliebt als von mir. Zunächst einmal, weil er in Wirklichkeit gebürtiger Pfälzer war, außerdem weil er den Sound des Ruhrpotts gar nicht wirklich imitierte, sondern gewissermaßen neu erfand – und die dazugehörige Mentalität für mich (als Rheinländer …) nur umso besser auf den Punkt brachte.

Und dann gab und gibt es noch jene Humoristen / Poeten / Barden / Matadore, die nur das heimatliche Publikum interessieren, jene, bei denen der Dialekt unter Umständen  die einzige Aufwertung ansonsten belanglosen Materials darstellt. Das hat selbstverständlich seine Berechtigung, dennoch nahm ich diese Kollegen in einem meiner Kabarettprogramme auf die Schippe. Der Dialekt dazu war frei erfunden bzw. aus allerlei Zungen zusammengebastelt. Schließlich ging es mir ja um die Sache an sich …

An min Greet
Text, Musik und Vortrag: Monty Arnold
Am Klavier: Christoph Mudrich

 

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